Die Zukunft der 2700 Zielpunkt-Mitarbeiter

Für die von der Insolvenz betroffenen 2700 Zielpunkt-Mitarbeiter gibt es verschiedene Optionen: Sie können sich innerhalb des Konzerns bewerben, zur Konkurrenz wechseln oder hoffen, dass die neuen Eigentümer der Filialen sie als Personal behalten.

Die Zukunft der 2700 Zielpunkt-Mitarbeiter

Nach der Insolvenz der Handelskette Zielpunkt ist offen, was mit den rund 2700 Mitarbeitern passiert. Der Masseverwalter, Anwalt Georg Freimüller, wird die Mitarbeiter heute auf einer Betriebsversammlung über ihre Rechte informieren. Optionen gibt es viele: Von einem neuen Job im gleichen Konzern über den Wechsel zur Konkurrenz bis zur Übernahme ganzer Filialen.

So hat die Pfeiffer-Gruppe angekündigt, sich um die betroffenen Mitarbeiter kümmern zu wollen, damit sie „möglichst rasch zu ihrem Geld, beziehungsweise zu einem Job kommen.“ Neben Zielpunkt gehören zur Pfeiffer-Gruppe auch die Supermarktkette Nah&Frisch, Unimarkt, sowie der Gastro-Großhändler C+C Pfeiffer – wenn es dort Stellen zu besetzen gebe, würden Zielpunkt-Mitarbeiter bevorzugt behandelt, sagt Georg Pfeiffer, Eigentümer der Pfeiffer-Handelsgruppe: "Wir gehen davon aus, dass wir auf diesem Weg rund 200 Mitarbeitern einen neuen Job anbieten können".

Man bemühe sich auch sehr, dass Zielpunkt-Lehrlinge ihre Lehre in Unimarkt- und Nah&Frisch-Filialen absolvieren können.

Gehalt und Weihnachtsgeld sollten noch vor Weihnachten kommen

Die Auszahlung der ausstehenden Novembergehälter und des Weihnachtsgelds übernimmt der Insolvenzentgeltfonds, da Zielpunkt Ende November die Zahlungsunfähigkeit erklärte. Hier zeigt sich Masseverwalter Freimüller zuversichtlich, dass das ausstehende Geld noch vor Weihnachten fließt. "Wir sind optimistisch, alle sind guten Willens", sagt er.

Die Handelskette soll bis Mitte Jänner weiterbetrieben werden, damit in diesem Zeitraum in Ruhe die Verwertung organisiert werden könne, sagt Freimüller. Währenddessen bleiben die Dienstverhältnisse der Mitarbeiter aufrecht.

Übernahme ganzer Filialen

Zudem besteht die Möglichkeit, dass mit der Übernahme der 229 Filialen durch neue Eigentümer auch die Mitarbeiter zu einem neuen Arbeitgeber wechseln. Bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) will man sich bemühen, dass so viele Filialen wie möglich einen neuen Betreiber finden, sagt BWB-Chef Theo Thanner im Ö1-„Morgenjournal“.

Fraglich ist aber, ob die neuen Eigentümer aus dem Handel kommen dürfen – denn wettbewerbsrechtlich wird es problematisch, wenn ein Handelskonzern in einem Bezirk mehr als 30 Prozent Marktanteil hat; Rewe, Spar und Hofer decken gemeinsam mehr als 80 Prozent des österreichischen Marktes ab. Interessant können die Standorte laut Thanner aber auch für andere Branchen sein, etwa Schuhhandelsketten.

Lidl startet Bewerbungsaktion

Der Konkurrent Lidl Österreich startet indes eine Recruiting-Aktion für betroffene Lidl-Mitarbeiter. Speziell für sie wurde für den 17. Dezember kurzfristig ein spezieller „Recruiting Day“ organisiert. „Wir freuen uns über Bewerbungen auf allen Ebenen, auch wenn wir natürlich nicht allen Zielpunkt-Mitarbeitern einen Job bieten können“, sagt Christian Schug, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Lidl Österreich.

Die Zielpunkt-Mitarbeiter können sich bis 13. Dezember mit einer Online-Bewerbung anmelden. Weitere Informationen dazu finden sie unter www.lidl.at/karriere.

Lehrlinge: Fixe Jobs bei der Konkurrenz

Gute Nachrichten gibt es für die Jungen: Die 69 Zielpunkt-Lehrlinge können ihre Ausbildung fix bei einem der anderen Lebensmittelhändler fortsetzen. Die Geschäftsleitungen der Handelsunternehmen Rewe, Spar, Hofer und Lidl hätten bereits ihre Zusage für die Übernahme der Zielpunkt-Lehrlinge gegeben, gaben Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Mittwoch bekannt.

Wiener Beschäftigte, die sich neu orientieren wollen, können sich an den waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) wenden. Das Land Wien finanziere die Aus- und Weiterbildung, vom Lehrabschluss bis hin zu einer vollständig neuen Berufsausbildung, teilt waff-Vorstandsvorsitzende Tanja Wehsely mit.