RH: OÖ baut Medizin-Uni ohne Bedarf

Laut einer Studie ist keine neue Universität für Medizin notwendig, Oberösterreich baut in Linz dennoch eine, bemängelt der Rechnungshof in seinem jüngsten Bericht. Weitere Kritik: Land und Gemeinden werden dafür zu Unrecht zur Kasse gebeten. Warum die Zahl der auszubildenden Ärzte steigt, diese aber nicht in Österreich bleiben.

40 Prozent der Medizinstudenten an der neuen Meduni in Linz stammen aus dem Ausland.

40 Prozent der Studenten an der neuen Meduni in Linz stammen aus dem Ausland.

Die nach der Entschließung des Nationalrats veröffentlichte und vom Bund beauftragte Ärztebedarfsstudie enthielt zahlreiche strukturelle Empfehlungen zur nachhaltigen Sicherung des österreichischen Gesundheitswesens. Keine davon betraf jedoch die Errichtung einer neuen medizinischen Universität oder Fakultät.

Land zahlt Millionen, obwohl für die Finanzierung der Bund zuständig ist

Die dennoch - als fünfter Standort medizinischer Universitätsausbildung in Österreich - errichtete Medizinische Fakultät der Universität Linz soll bis 2027 rund 630 Millionen Euro kosten. Davon stammen rund 187 Millionen Euro vom Land Oberösterreich und von den oberösterreichischen Gemeinden, obwohl diese Gebietskörperschaften nach der Bundesverfassung für die Finanzierung von Universitäten nicht zuständig waren.

40 Prozent der Studenten stammen aus dem Ausland - Oberösterreich zahlt

Das Studium an der medizinischen Fakultät Linz startete im Wintersemester 2014/2015; 58 Prozent der zugelassenen Studierenden stammten aus Oberösterreich. Das bedeutet im Umkehrschluss: Nur etwas mehr als die Hälfte der von Oberösterreich getätigten Investitionen kommt auch tatsächlich Oberösterreichern zugute.

Aus dem hohen Ausländeranteil an Österreichs medizinischen Universitäten, ergibt sich neben den hohen Finanzierungskosten ein weiteres Problem. Der Rechnungshof in seiner Analyse:Österreich bildet zwar in erheblichem Ausmaß Ärzte aus, jedoch für das Ausland. diese stellen sich aber nach dem Studium Österreich nicht mehr in den Dienst des Landes. Bis zu rund 40 Prozent der Absolventen eines Jahrgangs standen für die ärztliche Versorgung in Österreich nicht zur Verfügung.