Praxistest Helpling: Das Uber der Reinigungsdienste

Das Uber-Modell macht auch bei Reinigungsdiensten Schule: Ein Praxischeck offenbart die Schwächen der Internetvermittlung.

Praxistest Helpling: Das Uber der Reinigungsdienste

Die Idee klingt bestechend. Eine Putzkraft, die versichert ist, gut reinigen kann und zum vereinbarten Zeitpunkt ihren Job macht - und über Internet vermittelt wird. Das zum deutschen Rocket-Internet-Konzern gehörende Portal Helpling verspricht genau das.

Die Stundenpreise von 13,90 bis 14,90 Euro scheinen auf den ersten Blick fair. Auf der einfach zu bedienenden Helpling-Website werden ein Kundenkonto eingerichtet und der Termin mit einem Helpling vereinbart. Der Kunde erhält eine Terminbestätigung. Auf telefonische Anfragen im Servicecenter reagiert man professionell und hilfsbereit. Zumindest die virtuellen Helfer scheinen gut geschult und freundlich. Die Realität am Einsatzort sieht oft anders aus.

  • Einmal läuten zwei Helplinge an der Tür, obwohl natürlich nur einer bestellt war und bieten an, die Arbeit in der halben Zeit zu erledigen
  • Ein anderes Mal gibt der Helpling vor Beginn der Arbeit zu verstehen, dass das Pensum in dieser Zeit keinesfalls zu schaffen sei - obwohl das eine andere Reinigungskraft seit Jahren genau so erledigt hatte
  • Der Helpling bietet an, das Ganze danach "schwarz“ zu Ende zu führen. Das Angebot, den Internetvermittler direkt auszuschalten, kommt nicht nur einmal
  • Ein anderes Mal verspätet sich der Helpling, wieder ein Neuer. Der Kunde wartet vergeblich und ruft im Servicecenter an. Dort gibt es offensichtlich vorbereitete Standardausreden für solche Fälle: "Der Helpling ist mit seinem Sohn im Krankenhaus …“. Als der Helpling dann doch noch erscheint, stellt sich heraus, dass es keinen Sohn gibt. Das wirkt nicht vertrauenserweckend

Fazit: Im Check war es selbst über einen längeren Zeitraum nicht möglich, einen Helpling zu gewinnen, der einen Putzauftrag dauerhaft annehmen konnte oder wollte. Ähnliche Beobachtungen sind in einer Vielzahl in einschlägigen Internetforen dokumentiert - und sicher nicht nur auf zu anspruchsvolle Kunden oder die böse Konkurrenz zurückzuführen.

Lesen Sie den ganzen Artikel in FORMAT Nr. 37/2015.
Zum Inhaltsverzecihnis und ePaper-Download