Produktionsstopp in Libyen belastet Performance der OMV "substantiell"

Produktionsstopp in Libyen belastet Performance der OMV "substantiell"
Produktionsstopp in Libyen belastet Performance der OMV "substantiell"

Probleme bei der Förderung in Norwegen und ein Produktionsstopp in Libyen belasten die Produktion des heimischen OMV-Konzerns "substantiell": Im ersten Quartal 2015 wurde um 5 Prozent weniger Öl und Gas produziert als im Vorquartal, die Verkaufsmengen gingen um 13 Prozent zurück. Verbessert hat sich hingegen die Raffineriemarge.

Deutlich besser läuft es für den teilstaatlichen Konzern im Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen. Die OMV-Referenz-Raffineriemarge verbesserte sich im 1. Quartal deutlich auf 7,45 Dollar (6,94 Euro) pro Fass, nach 5,19 Dollar im Vorquartal und 1,63 Dollar im ersten Quartal 2014. Das teilte die OMV am Donnerstag im Quartals-Zwischenbericht (Trading Statement) mit. Getrieben wurde die Verbesserung der Marge durch verbesserte Naphta-, Benzin- und Mitteldestillat-Spannen sowie durch niedrigere Rohölpreise, die sich günstig auf den Eigenverbrauch hätten, heißt es in der Aussendung.

Der Produktionsrückgang im Vergleich zum Vorquartal wird hauptsächlich mit technischen Problemen begründet, die zu einem einmonatigen Stillstand des Feldes Gudrun in Norwegen geführt hätten, sowie auf den Produktionsstillstand in Libyen.

Sorgenkinder Libyen und Norwegen

In Norwegen kämpfte OMV mit einem Gasleck. Auf dem Feld Gudrun, das sich mehrheitlich im Besitz der norwegischen Statoil befindet, sei die Förderung für einen Monat unterbrochen gewesen. "Die Probleme sind mittlererweile behoben, die Produktion läuft wieder", sagte ein OMV-Sprecher. OMV hält 24 Prozent an dem Feld. Angaben zur Höhe des Produktionsausfalls wollte der Unternehmenssprecher nicht machen.

In Libyen stehen die Ölförderanlagen nach wie vor still. In dem afrikanischen Land tobt knapp vier Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi ein Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Regierungen und deren Milizen. Für die OMV bedeutet das enorme Einbußen, denn in Friedenszeiten bezogen die Österreicher rund zehn Prozent ihres Öls aus dem Land.

Am Donnerstagvormittag notierten die OMV-Titel an der Wiener Börse mit einem kleinen Plus von 0,88 Prozent.

Die Verkaufsmengen des OMV-Konzerns waren im 1. Quartal um 13 Prozent geringer als im Schlussquartal 2014 - schuld daran waren nicht zuletzt der Produktionsausfall in Libyen.

Ende 2014 brach der Kurs der OMV massiv ein, seither erholt sich der Aktienkurs wieder.

Niedriges Ölpreis drückt Quartalsergebnis

Keine Freude macht dem Konzern der niedrige Ölpreis. Aktuell kostet Öl der Nordsee-Sorte Brent knapp 63 Dollar und damit rund 40 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dieser Effekt werde jedoch durch die vorteilhafte Entwicklung des Euro-Dollar-Wechselkurses teilweise ausgeglichen. Die Entwicklung der Rohölpreise im Quartal führte zu negativen Lagerhaltungs-Effekten (CCS).

Die Explorationsaufwendungen waren auf einem ähnlichen Niveau wie im 4. Quartal 2014. Die Kapazitätsauslastung der Raffinerien war im ersten Quartal 2015 höher als im Vorquartal, das von einem geplanten Stillstand für die TÜV-Sicherheitsinspektion in der Raffinerie Burghausen beeinträchtigt war.

Die Performance des Petrochemie-Geschäfts verbesserte sich durch höhere Verkaufsmengen gegenüber dem Schlussquartal des Vorjahres. Im Marketing-Geschäft gab es den erwarteten saisonalen Rückgang der Verkaufsmengen sowie leicht geringere Margen.

Das Geschäft der OMV Petrol Ofisi in der Türkei wurde durch den Eingriff des Regulators beeinträchtigt, der die Margen in der Branche gedeckelt hat.

Das Gas Logistik-Geschäft war besser als im Vorquartal. Die Erdgas-Verkaufsmengen stiegen sowohl in Österreich als auch in Rumänien, die Margen blieben aber niedrig.

Der Beitrag von Borealis war im ersten Quartal etwas geringer als zuletzt. Zwar lief das Düngemittel- und Polyolefin-Geschäfts besser, was wurde aber durch ein schlechteres Olefin-Marktumfeld sowie einen geringeren Beitrag von Borouge durch geringere Marktpreise zunichtegemacht.

Die Ergebniszahlen des OMV-Konzerns werden am 18. Mai 2015 veröffentlicht.

Wirtschaft

OMV-Chef Rainer Seele - "Mann des Jahres 2018"

Wirtschaft

Aus für Niki: Airline ist pleite, Flieger bleiben am Boden

Ryanair-Piloten drohen mit Streikdebüt in der Urlaubszeit

Wirtschaft

Ryanair-Piloten drohen mit Streikdebüt in der Urlaubszeit