Nachhaltigkeit: Österreich punktet mit erneuerbarer Energie

Die Industrieländer drohen die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen verfehlen. Eine Studie zeigt: Österreich punktet beim Anteil erneuerbarer Energie, bemängelt werden die Luftverschmutzung und der hohe Materialverbrauch.

Nachhaltigkeit: Österreich punktet mit erneuerbarer Energie

Österreich handelt vorbildhaft bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Bei der Luftverschmutzung gibt es allerdings noch viel Aufholbedarf.

Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die die Millennium-Entwicklungsziele ablösen sollen, sind noch nicht einmal beschlossen. Wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, drohen die Industrieländer aber jetzt schon, diese zu verfehlen. Österreich belegt Platz zwölf von insgesamt 34 untersuchten Ländern. Skandinavien führt die Liste, wie erwartet, an.

Im Gesamtranking liegt Schweden auf dem ersten Platz, gefolgt von Norwegen, Dänemark, Finnland und der Schweiz - sie könnten also die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) am ehesten erreichen. Deutschland belegt den sechsten Platz. Am schlechtesten bewertet werden Mexiko, die Türkei und Ungarn - aber auch Chile, Griechenland, die USA und Israel liegen auf den hinteren Plätzen.

Besonders gut schneidet Österreich mit dem sechsten Platz beim Punkt Erneuerbare Energie ab. Ein "lobenswerter" Anteil von 30,6 Prozent des gesamten Energieverbrauches käme aus Erneuerbarer Energie, so die Studie. Auch sei der Ausstoß von Treibhausgasen vergleichsweise gering, wenngleich sich Österreich noch immer "weit hinter dem Spitzenreiter Schweden" befindet. Im Bereich Abwassermanagement ist die Alpenrepublik nach Ansicht der Stiftung hingegen top.

Luftverschmutzung und Materialverbrauch in Österreich hoch

Bemängelt wird, dass in Österreich der soziale Status im Bereich Bildung weiterhin sehr bestimmend ist. Für Schüler aus sozial schlechter gestellten Schichten sei es schwieriger, "aufzuholen". Bei dem Indikator Bildung liegt Österreich deshalb nur auf Platz 29 der 34 untersuchten Länder. Auch im Punkt Luftverschmutzung kommt Österreich nur auf den 29. Rang. Ebenso "besorgniserregend": Mit 21,7 Tonnen pro Kopf ist der Materialverbrauch relativ hoch - Österreich befindet sich auch hier im letzten Drittel der untersuchten Länder.

Insgesamt waren 34 Indikatoren - darunter Umweltschutz und Wachstumsaussichten, aber auch Kriminalität und Sozialsystem - für die Untersuchung der Bertelsmann Stiftung ausschlaggebend. Sie zeigen, wie weit die Länder bei der Umsetzung der Ziele bereits sind. Es handelt sich um die "weltweit erste systematische Untersuchung zum gegenwärtigen Status" der Länder, hieß es in einer Aussendung.

"Unsere Untersuchung ist der erste Stresstest für die Industriestaaten zu den neuen Zielvorgaben. Danach können wir uns als die reichen Länder mit unserer wachsenden sozialen Ungleichheit und Ressourcenverschwendung nicht mehr länger als die Lehrmeister der Welt darstellen", erklärte Stiftungschef Aart De Geus. "Wir können in der Analyse erkennen, wo auch wir unsere Hausaufgaben machen müssen. Und zudem zeigt sie uns, wo die Industriestaaten bereits jetzt Gefahr laufen, die neuen Nachhaltigkeitsziele zu verfehlen", warnte er.

Die SDGs sollen Ende September im Rahmen der UNO-Generalversammlung in New York beschlossen werden. Die 17 Nachhaltigkeitsziele sollen bis 2030 gelten.