Erdgas-Autos: OMV forciert Tankstellen, VW die Modelle

Erdgas-Autos: OMV forciert Tankstellen, VW die Modelle

OMV-Chef Rainer Seele (l.) und Porsche Holding Salzburg-Boss Peter Schützinger verkünden eine Partnerschaft mit dem Ziel Erdgas-Autos populärer zu machen.

Hohe Spritersparnis, geringerer CO2-Ausstoß - Fahrzeuge mit Erdgas sind eine gute Alternative zu Elektroautos. Die OMV und die Porsche Holding Salzburg, der Vertriebsarm des VW-Konzerns, wollen nun mit Investitionen und Förderungen den Absatz dieser Modelle ankurbeln.

Erdgasbetriebene Autos könnten die Umwelt schnell und kostengünstig entlasten. Sie Autos stoßen bis zu 23 Prozent weniger CO2 aus, bis zu 75 Prozent weniger Stickoxide und verursachen praktisch keinen Feinstaub. Um dieses Antriebsmittel populärer zu machen, haben nun Rainer Seele, Vorstand der OMV und Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg (PHS), nun eine Partnerschaft bekanntgegeben. Ziel: Die Mobilität mit Erdgas zu forcieren. Der VW-Konzern, dessen Modelle der Konzern-Großhandel, die PHS, vertreibt, sorgt nicht für eine breite Palette an CNG-Modellen, der Verkauf soll gefördert werden - und die OMV erweitert das Tankstellennetz.

Nicht einmal 700 neue Erdgas-Autos im Vorjahr verkauft
Bisher fristen Erdgasautos ein Nischendasein: In den vergangenen zehn Jahren wurden nur etwas mehr als 5.000 Fahrzeuge neu zugelassen, im Jahr 2018 waren es 641.

Auswahl an CNG-Modellen steigt
Doch das soll sich nun ändern. Der VW-Konzern setzt mit zahlreichen Modellen schon länger auf die Erdgasschiene. Und die Auswahl soll weiter steigen und damit die Nachfrage. Erst kürzlich hat VW-Tochter Seat drei neue CNG-Modelle präsentiert. So können nun die Modelle Arona (ab 19.990 Euro), Ibiza (ab 15.990 Euro) und Leon (21.290 euro) und der Leon ST (ab 22.440) mit Erdgas-Tank gewählt werden. Audi hat seit März den A3 Sportback g-tron im Programm. Der neue Motor schafft mit 131 PS bis zu 400 Kilometer reine CNG-Reichweite. Skoda plant mit dem Vision X ein Modell mit CNG-Antrieb. Schützinger vom der Porsche Holding Salzburg: „Die kurzfristige Verfügbarkeit macht CNG zu einem wichtigen Baustein für die Gesamtstrategie des Volkswagen Konzerns zur umweltfreundlichen Mobilität. CNG besticht auch durch hohe Wirtschaftlichkeit."


Diese Modelle des VW-Konzerns sind bereits am Markt

VW up! Erdgas, VW Polo TGI, VW Golf TGI Blue Motion, VW Golf Variant TGI Blue Motion, VW Caddy TGI Blue Motion, VW Caddy Maxi TGI Blue Motion, Audi A3 Sportback g-tron, Audi A5 Sportback g-tron, SEAT Ibiza TGI, SEAT Arona TGI, SEAT Leon 1.5 TGI, SEAT Leon ST 1.5 TGI und SKODA OCTAVIA Combi G-TEC.


1.000 Käufer von Erdgasautos des VW-Konzerns können ein Jahr lang gratis tanken
Als Teil der neuen Kooperation stellt die OMV ihre Flotte zu einem Viertel auf Erdgasautos um und kauft bis 2022 über 100 Fahrzeuge an. Ab Mitte Juni 2019 bekommen zudem die ersten 1.000 Käufer eines Gasautos der VW-Marken Skoda, Seat, VW oder Audi für eine Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometer ein Jahr Tanken gratis bei allen CNG-Tankstellen der OMV.

Deutliches Wachstum des Gasmarktes prognostiziert
Bisher führt beim Antrieb von Fahrzeugen Erdgas ein entsprechendes Schattendasein. Das könnte sich ändern. Im "World Energy Outlook 2018 „New Policy Scenario” wird ein deutliches Wachstum des globalen Gasmarktes prognostiziert. Man rechnet mit einem Nachfrageplus von 43% bei Gas bis 2040 – damit wächst Gas deutlich rascher als der Gesamtenergieverbrauch. Im asiatisch-pazifischen Raum könnte sich die Diese Modelle des VW-Konzerns sind bereits am Markt mehr als verdoppeln. Als Ersatz für Kohle und Kernenergie kann Gas einen wesentlichen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit leisten.

"Wir brauchen kurzfristige Lösungen", sagte Seele. Das bereits etablierte Erdgasauto sei daher eine Brückentechnologie auf dem Weg zur Elektromobilität, wo der Grad der Marktreife noch geringer sei. Nichtsdestotrotz dürfe auch der Wasserstoffantrieb - derzeit noch Zukunftsmusik - nicht aus den Augen gelassen werden, so Seele.

Weniger CO2 als ein Diesel oder Benziner
Für die Frage, ob sich der Erdgasmotor am Markt behaupten kann, seien Firmenkunden entscheidend, private Autokäufer spielten bei der Frage, in welche Richtung sich die Autoindustrie entwickelt, eine deutlich geringere Rolle, hieß es bei der Präsentation der neuen Pläne. Aus Sicht des Mineralölkonzerns und des Kfz-Herstellers sei das Erdgasauto eine der Antworten auf den Klimawandel. Erdgas-Autos stoßen weniger CO2 als ein Auto mit Benzin- oder Dieselantrieb aus und in Deutschland sei das Erdgasauto wegen des hohen Anteils an Kohlestrom sogar besser als das Elektroauto. Beim für die Lunge giftigen Ausstoß von Schwefeldioxid SO2 und Stickoxid NOx sowie den krebserregenden Feinstaub-Emissionen schneide das Erdgasauto ebenfalls deutlich besser ab.

Tanken um 30 Prozent billiger
Schützinger rechnete vor, dass das Tanken bei einem Erdgasauto gegenüber einem Diesel um 30 Prozent und gegenüber einem Benziner um 50 Prozent günstiger sei. Die Anschaffungspreise jedoch seien im Wesentlichen vergleichbar, so Schützinger. Der Seat Leon ST Kombi mit einem Listenpreis ab 24.440 Euro beispielsweise kommt mit einer Tankfüllung von 17,7 kg laut Herstellerangaben bis zu 480 Kilometer weit. Ein Kilogramm CNG (compressed natural gas) kostet dem Spritpreisrechner zufolge aktuell 1,09 Euro. Die TGI-Motoren des VW-Konzerns haben auch einen neun Liter Benzin fassenden Tank, der die Reichweite auf bis zu 630 Kilometer erhöht.

Laut dem Fachverband Gas Wärme (FGW) gibt es aktuell in ganz Österreich 157 öffentlichen Tankstellen mit CNG-Zapfsäulen. Seele räumte auch mit Vorurteilen des Erdgasautos auf: "Es fährt sich wie ein Benziner, es ist leicht zu betanken und du kannst in jedes Parkhaus fahren." Das Einfahrtsverbot in Tiefgaragen bezieht sich nämlich auf das Flüssiggas LPG.

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