Online-Handel: Kunden werden immer öfter zu Betrügern

Online-Handel: Kunden werden immer öfter zu Betrügern

Bestellen ohne der Absicht je zu bezahlen. Der Betrug im Internet grasiert.

Der Onlinehandel hat seine Tücken, auch für die Händler. In Österreich stieg die Zahl der Betrugsfälle im Vorjahr stark. Auch die Schadenshöhe erreichte einen neuen Höchstwert. Die Maschen der Betrüger sind vielfältig.

Der Betrug im Netz lauert überall. Doch nicht Kunden, sondern auch die Online- und Versandhändler sind zunehmend von Betrug betroffen. Das Beratungsunternehmen CRIF hat dazu eine Umfrage unter rund 130 Online- und Versandhändlern (ca. 40 aus Deutschland, 20 aus Österreich und 70 aus der Schweiz) durchgeführt. Rund 90 Prozent der Befragten waren schon einmal Opfer eines Betrug oder Betrugsversuchs.

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung im letzten Jahr, so zeigt sich, dass etwa die Hälfte der Befragten aus Deutschland (52 %) und Österreich (50 %) der Meinung ist, dass Betrugsfälle im Onlinehandel zugenommen haben. In der Schweiz teilt nur ein Viertel diese Einschätzung. Während hier knapp die Hälfte (49 %) kaum eine Veränderung sieht, sagen 19 Prozent der deutschen und 13 Prozent der österreichischen Online-Händler, dass die Betrugsfälle sogar stark zugenommen haben.

Betrügereien im Netz haben zugenommen.

Kunden bestellen Waren, die sie ohnehin nicht zahlen können

Was steckt dahinter, wenn Kunden zu Betrügern werden? Die meisten Kunden können die Ware, die sie bestellt haben, nicht zahlen – dabei ist es den Bestellern bereits beim Kauf einer Ware bewusst, dass sie die Rechnung nicht begleichen können. In der Schweiz (88 %) und Deutschland (67 %) stellt die Zahlungsunfähigkeit von Kunden das größte Problem dar. In Österreich liegt der Anteil bei 43 Prozent.

Mit der Angabe falscher Namens- oder Adressdaten (Identität variiert) mussten sich 43 Prozent der österreichischen Unternehmen auseinandersetzen. In der Schweiz und in Deutschland liegt der Anteil über 60 Prozent. Die befragten österreichischen Online- und Versandhändler sind am häufigsten von Identitätsdiebstahl betroffen: So war die Hälfte von ihnen bereits damit konfrontiert, dass sich ein Kunde als komplett andere reale Person ausgegeben hatte (Deutschland 51 %, Schweiz 40 %).

Kunden bestellen, obwohl sie wissen, dass sie ohnehin nicht zahlen können. Die häufigste Form von Onlinebetrug.

In zehn Prozent der Betrugsfälle in Österreich ist der Schaden höher als 25.000 Euro. Die meisten Betrügereien betreffen Beträge mit weniger als 5.000 Euro.

Schadenshöhe steigt deutlich

Für den Großteil der befragten Unternehmen aus der DACH-Region lag der höchste, je erlittene Einzelverlustbetrag durch Betrugsfälle unter 5.000 Euro. In Österreich gab die Hälfte der Befragten diesen Betrag als oberste Schadenssumme an. Allerdings haben im Vergleich zum Vorjahr sowohl in Österreich (2018: 25 %, 2017: 8 %) als auch in Deutschland und der Schweiz deutlich mehr Unternehmen angegeben, auch Verluste zwischen 5.000 und 10.000 Euro erlitten zu haben. Während im Jahr 2017 keiner der österreichischen Befragten den höchsten Verlust mit einem Betrag zwischen 10.000 und 25.000 Euro angab, waren es heuer 13 Prozent.

Was tun die Unternehmen gegen Onlinebetrug? Mehr als die Hälfte der Händler in Österreich (56 %) und der Schweiz führen die Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung firmenintern durch. In allen drei Ländern ist es nach wie vor gängige Praxis, dass Mitarbeiter verdächtige Bestellungen manuell überprüfen (Schweiz: 79 %, Deutschland: 64 %, Österreich 50 %). Zudem wird häufig mit eigenen Kundenlisten gearbeitet. Hilfsmittel wie Fingerprint-Scanner oder andere Transaktionstools kommen hingegen in vergleichsweise geringem Maße zum Einsatz.

Brigitte Ederer

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