OMV-Generaldirektor Rainer Seele - "Mann des Jahres"

OMV-Generaldirektor Rainer Seele - "Mann des Jahres"

OMV-Generaldirektor Rainer Seele hat alles im Griff: Aus dem heillos zerstrittenen Haus hat der Deutsche mit harter Hand und anfangs umstrittener Russland-Strategie wieder ein Vorzeigeunternehmen geformt.

Der trend hat den deutschen Topmanager von Österreichs wichtigstem Unternehmen, OMV-Generaldirektor Rainer Seele, zum "Mann des Jahres 2018" gewählt. Seele hat mit einer umstrittenen Strategie Österreichs größten Industriekonzern wieder auf die Erfolgsspur geführt.

OMV-Generaldirektor Rainer Seele wurde von der trend-Redaktion zum „Mann des Jahres 2018“ gewählt. Die sehr gute Performance, die der OMV-Konzern seit der Amtsübernahme von Seele Mitte 2015 erzielt hat war dafür das Hauptargument. Seele hat den Mineralölkonzern wettbewerbsfähiger und deutlich profitabler gemacht. Auch seine anfangs umstrittene Strategie, die Kooperation mit Russland und dem dortigen Gas-Giganten Gazprom zu vertiefen, ist mittlerweile als Erfolgsfaktor anerkannt.

Die deutliche Senkung der Förderkosten und die Einsparungsprogramme machen sich bezahlt. Die Profitabilität des Konzerns stieg 2017 um 100 Prozent, während der Ölpreis nur um 20 Prozent zulegte. Der aus dem operativen Geschäft erzielte Cashflow explodierte in Seeles bisheriger Amtszeit von minus 232 Millionen 2015 auf über 1,3 Milliarden Euro zwischen Jänner und Ende September 2017.

Der erforderliche Ölpreis, um einen positiven freien Cashflow zu erzielen, sank um 50 Prozent von 70 auf 35 Dollar pro Fass. Die Nettoverschuldung sank so von vier Milliarden auf 400 Millionen Euro. Die Öl- und Gasreserven der OMV wachsen.

Das Vertrauen der Kapitalmärkte hat der Deutsche Rainer Seele offenbar zurück gewonnen: Der Aktienkurs liegt mit zuletzt rund 53 Euro sogar deutlich über den Werten der Jahre 2013 und 2014, als Öl noch fast doppelt so teuer wie jetzt war. Alleine 2017 stieg die lange gebeutelte Aktie um rund 55 Prozent, während alle großen Öl-Konzerne dieser Welt mit einem Minus oder bestenfalls pari aussteigen. „Rainer Seele hat die OMV überzeugend weiterentwickelt“, sagt Alois Wögerbauer, der den Österreich-Fonds für die 3Banken-Generali-Gruppe leitet: „Ich gestehe, ich habe die Aktie unterschätzt, weil wir bei der OMV früher dauernd Strategieschwenks erlebt haben.“

Ex-OMV-Aufsichtsratschef Rudolf Kemler, der Seele geholt hat, ergänzt: „Er hat wieder Ruhe und eine vernünftige Teamarbeit in den Vorstand hineingebracht.

Die zu Beginn vorgelegte Strategie enthielt das für fünf Jahre geplante Restrukturierungsprogramm – das nach drei Jahren aber schon mehr oder weniger abgearbeitet ist. Der Erfolg gehört aber auch der gesamten OMV-Belegschaft. „Dass die Mitarbeiter wieder stolz und selbstbewusst sein können“, bezeichnet Seele im trend als seine größte Leistung.

Zur Person

Rainer Seele wurde im September 1960 in Bremerhaven, Deutschland, geboren.

Nach seinem Chemiestudium an der Universität Göttingen heuerte er 1987 beim deutschen Chemieriesen BASF an.
1996 wechselte er zu Wintershall, der Öl- und Gastochter der BASF, wo er für die strategische Planung zuständig war.
2009 wurde Seele zum Vorstandsvorsitzenden von Wintershall ernannt.

2015 folgte er Gerhard Roiss als CEO des österreichischen Energiekonzerns OMV nach. Er ist der erste Deutsche an der Spitze von Österreichs größtem Industriekonzern. Mitte 2017 wurde Seeles Vertrag vorzeitig bis Ende August 2020 verlängert. Rainer Seele ist Präsident der Deutsch- Russischen Außenhandelskammer, Honorar- konsul von Rumänien, Beirat der Jacobs Universität in Bremen und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der OMV-Tochter Borealis.

Der Hanseate ist seit 30 Jahren verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.

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