Österreichs Wirtschaft läuft wie geschmiert

Österreichs Wirtschaft läuft wie geschmiert

Österreich hat Hochkonjunktur. Die Arbeitslosenquote ist - entgegen der Behauptungen der neuen Regierung - weiterhin am sinken.

Erfreuliche Prognosen der Wirtschaftsforscher von IHS und Wifo: Österreichs Konjunktur zieht auch dank der internationalen Hochkonjunktur kräftig an, die Arbeitslosigkeit sinkt. Es ist Zeit für Reformen.

Österreichs Wirtschaft ist so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Vor allem die Unternehmen, die im Export tätig sind, bekommen die Hochkonjunktur zu spüren. Und es wird auch wieder investiert - so viel wie vor der Finanzkrise. Neben der Exportdynamik wird das Wachstum auch vom Konsum gestützt. Private Haushalte sind so konsumfreudig wie kaum zuvor. Und das Erfreuliche: Die Wirtschaft wird auch im Jahr 2018 kräftig wachsen, sogar stärker als Deutschlands Wirtschaft.

Die Wirtchaftsforscher von IHS und Wifo haben deshalb die Wachstumsziffern erneut korrigiert. Heuer und für 2018 rechnen sie mit einem Wachstum von 3,0 Prozent. Mindestens. Zuletzt hatten IHS und Wifo noch 2,8 Prozent Wachstum prognostiziert. Auch die Nationalbank hat bereits das reale BIP-Wachstum nach oben korrigiert.

Im vierten Quartal 2017 dürfte die Wirtschaft anhaltend stark zugelegt haben, und die Entwicklung werde sich im ersten Halbjahr 2018 mit ähnlicher Dynamik fortsetzen, heißt es.

Problemfall ältere Arbeitslose

Auch der Arbeitsmarkt profitiert von der Hochkonjunktur. Bis 2019 dürfte die Arbeitslosenquote laut IHS auf acht Prozent fallen. Die Arbeitslosenquote sinke zwar, bleibe aber hoch, und manche Personengruppen dürften nur zögerlich vom Aufbau der Beschäftigung profitieren, meint das Wifo. Die Lohnzuwächse drüften daher vermutlich nicht allzu kräftig ausfallen.

Einziger Wermutstropfen: Die Beschäftigung von älteren Arbeitslosen ist unverändert schwer. Wer 50 Jahre und älter ist hat - einmal arbeitslos - trotz Boomphaase Schwierigkeiten, in den Berufsalltag zurückzukehren. Wifo-Chef Christoph Badelt fordert daher, dass die "Aktion 20.000" der vorigen SPÖ/ÖVP-Regierung unter Ex-Kanzler Chrisitan Kern nicht abgeschafft wird. Die neue ÖVP/FPÖ-Regierung hat sich jedoch die Abschaffung des Programms auf die Fahnen geschrieben. "Man kann ja die Aktion auf 6.000 oder 8.000 geförderte Jobs für ältere Lamgzeitarbeitslose zurückfahren", sagt Badelt. Die Aktion sei jedenfalls vor allem bei der Altersarbeitslosigkeit eine sehr gut Möglichkeit um gegenzusteuern.

BIP-Wachstum real, Privater Konsum, Inflation und Arbeitslosigkeit 2014-2016, Prognose 2017-2019

BIP-Wachstum real, Privater Konsum, Inflation und Arbeitslosigkeit 2014-2016, Prognose 2017-2019

Im Jahr 2019 dürfte sich das Wachstum dann etwas abschwächen. Die Prognose geht in Richtung 2,2 Prozent. Das Institut für Höhere Studien (IHS), das zuletzt ebenfalls noch verhaltener war, hat die Vorhersage für heuer von 2,8 auf 3,1 Prozent erhöht, für 2018 aber leicht von 2,8 auf 2,7 Prozent zurückgenommen. Für 2019 geht das IHS von 1,9 Prozent Realwachstum aus.

Zeit für Strukturreformen

Die Hochkonjunkturphase sollte für das Erreichen eines nachhaltigen Budgetkurses und für dringend nötige Strukturreformen genutzt werden, empfiehlt das IHS. Dessen Chef Martin Kocher erklärt: "Man soll diese Phase, wir nennen das Konjunkturdividende, nutzen soll, um dringend notwendige Strukturreformen anzugehen." Ein bis zwei Jahre hätte man dazu Zeit, ohne das die Reformen schmerzen würden. Als Beispiele nannte Kocher etwa notwendige Reformen um Gesundheitsbereich.

Durch die lebhafte Konjunktur würden die Einnahmen der öffentlichen Haushalte begünstigt, so das Wifo; der Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte werde sich 2017 um einen Prozentpunkt auf -0,6 Prozent des BIP verringern, 2018 voraussichtlich -0,4 Prozent des BIP betragen und 2019 weiter auf -0,1 Prozent sinken.

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