OMV-Chef Roiss steht vor vorzeitiger Ablöse

OMV -Chef Gerhard Roiss steht einem Medienbericht zufolge vor der vorzeitigen Ablöse. Roiss sowie Vorstandsmitglied Hans-Peter Floren sollten vorzeitig abgelöst werden, berichtete die "Presse" am Donnerstag auf ihrer Homepage. Dies habe das Aufsichtsratspräsidium der OMV in einer Sitzung am Mittwoch beschlossen. Die OMV wollte sich dazu nicht äußern.

OMV-Chef Roiss steht vor vorzeitiger Ablöse

Wien. Was vor einem Monat noch unmöglich schien und von ÖIAG-Chef Rudolf Kemler heftig dementiert wurde, ist nun eingetreten: Bei der OMV kommt es offenbar zu einem Komplettumbau im Vorstand. Ganz so harmonisch dürften die vergangenen Wochen nun doch nicht gewesen sein, wie stets von seiten des Hauptaktionärs der Staatsholding ÖIAG und ihrem Chef Kemler behauptet wurde. OMV-Chef Gerhard Roiss muss gehen. Mit ihm auch Hans-Peter Floren. Zwischen den beiden dürfte mehr als nur dicke Luft mit atmosphärischen Störungen geherrscht haben. Beide müssen vorzeitig gehen, schrieb "Die Presse" am Donnerstag online.

Der am 2. April 1952 geborene Roiss ist seit Anfang der 1990er Jahre im Öl-, Gas- und Chemiekonzern leitend tätig, seit 1. April 2011 als Vorstandschef. Gerüchte um eine mögliche vorzeitige Vertragsauflösung hatten sich zuletzt verdichtet, entscheiden soll kommenden Dienstag der OMV-Aufsichsrat.

Wochenlanger Machtkampf

Gerüchte über eine eventuelle vorzeitige Ablöse von Roiss - sein Vertrag würde noch bis März 2017 laufen - hatten sich zuletzt verdichtet, nachdem im Sommer ÖIAG-Chef OMV-AR-Vorsitzender Rudolf Kemler den E&P-Vorstandsdirektor Jaap Huijskes, der aus privaten Gründen selbst 2016 den Hut nimmt, als möglichen Roiss-Nachfolger ins Spiel gebracht hatte.

Roiss selbst wiederum soll Mitte August in einem Brief an Kemler die Aufspaltung des Gas&Power-Bereichs in zwei größere Sparten gefordert haben, um den - so die Mutmaßung in Medien - "ungeliebten" Gas-Vorstand Hans-Peter Floren zu "entmachten". Dieser soll jetzt übrigens ebenfalls vor der Zeit gehen müssen, so die "Presse" online; auch sein Vertrag würde noch bis Frühjahr 2017 laufen.

Noch Mitte September hat die ÖIAG die ersten Hinweise auf Machtkämpfe in der OMV oder gar eine Ablöse von Roiss vehement dementiert. „Es gibt keine Machtkämpfe rund um die OMV sondern eine konstruktive und durch den OMV-Aufsichtsrat geführte Diskussion rund um die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens", ließ ÖIAG-Chef Kemler mitteilen. Ebenso betonte Kemler, dass die ÖIAG mit dem zweiten Hauptaktionär IPIC aus Abu Dhabi "eine gemeinsame Sichtweise im Rahmen unseres Syndikates" hätte. Eine losgelöste IPIC-Meinung in Bezug auf Personalentscheidungen gäbe es laut Kemler nicht. Die Republik Österreich hält über die ÖIAG 31,5 Prozent der OMV-Aktion, IPIC 24,9 Prozent, 43,3 Prozent sind in Streubesitz, 0,3 Prozent eigene Aktien in Händen der OMV.

Nachjustierung bei der Strategie

Zweifellos bedarf die OMV-Gasstrategie einer Überarbeitung, zuletzt hatte es hier auch Misserfolge gegeben - von der gescheiterten Lang-Version der geplanten "Nabucco"-Gasleitung über das teils auch verlustträchtige Gastrading (EconGas) bis hin zur einer früher angepeilten Kette von Gaskraftwerken von Bayern bis in die Türkei, die aus verschiedensten Gründen unrealistisch geworden ist. Die neue OMV-Gasstrategie solle in sechs bis zwölf Monaten fertig sein, hatte Roiss zuletzt Ende August erklärt.

Roiss, der in der WU Wien, in Linz und Stanford (USA) seine Wirtschaftsausbildung absolviert hatte, war 1990 mit der Leitung des OMV Marketing betraut worden und wurde Vorstandsmitglied der PCD Polymere GmbH, 1997 deren Vorstandsvorsitzender.

Seine erste Vorstandsaufgabe in der OMV-Konzernleitung übernahm Roiss 1997 - und zwar für Kunststoffe und Chemie. Im Jahr 2000 erhielt er zusätzlich den wichtigen Geschäftsbereich Exploration und Produktion (E&P) übertragen, "die" Cash-Cow des Ölriesen.

Mit Jänner 2002 avancierte Roiss zum Vize-Generaldirektor und leitete ab sofort den Bereich Refining und Marketing (R&M) samt Petrochemie. Die damals noch opportune Expansionsstrategie im Marketing (Tankstellen) und in der Verarbeitung wurde später angesichts der Raffinerie-Überkapazitäten in Europa zurückgenommen, von im CEE-Raum aufgebauten Zapfsäulen trennte man sich nach und nach wieder. Mit 1. April 2011 wurde Roiss OMV-Generaldirektor. Er ist auch Aufsichtsratschef der Rumänien-Tochter Petrom und bei der türkischen Petrol Ofisi.

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Agatha Kalandra ist seit 2016 Partnerin und Leiterin des Management-Consulting-Teams von PwC Österreich und Member of the Management Board. Sie verfügt über einen MBA in Controlling und Finance und mehr als 25 Jahre Berufserfahrung. Ihr Fokus liegt auf Finance-Transformation, HR-Transformation und Sustainability.

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