Oberösterreich: Das Wunderland verliert den Zauber

Die Region ob der Enns, lange Zeit der stärkste Motor von Österreichs Wirtschaft und das bedeutendste Zentrum der Industrieproduktion, gerät ins Stottern.

Oberösterreich: Das Wunderland verliert den Zauber

Auch im Wirtschaftswunderland Oberösterreich hat die seit drei Jahren andauernde Konjunkturflaute schmerzhafte Spuren hinterlassen. Der Standort sackt ab, das Bruttoregionalprodukt, das im Vorjahr bei etwa 56 Milliarden Euro oder gut 39.000 Euro pro Kopf (Platz fünf hinter Wien, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) lag, dürfte heuer bloß um 0,4 zulegen.

Die Zahl der Betriebsgründungen ist in Oberösterreich seit 2005 rückläufig, während sich die Arbeitslosenquote zwischen 2011 und 2015 verdoppelt hat (siehe Grafiken). Zwar liegt die am Standort konzentrierte Industrie mit Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von knapp 1,6 Milliarden Euro immer noch an Österreichs Spitze. Doch immer wieder, etwa von Seiten des Voestalpine-Chefs Wolfgang Eder, drohen große Unternehmen wegen rigider Umweltauflagen und bürokratischer Barrieren, etwa bei ermüdend langen Anlagenbewilligungsverfahren, mit Produktionsverlagerungen.

Innerhalb der EU belegt die Industrieregion ob der Enns lediglich Platz 49 und klagt vor allem über zu wenig akademischen Nachwuchs in den mathematisch-naturwissenschaftlichen MINT-Fächern und einen Mangel an technischen Fachkräften. Auch für 2016 wird bloß ein Wachstumsplus von 1,6 Prozent erwartet, also ein etwas geringerer Wert als bei den landesweiten Prognosen. Um das abzufedern, hat die schwarz-grüne Landesregierung vor einigen Monaten ein Konjunkturpaket in der Höhe von 850 Millionen Euro verabschiedet.

Lesen Sie dazu ein Interview mit Bruno Buchberger, Gründer des Softwareparks Hagenberg, im aktuellen FORMAT Nr. 37/2015
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