Die reichsten Österreicher 2021: Milliardäre & Clans

Die reichsten Österreicher haben die Corona-Krise offenbar nahezu mühelos überstanden. Die 100 Reichsten besitzen mehr als 200 Milliarden Euro und damit fast zehn Prozent des heimischen Gesamtvermögens, die Hälfte davon entfällt auf die Top 10. 2021 sind junge Start-up-Millionäre in die Liga der Superreichen aufgestiegen.

Elisabeth Schaffler, Ursula Piech und Dietrich Mateschitz

Führen das trend-Ranking der 100 reichsten Österreicher 2021 an: Elisabeth Schaeffler, Ursula Piech und Dietrich Mateschitz (von links)

Nach der Coronabedingten Delle im Vorjahr sind die meisten der großen Vermögen jetzt wieder spürbar gewachsen. Mit mehr als 200 Milliarden Euro besitzen die 100 reichsten Österreicher - unter ihnen nun 46 Milliardäre - fast zehn Prozent des heimischen Gesamtvermögens. Zum Vergleich: Die gesamten österreichischen Staatsausgaben beliefen sich im Corona-Jahr 2020 auf 217,4 Milliarden Euro (+12% oder +24,4 Mrd. € gegenüber 2019).

Erstmals finden sich auch Gründer von milliardenschweren heimischen Start-ups im trend-Reichsten-Ranking der. Mit einer Bewertung von 1,4 Milliarden Euro ist GoStudent das wertvollste Start-up Österreichs. Felix Ohswald und Co-Gründer Gregor Müller, denen über Stiftungen rund 22 Prozent der Anteile zuzurechnen sind, kommen zusammen auf ein Vermögen von 300 Millionen Euro. Mit 26 bzw. 27 Jahren gehören die beiden zu den jüngsten Selfmade-Multimillionären im Land - mit einem Platz im Ranking der 100 reichsten Österreicher.

Mit 26 bzw. 27 Jahren sind Felix Ohswald (l.) und Gregor Müller die
jüngsten Selfmade-Millionäre im Ranking.

Mit 26 bzw. 27 Jahren sind Felix Ohswald (l.) und Gregor Müller die jüngsten Selfmade-Millionäre im Ranking.

Auch ein zweiter Neuzugang ist in der Start-up-Welt beheimatet. Das Gründertrio der 2014 als Kryptobörse gegründeten Tradingplattform Bitpanda bringt es mit der aktuellen Bewertung von rund einer Milliarde Euro auf ein Vermögen von in Summe über 600 Millionen Euro. Damit sichern sich die Bitpanda-Jungs eine Platzierung auf Augenhöhe mit so angesehenen und einflussreichen Industriellenfamilien wie Zimmermann oder Kapsch.

Die reichsten Österreicher und ihr Vermögen

An der Spitze im vom trend seit Jahrzehnten akribisch erstellten Reichen-Ranking gab es im Jahr 2021 einige Verschiebungen, aber grundsätzlich wenig Veränderung. Unter den ersten 15 im trend-Ranking des Jahres 2021 befinden sich acht Familien oder Familienclans. Angeführt wird das Ranking auch in diesem Jahr von den Familien Porsche und Piech , deren Beteiligungen an Volkswagen und Porsche, Finanzanlagen und Immobilienbesitz nunmehr mit einen Wert von 51,1 Milliarden Euro beziffert werden können - ein Plus von 16 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

Self-Made-Milliardäre René Benko (li) und Johann Graf

Self-Made-Milliardäre René Benko (li) und Johann Graf

Ebenfalls wieder dahinter auf Rang zwei liegt Dietrich Mateschitz , der 49-Prozent-Eigentümer von Red Bull. Das von dem mittlerweile 77 Jahre alten Unternehmer aufgebaute Imperium wird aktuell auf 16,4 Milliarden Euro taxiert

Mit Novomatic-Eigentümer Johann Graf (Rang 5; Vermögen: 5,5 Mrd. €), Immobilien- und Handels-Tycoon René Benko (Rang 6; Vermögen: 4,9 Mrd. €), Montana- und Wertinvest Eigner Michael Tojner (Rang 7; Vermögen: 4,7 Mrd. €), Immo- und Industrieboss Georg Stumpf (Rang 8, Vermögen: 4,3 Mrd. €), Finanzinvestor Martin Schlaff (Rang 13, Vermögen: 3,4 Mrd. €) und L'Occitane-International Chef Reinhold Geiger (Rang 15, Vermögen: 3,0 Mrd. €) gibt es unter den Top 15 noch sechs weitere Self-Made-Milliardäre.

