OMV will im Iran nach Öl bohren

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV will nach einer Lockerung der Sanktionen gegen den Iran in die Ölförderung in dem rohstoffreichen Land einsteigen.

OMV will im Iran nach Öl bohren

OMV-Chef Rainer Seele: Investieren nur bei attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Konzernchef Rainer Seele habe dabei vor allem zwei konkrete Ölfelder im Auge, wie er am Montag auf einer Konferenz sagte: "Wir interessieren uns genau für die zwei Ölfelder, die wir selber mal entdeckt haben. Dort haben wir bereits sehr genau Vorstellungen, welche Qualität die Felder haben und welche Entwicklungskonzepte notwendig sind".

Investieren will die OMV im Iran aber nur bei attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. "Am Ende des Tages geht es nicht nur darum, Öl oder Gas zu produzieren, sondern Gewinn zu machen", sagte Seele. Ein Einstieg in die Ölförderung sei etwa nur in Kooperation mit der staatlichen iranischen Ölgesellschaft NIOC möglich. Laut Seele wolle die NIOC gegen Ende des Monats erste Eckdaten eines möglichen Vertrages diskutieren. "Ich gehe davon aus, spätestens wenn die Sanktionen aufgehoben werden, werden die vertraglichen Rahmenbedingungen stehen", sagte der OMV-Chef.

Multi-Milliarden-Dollar-Geschäft für Energiekonzerne

Als möglichen Zeitrahmen nannte er das erste oder zweite Quartal 2016. Der Iran hat angekündigt, nach der Einigung im Atomstreit seinen Öl- und Gassektor ausbauen zu wollen. Bis 2020 sollen Verträge über rund 50 Öl- und Gasprojekte im Wert von 185 Milliarden Dollar abgeschlossen werden.

Kein Thema mehr dürfte für die OMV das auf Eis gelegte Erdgas-Projekt South Pars sein. "Da reden wir nicht mehr über eine überschaubare Aktivität", sagte Seele. Die OMV hatte 2007 die Absicht bekundet, an der Entwicklung des weltgrößten Gasfeldes im Persischen Golf mitzuwirken. Auf politischen Druck hin musste der Konzern den Deal aber abblasen. "Wenn sie in ein solches Geschäft im Iran einsteigen wollen, dann wird als erstes die Frage kommen: Wie viele Milliarden Euro haben sie denn mitgebracht? Das ist sicherlich nicht die Strategie, die wir verfolgen", sagte Seele. Investieren will der OMV-Chef vor allem in bestehende Aktivitäten in Österreich oder der Nordsee.

Der Ölpreis-Verfall setzt der OMV immer stärker zu. Im dritten Quartal fuhr der österreichische Erdöl- und Gaskonzern wegen einer Milliarden-Abschreibung infolge des starken Ölpreisrückgangs einen Verlust von 472 Millionen ein. Rückenwind bekommt die OMV durch die hohe Nachfrage nach Raffinerie-Produkten wie Benzin und Diesel.

Der Iran hat die viertgrößten Erdölreserven der Welt.

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