Österreichische Post verkauft Sorgentochter trans-o-flex

Österreichische Post verkauft Sorgentochter trans-o-flex

Post-Chef Georg Pölzl gibt trans-o-flex auf.

Die Österreichische Post verkauft seine deutsche Logistik-Tochter trans-o-flex an einen strategischen Investor. Der Verkauf des Unternehmens schlägt sich mit Abschreibungen in Höhe von 125,8 Millionen Euro nieder. Der Gewinn (EBIT) ist um über die Hälfte geschrumpft. Die ehemaligen Eigentümer Amberug und Schoeller wollen die Post-Tochter zurückkaufen.

Wien. Einen Schlussstrich macht Post-Generaldirektor Georg Pölzl unter das Kapitel trans-o-flex. Die deutsche Logistiktochter hat die Erwartungen nicht erfüllt, wie man es sich auf Seiten der Konzernleitung einst vorgestellt hat. "Mit der eingeschlagenen Lösung haben wir eine klare Entscheidung getroffen, die auch eine positive Entwicklungsperspektive für die trans-o-flex darstellt,“ teilt Georg Pölzl, Generaldirektor der Österreichischen Post in einer Aussendung mit. Den Verkaufspreis und Namen des Käufers von trans-o-flex hat die Post nicht mitgeteilt.

Die Post-Tochter soll jedoch an die Ex-Eigentümer zurück verkauft werden. Die Familie Amberger, Alleingesellschafterin des Logistikunternehmens Loxxess aus Tegernsee, und die Gebrüder Schoeller hatten die trans-o-flex bereits 1995 erworben, saniert und 1998 an die Deutsche Post verkauft. Die Österreichische Post übernahm trans-o-flex dann 2006 und 2008 in zwei Schritten. Der damalige Kaufpreis betrug etwas mehr als 300 Mio. Euro.

Im Gesamtjahr 2015 folgte der Geschäftsverlauf den Trends der ersten neun Monate und zeigte damit insgesamt eine positive Entwicklung. Der Umsatz konnte von 2,36 Milliarden Euro in 2014 um 1,6 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro 2015 gesteigert. Das ausgewiesene Ergebnis (EBIT) betrug 89 Millionen Euro und ist somit nur noch halb so hoch wie im Geschäftsjahr 2014, als noch 192,9 Millionen Euro Gewinn unter Strich übrig blieben. Das Periodenergebnis 2015 beträgt 142,2 Millionen Euro bzw. 71,6 Millionen Euro nach Sondereffekten.

trans-o-flex hat in den vergangenen Jahren jeweils Verluste im einstelligen Millionenbereich geschrieben, bei einem Umsatz von zuletzt 500 Mio. Euro im Jahr 2014. Das Logistikunternehmen, das auf die Lieferung von Medikamenten sowie Elektronikartikeln an Geschäftskunden spezialisiert ist, beschäftigt 1.900 Mitarbeiter und betreibt 91 eigene Betriebsstellen in Deutschland und Österreich.

Der Verkauf von trans-o-flex führt zu einem non-cash Einmaleffekt im Konzernabschluss des Jahres 2015: Alleine 125,8 Millionen Euro muss die Post infolge des Verkaufs und Strukturmaßnahmen der Sorgentochter trans-o-flex abschreiben.

Insgesamt wurden 2015 Wertminderungen nach Sondereffekten in Höhe von 131,9 Millionen Euro vorgenommen. Die Höhe der gesamten Wertminderungen beläuft sich für das Jahr 2015 auf 131,9 Millionen Euro.

Das operative Ergebnis (vor Sondereffekten) ist laut Post-Mitteilung im Jahr 2015 um 2,6 Prozent auf 198 Millionen Euro gestiegen. Das ausführliche Konzernergebnis will die Post AG am 10. März veröffentlichen.

Die Post-Aktie hat im Verlauf des Montags um 1,24 Prozent zulegen können - am Vormittag notierte die Aktie zeitweise noch ein halbes Prozent im Minus.

trans-o-flex hat laut Post-Mitteilung einen Jahresumsatz von etwa 500 Millionen Euro erzielt. Die deutschen Kartellbehörden müssen dem Verkauf der Logistik-Tochter noch zustimmen. Mit dem Abschluss der Transaktion sei laut Post in den kommenden Wochen zu rechnen.

Weniger Briefe

Die Entwicklungen der einzelnen Divisionen entspricht trotz der Sorgentochter trans-o-flex dem Geschäftsverlauf der vorangegangenen Quartale. So konnte der Umsatz der Division Brief, Werbepost und Filialen den Umsatz um 0,9 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro erhöhen, die Division Paket & Logistik konnte um 2,9 Prozent auf 900,2 Millionen Euro zulegen.

In einer Volumensbetrachtung gibt es bei der klassischen Briefpost weiterhin einen Rückgang, der vier Prozent gegenüber dem Vorjahr beträgt. die Auslieferung von Werbesendungen/ Medienpost ist hingegen um ein Prozent gestiegen. Die Umsätze aus Filialdienstleistungen sind 2015 im Vergleich zu 2014 stabil geblieben.

Das deutsche Sorgenkind

In der Division Paket & Logistik liefert die Post unterschiedliche Ergebnisse ab. Die Sparte konnte die Umsätze um 2,9 Prozent auf 900,2 Millionen Euro steigen. Im österreichischen Paketmarkt ermöglichte die Logistik- und Servicequalität eine Volumensteigerung von acht Prozent auf 80 Millionen Pakete. Auf den internationalen Märkten entwickelte sich das Paketgeschäft laut Angaben der Post in Südost- und Osteuropa positiv. Nur in Deutschland hat die heimische Post offenbar gröbere Probleme: Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung von trans-o-flex sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

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