Ingrid Flick

Ingrid Flick, Kopf der vier Milliarden Euro schweren Familie Flick

Die verbleibenden Spitzenplätze im Top-100-Ranking entfallen auf Familien: Elisabeth & Georg Schaffler (Rang 3, Vermögen: 9,4 Mrd. €); die Wlaschek-Erben (Rang 4, Vermögen: 5,6 Mrd. €), die Familie Flick (Rang 9, Vermögen: 4,0 Mrd. €); die Familie Swarovski (Rang 10, Vermögen: 3,6 Mrd. €); die Familie Mayr-Melnhof (Rang 11, Vermögen: 3,6 Mrd. €); die Familien Lehner (Rang 12, Vermögen: 3,5 Mrd. €) und die Brüder Kaufmann (Rang 14, Vermögen: 3,2 Mrd. €).

Das Vermögen der 15 reichsten Einzelmilliardäre und Clans summiert sich somit auf die erstaunliche Summe von 126,2 Milliarden Euro, die ersten zehn halten insgesamt ein Vermögen von 109,5 Milliarden Euro - rund fünf Prozent des Gesamtvermögens aller Österreicher


Die 15 reichsten Österreicher

Rang Name Unternehmen, Aktivitäten Vermögen (in Mrd. €)
1 Porsche & Piech, Familien Beteiligung Porsche, VW, Finanzanlagen, Immobilien 51,1
2 Mateschitz, Dietrich Red Bull GmbH (49%), Medien, Hotels, Beteiligungen 16,4
3 Schaeffler, Elisabeth & Georg Schaeffler AG, Continental AG (Autozulieferer, Reifen) 9,4
4 Wlaschek, Friederike, Karl Philipp, Marie-Luise Erben nach K. Wlaschek (Immobilien, Billa) 5,6
5 Graf, Johann Novomatic-Gruppe 5,5
6 Benko, René Immobilien (Signa-Gruppe), Handel (Signa Retail, Kika/Leiner), Medien 4,9
7 Tojner, Michael Montana Tech Components (u.a. Varta), Wertinvest) 4,7
8 Stumpf, Georg Immobilien, Industriebeteiligungen (M+W-Gruppe, exyte) 4,3
9 Flick, Ingrid & Familie Finanzvermögen aus Erbe nach F.K. Flick 4,0
10 Swarovski, Familie Glas, Kristall, Optik, Schleifmittel 3,6
11 Mayr-Melnhof, Franz & Familie Mayr-Melnhof AG (Karton, Verpackung), Ländereien, Holzwirtschaft 3,6
12 Lehner, H. & G. Familien Alpla-Gruppe (Kunststoff, Verpackungen) 3,5
13 Schlaff, Martin Finanzinvestor (z.B. RHI AG, ca. 30%) 3,4
14 Kaufmann Andreas, Christian, Michael, Erben nach H. Kaufmann; FRAPAG, Billerud, Leica 3,2
15 Geiger, Reinhold L'Occitane International SA (Kosmetik) 3,0


Die Vermögenskonzentration in Österreich

Bis 2025 wird das Gesamtvermögen der Österreicher auf 3,9 Billionen Dollar zulegen. Die schon ausgeprägte Ungleichheit wird sich weiter verschärfen.

Durch die boomenden Aktienmärkte ist das Wachstum des Finanzvermögens 2020 mit fünf Prozent auf knapp eine Billion Dollar deutlicher ausgefallen als nach Ausbruch der Coronakrise zunächst erwartet. Aber schon heute besitzen nur rund 400 Personen mehr als ein Drittel davon - keine weniger als 100 Millionen Dollar. Bis 2025 soll der Anteil dieser Gruppe auf 36 Prozent steigen. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn das Gesamtvermögen der Österreicher bis 2025 auf über 3,9 Billionen Dollar zulegt, wie der "Global Wealth Report" der Boston Consulting Group vorhersagt. Nicht zuletzt aufgrund ihrer risikoreicheren Asset-Allokation werden die Superreichen auch davon überproportional profitieren. Arbeiterkammer und Gewerkschaften fordern schon länger höhere Vermögenssteuern, weil Österreich deutlich unter dem OECD-Schnitt liegt.


Das vollständige Ranking der 100 reichsten Österreicher 2021 finden Sie in der trend. PREMIUM Ausgabe vom 25. Juni 2021

WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz

WKO-Vizepräsidentin: "Lockdown wie versprochen beenden"

Martha Schultz, Vizepräsidentin der Bundeswirtschaftskammer, appelliert …

WKÖ-Präsident Mahrer: "Lockdown-Schließungen sind skandalös"

Wirtschaftskammer Präsident Harald Mahrer kritisiert die Schließungen in …

Die Fussl-Chefs Ernst (links) und Karl Mayr: "Eigentlich dürfte es uns so gar nicht geben."

Fussl Modestraße - das unmögliche Modehaus

Kein Webshop, keine Influencer, keine Wegwerfmode: wie FUSSL MODESTRASSE …

Corona-Härtefallfonds: Antragsfrist läuft

Ab sofort können Anträge für den neuen Corona-Härtefallfonds eingebracht …