Rapid Wien hat zweite Million via Crowdinvesting eingesammelt

Gleich zwei weitere Limits auf einmal hat der Wiener Fußball-Traditionsklub nun gepackt. Zwei Millionen Euro sind bereits per Crowdinvesting eingenommen. Und ein InvesTOR hat das maximale Limit erreicht. Fast 1100 Investoren geben Rapid Wien Kredit.

Rapid Wien hat zweite Million via Crowdinvesting eingesammelt

Einen Schwarm von Geldgebern hat Rapid Wien am 23. November gerufen, um mittels Crowdfunding-Initiative das neue Stadion mitzufinanzieren.

Auch abseits des grünen Rasens, ist Rapid Wien auf Erfolgskurs, wenn es etwa um die Finanzierung des neuen Stadions geht. Der Wiener Traditionsverein geht - wie bereits berichtet - zur Finanzierung des 53 Millionen Euro teuren "Allianz Stadion" neue Wege. Und klopft an das Herz des Rapid-Fans und Investoren, die dem Klub ein Darlehen geben. Von den maximal drei Millionen Euro, die Rapid einnehmen will, sind bereits nach weniger als vier Wochen bereits zwei Millionen Euro eingenommen.

Der Kurzläufer InvesTOR 5 (auf fünf Jahre, Laufzeitende: 31.12.2020) ist seit Freitag bereits voll ausgeschöpft. Das maximale Limit von 1 Million Euro ist lange vor Ende der Angebotsfirst im März erreicht. Die beiden anderen Finanzprodukte (sieben und neuen Jahre Laufzeit, Laufzeitende 31.12.2022 und 31.12.2024) bringen es nun zusammen auf über eine Million Euro. Rund 1070 Investoren haben bereits die Produkte gezeichnet und somit Rapid einen günstigeren Kredit verschafft als Banken. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis 1. März 2016. Mit heutigem Sonntag hat Rapid die Zwei-Millionen-Grenze geknackt: 2.007.900 Euro (Stand: 20.12.2015 - 12.30 Uhr) wurden bereits innerhalb von weniger als vier Wochen eingesammelt.

In drei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten (fünf, sieben und neun Jahre) und Zinsen - zwischen 2,0 und 3,0 Prozent - wurde das Finanzprodukt Rapid InvesTOR im November aufgelegt. Pro Tranche sollen bis zu 1 Millionen Euro eingenommen werden. Zinsen zahlt Rapid dann, wenn freilich genug Geld in der Kasse ist und kein negatives Eigenkapital zu Buche steht. Heuer hat Rapid Wien nur magere 50.344 € Gewinn erzielt. Im kommenden Jahr sollen es laut Rapid-CEO Christoph Peschek einen "Gewinn in siebenstelliger Höhe" werden, unter anderem Dank der Einnahmen aus der UEFA Europa League.

Der Mindestbetrag für den Anleger und somit Kreditgeber beläuft sich auf 100 Euro. Es handelt sich dabei rechtlich um ein nachrangiges Darlehen, das der Anleger dem Traditionsklub zur Verfügung stellt. Heißt: sollte Rapid in massive Finanznöte kommen, ist das Geld faktisch weg, wie es Rapid-Präsident Michael Krammer eingeräumt hat.

Via Crowdfunding mit der Online-Plattform conda.at wickelt der Klub die Crowdfunding-Intitiative ab. Es ist bisher das größte Crowdfunding-Projekt Österreichs und um zeitlichen Ablauf das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt Österreichs.

Der Zinszahlungstermin ist jeweils im Dezember - beginnend im kommenden Jahr mit 31.12.2016. Allerdings ist der Basiszins etwas mager. Nur bei internationalen Erfolg steigt auch die Rendite und die Ausschüttung. Bei einem Finaleinzug in der Euro League würden somit weitere 3,5 Prozent Bonuszahlungen dazu kommen. Im Fall der UEFA Champions League-Teilnahme würden zum Basiszins sogar noch zusätzlich bis zu acht Prozent Bonuszinsen bei einem Finaleinzug winken (siehe Grafik, u.) .

Zum Erfolg verdammt

Rapid ist also in jeder Hinsicht zum Erfolg verdammt: Der Erfolg und somit die Zahlungsströme für den Schuldenabbau sollen so möglichst lange konserviert werden. Damit hohe Einnahmen erzielt werden, heißt es auch in der österreichischen Meisterschaft und im ÖFB-Pokal zu siegen, um an die internationalen Geldtöpfe zu kommen. Und nur damit kann immer genug Geld in der Kasse gespült werden, um die Kredite bei Banken und Investoren zu bedienen.

Der Erfolg ist letztendlich auch notwendig, um auch hohe Spielergehälter zu bezahlen, damit eine Abwanderung der Top-Spieler etwa nach Deutschland und vor allem nach England verhindert werden kann. Die Vorgabe eines weiteren Ziels ist daher auch mehr Pflicht als Kür: Die Etablierung unter den Top-50-Vereinen Europas bis zum Jahr 2019. Womit der Ball wieder bei den Spielern liegt.

Mehr internationaler Erfolg von SK Rapid Wien, bedeutet mehr Einnahmen, aber auch mehr teilen. Viele Tore und Siege in europäischen Wettbewerben bedeutet zusätzliche Zinsen für Crowd-Investoren.


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