Radikalkur für die Volksbanken

Der Volksbankensektor wird total umgebaut. Knallhart sind die Managementvorgaben: Weniger Jobs, weniger Filialen, weniger Produkte - und unbedingt ein Gewinn.

Radikalkur für die Volksbanken

Gerald Fleischmann: "Unser Kreditportfolio ist jetzt sauber."

Es ist ein ambitioniertes Programm. Binnen fünf Jahren will Gerald Fleischmann einen Bankensektor komplett umbauen. Bei den Volksbanken soll kein Stein auf dem anderen bleiben. Das hat der 46-Jährige seinen Kollegen bereits sanft kommuniziert. "Wir sind zum Erfolg verdammt", sagt Fleischmann, der seit Juni an der Spitze der Volksbank Wien steht. "Wir haben keine andere Wahl." Als neuer Chef der neuen Zentralorganisation der Genossenschaftsbanken wird Fleischmann konsequent durchgreifen. "Wir standen vor dem Abgrund. Das soll nie wieder passieren", sagt er. "Das zu gewährleisten, ist meine Aufgabe."

Der Masterplan für den landesweiten Umbau steht fest und wurde FORMAT exklusiv präsentiert. Das neue Rezept für die Volksbankensanierung enthält scharfe Zutaten: Filialschließungen, Personalabbau und eine kleinere Produktpalette. Die Volksbanker, die früher mit einem absurden Bauchladen herummarschierten, sollen Nischenplayer werden. Gehobene Privatkunden und der KMU-Bereich sind die Zielgruppe.

"Bäcker, Tischler und Kaffeehausbesitzer sowie reiche Gewerbetreibende wollen wir ansprechen", sagt Fleischmann. Um die restlichen Kunden sollen sich Bawag, Raiffeisen und Sparkassen streiten. Zudem soll die Bank kapitalmarkttauglich und investorenfreundlich werden. VB-Bonds sind derzeit Ramschanleihen. Das soll bald ein Ende haben.

130 Volksbanken-Vorstände

... sollen innerhalb von 18 Monaten auf weniger als 30 geschrumpft werden.

3.500 Mitarbeiter

... bis 2020 sind das Ziel. Aktuell sind etwa 4.500 Personen im VB-Verbund beschäftigt.

360 Filialen

... soll es maximal geben. Zurzeit werden die Kunden über 480 Zweigstellen serviciert.


Zur Person: Gerald Fleischmann

Vorstandsvorsitzender des neuen Spitzeninstituts Volksbank Wien

Gerald Fleischmann studierte Technische Mathematik an der TU Graz und startete 1994 seine Berufslaufbahn im Geldhandel der GiroCredit, dem damaligen Spitzeninstitut des Sparkassensektors. Nach einem kurzen Abstecher bei der RBB Bank machte er ab 1997 in der Erste Group eine steile Karriere. Vor seinem Wechsel zu Volksbank Wien war er Vorstandsvorsitzender der Salzburger Sparkasse. Fleischmann ist 46 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder.

Die ganze Geschichte lesen Sie im FORMAT Nr. 50/2015 vom 11.12.2015
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