OMV zieht 700 Mitarbeiter aus Tunesien ab

Der österreichische Mineralölkonzern holt wegen anhaltender Unruhen im Süden des Landes Mitarbeiter zurück. Die OMV hat dort im Jahr 2011 die Rechte für die Öl- und Gasförderung erworben.

OMV zieht 700 Mitarbeiter aus Tunesien ab

Im Jahr 2014 hat OMV mit der tunesischen Staatscompany ETAP das "Nawara Projekt" gestartet.

Tunis/Wien Der österreichische Energiekonzern OMV hat wegen anhaltender Unruhen im Süden Tunesiens rund 700 Mitarbeiter von seinen Produktionsstätten abgezogen. Sämtliche Hauptrouten südlich der Stadt Tataouine seien zur Zeit blockiert, teilte der Konzern laut dpa mit.

Seit Wochen protestieren dort arbeitslose Tunesier für mehr Arbeitsplätze und für eine Beteiligung der Wüstenregion an den Gewinnen durch die Öl- und Gasproduktion.

Bereits am 29. April sei nicht erforderliches Feldpersonal von den Produktionsstätten in Südtunesien abgezogen worden, wird OMV-Pressesprecher Robert Lechner zitiert. Man beobachte die Entwicklung der Situation sehr genau.

In Tunesien kam es zuletzt wieder häufiger zu Streiks und Protestaktionen gegen die Regierung in Tunis. Nach den Umbrüchen in der Arabischen Welt 2011 hat Tunesien zwar weitreichende demokratische Reformen eingeleitet, das Land kämpft aber mit wirtschaftlichen Problemen. Im Jahr 2011 hatte die OMV eine tunesische Tochter der US-Ölkonzerns Pioneer Natural übernommen. Die OMV ist seit dem Jahr 2003 mit der Übernahme der deutschen Preussag Energie GmbH in Tunesien tätig.

Erst im Jahr 2015 hat die OMV mit dem in Staatsbesitz befindlichen tunesischen Ölkonzern ETAP die Öl- und Gasförderung gestartet. Das Gas sollte, wie OMV damals erklärt hatte, den staatlichen Gasbedarf decken. In der Wüste wurde eine Produktionsstätte errichtet. Das Projekt enthielt ebenso die Verlegung von 370 Kilometer Pipeline zum Hafen in Gabe.

Fast in der Sahara liegt die OMV-Onshore-Produktionstätte an der Grenze zu Algerien und Libyen - 2014 wurde das Projekt mit großen Hoffnungen gestartet.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte erst im April nach längerem Zögern eine weitere Tranche eines 320 Mio. Dollar (292,85 Mio. Euro) schweren Hilfspakets ausgezahlt, nachdem der IWF die stockenden Reformen im Land kritisiert hatte.

Im Jahr 2006 wurden rund 550 Kilometer südlich der tunesischen Hauptstadt Tunis nahe der Grenze zu Libyen große Erdölvorkommen entdeckt. Unter dem Projektnamen "The Nawara Gas Projekt" wurde dort die Gasförderung vor rund drei Jahren gestartet. Die OMV hatte in weiterer Folge neben der Exploration auch entsprechende Ausbildungsprogramme für dort ansässige arbeitslose Jugendliche gestartet (siehe auch Videos, unten).

Ökonomen gegen Sondersteuer für Energieunternehmen

Die Empörung über hohe Gewinne vieler Energieunternehmen angesichts der …

Die Bayan-Obo-Mine im Autonomen Gebiet Innere Mongolei der Volksrepublik China. Sie ist die wichtigste Fund- und Förderstätte der Welt für Seltene Erdmetalle. Im Tagebau arbeiten bis zu 6000 Menschen.

Von der Energiewende zur großen Rohstoffwende

Für die Energiewende und damit benötigte Produkte wie Solaranlagen, …

Christoph Weber, Head of Organization & Operations bei der Managementberatung Horváth in Österreich

Bauwirtschaft: Nachhaltigkeit hat höchste Priorität

Pandemie, Lieferengpässe und Ukraine-Krieg konnten der Bauwirtschaft …

trend-Umfrage: kalt duschen gegen Putin?

Die große trend-Umfrage zur angespannten Energie-Situation: Welche …