Opec-Land Venezuela gerät immer tiefer in Abwärtsstrudel

Opec-Land Venezuela gerät immer tiefer in Abwärtsstrudel

Die Wirtschaft in Venezuela liegt am Boden. Es gibt bereits Spekulationen über eine mögliche Staatspleite des Opec-Mitglieds.

Eine galoppierende Inflation und die tiefe Rezession halten das Opec-Förderland Venezuela im Würgegriff. Die Einwohner des vom Sinkflug des Ölpreises betroffenen Staates mussten im vorigen Jahr Preissteigerungen von 180,9 Prozent verkraften.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet, dass sich die Geldentwertung dieses Jahr noch weiter beschleunigt - auf eine Inflationsrate von 720 Prozent. Im Ringen um zusätzliche Staatseinnahmen hat die Regierung nun erstmals seit rund 20 Jahren den Benzinpreis angehoben und zugleich die Währung abgewertet. Die Wirtschaft liegt am Boden: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte voriges Jahr um 5,7 Prozent.

Bereits 2014 war die Wirtschaftsleistung um 3,9 Prozent eingebrochen. Wegen des drastisch gesunkenen Ölpreises sind laut Präsident Nicolas Maduro die Staatseinnahmen um 70 Prozent zurückgegangen. Es gibt bereits Spekulationen über eine mögliche Staatspleite des Opec-Mitglieds. Gemeinsam mit Saudi-Arabien, Katar und dem Nicht-Opec-Mitglied Russland bemüht sich Venezuela daher, durch eine Vereinbarung zur Deckelung der Fördermenge den Preisverfall des Rohstoffs zu stoppen.

Kritiker wollen Währungssystem abschaffen

Der Staatschef des südamerikanischen Landes kündigte am Mittwoch in einer Fernsehansprache Verteuerungen bei Benzin von 1329 Prozent an. Die Veränderungen würden ab Freitag an den Tankstellen wirksam. Der Wechselkurs der Landeswährung Bolivar wird demnach um 37 Prozent auf zehn Bolivar je Dollar von bisher 6,3 Bolivar abgewertet. Zugleich kündigte Maduro Veränderungen beim Währungssystem an. Kritikern zufolge sind die Reformen nicht weitreichend genug. Sie fordern, das 13 Jahre alte Währungssystem von Maduros verstorbenem Vorgänger Hugo Chavez komplett abzuschaffen.

Bisher war Benzin in Venezuela stark subventioniert. Eine Tankfüllung gehörte lange Zeit zu den günstigsten Einkäufen. Trotz der jetzigen Anhebungen ist eine Tankfüllung für einen Kleinwagen immer noch günstiger zu haben als eine Limonade.

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