Schladming Ski WM: Vernichtende RH-Kritik

"Keiner der Beteiligten an der Vorbereitung und Durchführung der Ski WM Schladming 2013 hatte einen Überblick über die Investitionen", so die RH-Kritik. Von Mängel im Projektmanagement über Kostenkontrolle bis hin zur Koordination: Die Managementfehler im Überblick.

Ski WM Schladming 2013: Hohe Ausgaben, mangelnde Kostenkontrolle, so das Prüfergebnis.

Ski WM Schladming 2013: Hohe Ausgaben, mangelnde Kostenkontrolle, so das Prüfergebnis.

Vor allem das Land Steiermark, als bedeutendsten Finanzmittelgeber der Ski WM in Schladming, als auch das Verteidigungsministerium, kritisiert der Rechnungshof in seinem aktuellen Bericht massiv. Das Land Steiermark hat für diesen Großevent Mittel in Höhe von 152,8 Millionen Euro locker gemacht. 247,7 Millionen Euro kamen von der öffentlichen Hand. Insgesamt wurden 415,7 Millionen Euro investiert. Doch nach der Prüfung des Einsatzes dieser Mittel fällt der Rechnungshof ein vernichtendes Urteil: "Keiner der Beteiligten an der Vorbereitung und Durchführung hatte einen Gesamtüberblick über die dafür investierten Mittel". Auch die Planai–Hochwurzen–Bahnen Gesellschaft steht nach dem Prüfbericht nicht gut da.

Sieben Gremien agierten unkoordiniert

Das Land Steiermark und das Verteidigungsministerium haben, laut dem Urteil des Rechnungshofs, kein angemessenes Projektmanagement für die Ausrichtung der Alpinen Ski Weltmeisterschaft (Ski WM 2013) implementiert. Sieben Gremien zur Organisation und Koordination agierten in vielen Bereichen unabhängig voneinander, der Gesamtüberblick und die Gesamtkoordination fehlten.

Mangelnde Entscheidungsgrundlage für Förderung

Das Land Steiermark und das Verteidigungsministerium beschlossen die Höhe der Förderungen der notwendige Infrastruktur auf Basis der mangelhafter Daten, so das Prüfergebnis des Rechnungshofs. Denn schon die Beurteilung durch den ÖSV–Bauausschuss war laut den obersten Prüfern mangelhaft. Laut RH waren weder die Entscheidungen über Förderungen nachvollziehbar, noch lag diesen eine vollständige Überprüfung der Notwendigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit zugrunde.

Skiverband mit Geld überhäuft

Das Land Steiermark und das Verteidigungministerum zeigte sich darüber hinaus noch in anderen Bereichen spendabel: Sie förderten auch Projekte, obwohl sie nicht Bestandteil der Bewerbung für die Ski WM 2013 waren, oder Projekte, für die der Veranstalter, der österreichische Skiverband, ohnehin ein Entgelt vom Internationalen Skiverband erhielt.

Touristischer Nutzen der Megainvestitionen nach WM nicht ersichtlich

Vielfach wurden die hohen Ausgaben auch damit gerechtfertigt, dass die Investitionen sich auch nach der WM touristisch nutzen lassen würden. Nur, eine nachhaltige touristischen Wirkung, der für die Ski WM 2013 investierten öffentlichen Finanzmittel, konnte der Rechnungshof bisher nicht erkennen.

Bau der Zielstadtion: Mängel so weit das Auge reicht

Nicht gut weg, kommt im aktuellen Berichtsvorlagen des Rechnungshofs auch die Planai–Hochwurzen–Bahnen Gesellschaft. Diese wickelte die Bauvorhaben Talstation und Servicedeck für das „Zielstadion“ ab. Die Vorbereitungen zur Ski WM 2013 erfolgten zwar zeitgerecht, nur ihre Bauherrnaufgaben nahm die Gesellschaft nur mangelhaft war, so die Kritik des Rechnungshofs. Die Liste der Mängel ist lang: Von Projektorganisation, Maßnahmen zum Anti–Claimmanagement und zur Korruptionsprävention, Kostenplanung bis hin zur Vergabe und Abrechnung der Leistungen.