Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und die OMV - Vier Fakten

Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und die OMV - Vier Fakten

Frankreich und Deutschland haben in letzter Minute ihren Konflikt um die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 für russisches Erdgas beigelegt. Wichtig ist die Einigung auch für die OMV. Für den österreichischen Rohöl- und Gaskonzern OMV geht um Milliarden. Aber es gibt auch weiterhin Gegner dieses Projekts - im Osten und Westen.

Moskau/Wien. In letzter Minute haben Deutschland und Frankreich ihren Konflikt um die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 für russisches Erdgas beigelegt. Beide Regierungen präsentierten vor einer EU-Abstimmung über die Reform der europäischen Gas-Richtlinie am Freitag einen Kompromissvorschlag, der dann von den anderen Mitgliedstaaten angenommen wurde. Bei der OMV wird man ebenso aufatmen, da der österreichische Mineralölkonzern bereits über eine halbe Milliarde Euro in die Gaspipeline investiert hatte.

Frankreichs Premier war noch am Donnerstag zurückgerudert und hatte sich angeblich auf Druck von US-Präsident Donald Trumo gegen Deutschland gestellt.

Nord Stream 2 soll Gas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Einige EU-Staaten wie auch US-Präsident Donald Trump sehen das Projekt äußerst kritisch und eine wachsende Abhängigkeit Deutschlands von Moskau. Polen und die Ukraine als bisherige Transitländer für Gaslieferungen würden zudem geschwächt.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte darauf die enge Zusammenarbeit mit Frankreich. Erleichterung gibt es wohl auch bei der österreichischen Mineralölfirma OMV.


Vier Fakten Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2


1. Daten zur Pipeline


Die Pipeline soll 1.230 Kilometer lang sein und von der Narwa-Bucht in Russland bis Lubmin in der Nähe von Greifswald reichen. Mehr als 600 Kilometer sind bereits verlegt. Baubeginn war im Sommer 2018, Ende 2019 soll die Pipeline in Betrieb gehen. Sie soll dann aus 200.000 Rohren bestehen.

Neben den russischen Unternehmen OMK und Chelpipe entfielen 41 Prozent des Auftrags auf den deutschen Hersteller Europipe - ein Gemeinschaftsunternehmen aus Salzgitter und der Dillinger Hütte mit Sitz in Mülheim an der Ruhr. Die zwölf Meter langen Einzelrohre werden auf See verschweißt und mit Spezialschiffen auf dem Meeresboden verlegt. Dabei durchqueren sie Gebiete, die zu Russland, Finnland, Schweden, Dänemark, und Deutschland gehören. Den Betreibern zufolge können mit dem Gas der Röhre rechnerisch 26 Millionen Haushalte versorgt werden.

2. Die beteiligten Unternehmen


Die in der Schweiz ansässige Projektgesellschaft Nord Stream 2 gehört dem russischen Gazprom-Konzern. An der Finanzierung der Röhre beteiligen sich westliche Konzerne, darunter der deutsche Versorger Uniper und die BASF-Tochter Wintershall. Hinzu kommen der britisch-niederländische Shell-Konzern, die französische Engie und OMV aus Österreich.

OMV und Uniper haben nach eigenen Angaben bisher je rund 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Am Ende sollen es für jeden Partner rund 950 Millionen Euro sein. Die Gesamtkosten werden auf 9,5 Milliarden Euro beziffert.

3. Die Begründung für das Projekt


Die Gasquellen in Deutschland und Europa gehen in den kommenden Jahren weiter zurück, weshalb immer mehr importiert werden muss. Gas gehört in Deutschland zu den wichtigsten Brennstoffen beim Heizen, wo der Anteil bei etwa 50 Prozent liegt. Auch in der Stromproduktion spielt Gas im Zuge der Energiewende eine immer wichtigere Rolle. Zuletzt lag der Anteil bei etwa 13 Prozent.

Beim geplanten Kohleausstieg soll Gas als Ersatz die weniger klimaschädlichen Gaskraftwerke einspringen. Die wichtigsten Gaslieferanten für Deutschland sind neben Russland, Norwegen und die Niederlande. Russland kommt etwa auf 40 Prozent, Norwegen auf 25 und die Niederlande auf 20 Prozent. Die Eigenproduktion sinkt kontinuierlich.

4. Die Gegner


Kritiker befürchten eine immer größere Abhängigkeit von Russland, das unter Präsident Wladimir Putin Gas auch schon als politisches Druckmittel eingesetzt hat. So hatte Putin im Streit mit der Ukraine bereits mehrfach den Gas-Hahn abgedreht. Einige der älteren Pipelines verlaufen von Russland durch die Ukraine, wofür der Nachbar Gebühren erhebt. Mit den Ostsee-Röhren umgeht Russland die alten Routen.

Die Ukraine gehört zu den Gegnern von Nord Stream 2 ebenso wie die USA. US-Präsident Donald Trump will das Geschäft mit verflüssigtem Gas (LNG) ausbauen und sieht Europa dabei als Wachstumsmarkt. Die USA haben den Beteiligten an Nord Stream 2 mit Sanktionen gedroht. In Deutschland gibt es bisher keinen LNG-Terminal, Anlagen in anderen europäischen Ländern sind nicht ausgelastet.

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