Casinos Austria: Prager Passionsspiele

Beim Casag-Spiel werden die Tschechen vom Pech verfolgt. Plötzlich sind sie im Visier ausländischer Glücksspielbehörden. In der Casag werden sie ausgegrenzt.

Casinos Austria: Prager Passionsspiele

DAS TSCHECHISCHE TRIO kämpft mit allen Mitteln um die Vormacht in der Casinos Austria. Stepan Dlouhy (l.) vertritt die Interessen der Milliardäre Karel Komarek (M.) und Jiri Smejc.

Nur elf Prozent der Aktien, aber hundert Prozent Ärger. Den Einstieg bei den Casinos Austria (Casag) haben sich Karel Komarek und Jiri Smejc wohl anders vorgestellt. Der Widerstand gegen die tschechischen Milliardäre ist gewaltig, wie das FORMAT vorliegende Protokoll der außerordentlichen Casag-Hauptversammlung vom 5. Oktober 2015 belegt. Smejc hat das in einem Reuters-Interview bereits kritisiert: "Die Situation scheint uns unerhört. Wir haben das Gefühl, wir werden durch das Vorgehen des österreichischen Finanzministeriums diskriminiert."

Gegen einen Einstieg der tschechischen Unternehmer ist nicht nur das Ministerium, das über die staatliche Beteiligungsholding ÖBIB 33,2 Prozent an der Casag hält. Auch die MTB-Stiftung von Maria Theresia Bablik (16,8 Prozent), das Bankhaus Schelhammer & Schattera (5,1 Prozent) und die anderen Aktionäre (Raiffeisen, Uniqa, Hotel Sacher) wollen sie nicht.

Einzig die Donau Versicherung der Vienna Insurance Group, die über die Zwischenholding CAME (Kürzel steht für: Casinos Austria Medial Holding) indirekt 11,36 Prozent an den Casinos kontrolliert, machte Mitte September die Tür auf - womit der ganze Ärger erst losging.

Der Tschechen-Plan, die Casag schrittweise zu übernehmen, ist de facto gestorben.

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Die ganze Geschichte lesen Sie im FORMAT Ausgabe 46/2015.
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