Österreichische Post weiter in Clinch mit türkischer Aras Kargo

Post-CEO Georg Pölzl

Post-CEO Georg Pölzl

Die Beteiligung an der türkischen Aras Kargo wird für die Österreichische Post zum Nervenkrieg. Die Post, die 25 Prozent an dem Unternehmen hält, will wie vertraglich vereinbart, weitere 50 Prozent übernehmen. Aras Kargo hingegen würde die Post lieber wieder aus dem Unternehmen hinauskaufen.

Kein Ende im Konflikt zwischen der türkischen Aras Kargo und der Österreichischen Post. Evrim Aras, CEO des mehrheitlich noch im Familienbesitz befindlichen türkischen Unternehmens, wirft der Post in einem neuen, am Wochenende verschickten Statement, vor, die vor drei Jahren abgegebenen Versprechen - darunter den Investitionsplan - nicht eingehalten zu haben. Sie wiederholt außerdem, dass das für die weiteren 50 Prozent des Unternehmens abgegebene Gebot außerdem "außerordentlich niedrig" sei.

Zur Erinnerung: Seit Monaten bemüht sich die Post (AT0000APOST4), die im Jahr 2013 eine 25-Prozent-Beteiligung an dem türkischen Paketdienstleister eingegangen ist, um die Aufstockung dieser Beteiligung. Die Post hatte mit der Familie Aras beim Einstieg eine Option auf den Erwerb weiterer 50 Prozent im Laufe des zweiten Quartals 2016 vereinbart und Mitte Juni dafür das Call Option Verfahren eingeleitet. Das Gebot richtet sich wie vertraglich festgehalten am Ergebnis des Jahres 2015.

Die Post würde, wie Sprecher Michael Homola sagt, die Anteile lieber heute als morgen übernehmen, denn der türkische Markt bietet große Chancen, auch zur weiteren Expansion in den asiatischen Raum. Im Gegenzug kontert Aras damit, die 25 von der Post gehaltenen Prozent an dem Unternehmen mit einem Aufschlag von 40 Prozent zurückkaufen zu wollen.


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Aras sieht das eigene Unternehmen als eine der wertvollsten Marken der Türkei und unterstellt der Post ein böses Spiel, das den Wert des Unternehmens schädigt. Aras hat aktuell im türkischen Paketgeschäft einen Marktanteil von rund 27 Prozent Das Unternehmen verfügt mit 820 Shops, 28 Verteilzentren und 3.500 Zustellfahrzeugen in der Türkei über ein flächendeckendes Netzwerk und beschäftigt rund 5.200 angestellte Mitarbeiter. "Wenn sie (die Post) wirklich glauben, dass das Unternehmen (Aras) das wert ist, was sie bieten, dann sollten sie unser Angebot umgehend annehmen."

Die Post hingegen hält weiter an dem Standpunkt fest, dass das abgegebene Angebot durchaus fair ist, sich die Türken an die Verträge halten sollen und Aras lediglich versucht, den Preis für die weiteren 50 Prozent des Unternehmens in die Höhe zu treiben. Generaldirektor Georg Pölzl kommentierte den Konflikt gegenüber dem trend bereits im Sommer: "Teile der Familie glauben, sie könnten ihre Verhandlungsposition verbessern, wenn sie schlechte Stimmung verbreiten und die Österreichische Post innerhalb des Unternehmens sowie in der Öffentlichkeit in Diskredit bringen. Das ist in höchsten Maßen unprofessionell. Wir erwarten uns von CEO Evrim Aras, dass sie sich an die im Jahr 2013 vereinbarten Verträge hält."

Evrim Aras, die mittlerweile auch das türkische Handelsgericht eingeschaltet hat, schreibt hingegen in ihrem neuen Statement: "Wir müssen diese Partnerschaft beenden. Es gibt kein Vertrauen mehr" und bezichtigt Post-General Pölzl, Aras Kargo öffentlich angeschwärzt zu haben. "Wir müssen entschlossene Entscheidungen für unser Unternehmen treffen", hält Aras weiter fest. Aras soll zu einer globalen Marke werden - und das ohne die Post.

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