Österreichische Post: Eine Branche wird den Internetriesen geopfert

Österreichische Post: Eine Branche wird den Internetriesen geopfert

Die Sorge von Post-Chef Georg Pölzl: "Dann wird eine Branche zugunsten von Google & Co geopfert."

Post-Chef Georg Pölzl sieht physisches Direktmarketing in Österreich durch problematische Datenschutzauslegung gefährdet.

Die jüngste Datenaffäre rund um die Österreichische Post, die für Wahlkämpfe Personendaten mit Dateiaffinitäten verkauft hat, könnte noch weitreichende Konsequenzen haben. Post-Chef Georg Pölzl sorgt sich in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin trend um die Zukunft des Direktmarketings in Österreich.

Pölzl: „Die Grundfrage ist: Sind statistisch hochgerechnete Daten persönliche Daten? Wenn solche Daten nicht mehr verwendet werden dürfen, dann gratuliere! Dann kann man auch keinen vernünftigen Streuplan für Werbemailings und keine professionelle Zielgruppenanalyse mehr machen. Dann wird eine Branche mit österreichischer Wertschöpfung von 700 Millionen Euro, davon rund 200 Millionen Euro bei der Post, zugunsten der Internetriesen Google, Facebook und Amazon geopfert. Dann wird physisches Direktmarketing auf einen Schlag zugunsten von Online-Werbung abgedreht.“

Pölzl sieht das Geschäftsmodell Adresshandel der Post gefährdet, sollte sich die Rechtsauffassung der Datenschutzbehörde und anderer Kritiker bestätigen: „Diese Diskussion muss geführt und rechtlich geklärt werden. Wenn sich unsere Position nicht durchsetzt, ist das ein Brandbeschleuniger in Richtung digitaler Werbung. Dieser Bereich wird von internationalen Playern beherrscht, die in Österreich kaum Steuern und Abgaben zahlen. Wenn so eine Entwicklung das Ziel der Datenschutzgrundverordnung ist, hielte ich das für völlig absurd.“

Der Post-CEO kritisiert auch den Umgang mit seinem Konzern in der Öffentlichkeit: „Es war und ist eine Kampagne. Damit haben sich einige Leute in Österreich profiliert. Dem Leitbetrieb Post etwas anzulasten, bringt viel Aufmerksamkeit.“ Von der Behörde wünscht er sich, „die Betroffenen zu informieren, bevor man mit den Medien redet. Ein Sperrfeuer aus dem Hinterhalt nützt niemandem.“


Das komplette Interview mit Post-Chef Pölzl lesen Sie in der trend.PREMIUM-Ausgabe 9/2019 vom 1. März 2019


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