Weinernte 2014: Zum Weinen

Weinernte 2014: Zum Weinen

Wein braucht zum Reifen schöne, warme Tage. Die waren im Sommer 2014 Mangelware.

Die Statistik Austria hat den Ergebnisbericht zur Weinernte 2014 veröffentlicht. Demnach ist die Ernte so schlecht ausgefallen wie seit Jahren nicht. Unter dem Strich steht ein Minus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders schlecht ist die Rotweinernte: Gegenüber dem Jahr 2013 gibt es beinahe ein Drittel weniger Rotwein.

Unter Österreichs Winzern gibt es gegenwärtig keinen besonderen Anlass zur Weinseligkeit. Der Schlechtwetter-Sommer des vergangenen Jahres, der schon der Tourismusindustrie die Bilanz verhagelt hat, spiegelt sich auch im nun von der Statistik Austria veröffentlichten Ergebnisbericht zur Weinernte des Jahres 2014 wider.

Hinter der mageren Ausbeute steht der seit einem Jahrzehnt kühlste und verregnetste Sommer 2014, der dem Rekordsommer von 2013 - dem sechstwärmsten seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen im Jahr 1767 gefolgt war. Auf einen zu trockenen Juni folgten ein zu nasser Juli und August mit um jeweils 15 Prozent überdurchschnittlichen Niederschlägen, seltenen wirklich sommerlichen Temperaturen. Besonders der August war mit einem Minus von 25 Prozent außerordentlich trüb verlaufen und auch im September wollte sich kein anhaltendes Spätsommer-Hoch einstellen.

Nachdem sich das erhoffte sonnige und trockene Herbstwetter letztlich auch nicht einstellte, waren massive Ernteausfälle durch Traubenfäule unausweichlich. Angesichts der widrigen Umstände haben die heimischen Winzer noch das bestmögliche Ergebnis erzielt. Am besten konnten sich noch Weißwein-Spezialisten behaupten. Mit 1,4 Millionen Hektolitern liegt die Menge des in Österreich produzierten Weißweins um nur neun Prozent unter der des Jahres 2013.

Roter Qualitätswein Mangelware

Die auf Rotwein spezialisierten Winzer mussten dagegen erhebliche Ernteausfälle hinnehmen. Unter dem Strich konnten sie um 29 Prozent weniger Wein produzieren als im Jahr 2013. Die Gesamtmenge des in Österreich produzierten Rotweins liegt im Jahr 2014 bei 643.800 Hektolitern.

Den niederösterreichischen Rotwein-Spezialisten hat es die Ernte besonders stark verregnet. Im Weinviertel liegt die Menge des produzierten Rotweins um 39 Prozent hinter dem Vorjahr zurück, im Bereich Wagram um 36 Prozent. Über alle Weinbaugebiete Niederösterreichs bleibt ein Minus von 33 Prozent gegenüber 2013

Auch in Österreichs wichtigstem Rotwein-Anbaugebiet, dem Burgenland, ist es den Winzern nicht viel besser ergangen. Sie konnten um ein Viertel (26 Prozent) weniger Wein als im Jahr davor produzieren, im Fünfjahresschnitt liegt die produzierte Menge um ein Fünftel (21 Prozent) unter normal. Ein ähnliches Bild bot die Steiermark wo ein deutlicher Rücklauf bei Rotwein (-22 Prozent) ein Minus von 6 Prozent bei Weißweinen gegenübersteht.

Rote Qualitäts- und Prädikatweine aus dem Jahrgang 2014 werden daher Mangelware bleiben. Der Jahrgang 2014 fällt generell mit geringeren Zucker und Alkoholanteilen aus, im Top-Segement können einige Sorten nur in geringen Mengen angeboten werden. Unter dem Strich bleibt bei den hochqualitativen Weinen ein Minderangebot von 25 Prozent gegenüber dem Jahr 2013. Allerdings müssen Weinliebhaber dennoch nicht fürchten, dass die guten Tropfen möglicherweise gar nicht mehr verfügbar sind. Aus den Vorjahren gibt es noch einen beträchtlichen Lagerbestand. In Summe sind laut Statistik Austria noch 2,1 Millionen Liter Qualitäts- und Prädikatweine eingelagert. Wenn die nächsten Sommer nicht ebenso verregnet sind wie der des Jahres 2014, wird man einander also noch länger genussvoll zuprosten können.

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