Die Post will Pakete vor der Haustür abstellen

Mit neue Paketboxen vor den Haustüren will die Österreichische Post die Zustellung von Paketen vereinfachen. Ab dem Sommer werden den Kunden entsprechende Boxen angeboten.

Die Post will Pakete vor der Haustür abstellen
Die Post will Pakete vor der Haustür abstellen

Post-CEO Georg Pölzl

Die Österreichische Post verbessert die Paketzustellung. Im Sommer des kommenden Jahres werden Empfangsboxen angeboten, die die Kunden vor der Haustür abstellen können. Der Verschlussmechanismus entspricht dem der bereits vorhandenen fast 12.000 Empfangsboxen in Wohnhausanlagen. Des weiteren werden ab März 2016 die Landabgabekästen um Empfangsboxen erweitert.

Für die Boxen für ländliche Gegenden läuft bereits seit September ein Pilotversuch in Leibnitz und Wörgl. Bei den Haustür-Empfangsboxen ist noch die Typenentscheidung ausständig, dementsprechend lässt sich auch noch kein Preis dafür nennen. Die schon vorhandenen Boxen in Mehrparteienhäusern kosten in der mittleren Ausführung 189 Euro pro Stück.

Noch keinen Zeitplan gibt es für die Kofferraumzustellung - also das Hinterlegen von Paketen im Pkw des Kunden. Die Zielgruppe dafür sind gewerbliche Nutzer wie zum Beispiel Außendienstmitarbeiter, die sich Ersatzteile über Nacht in den Dienstwagen legen lassen, so Post-Chef Georg Pölzl am Donnerstag bei der Präsentation der Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des heurigen Jahres.

Billige Geschäftsbriefe

Eine weitere Neuerung ist der "Billig-Brief" für Geschäftskunden, die es mit der Zustellung nicht so eilig haben. Derzeit werden 95 Prozent aller Standardbriefe (E+1) am nächsten Tag zugestellt. Gewerbliche Versender wie Banken und Versicherungen hätten es aber oft nicht so eilig, würden aber gerne günstiger verschicken, so Pölzl. Für diese wird es im Laufe des nächsten Jahres ein Angebot für Briefe geben, die innerhalb von vier Tagen ausgeliefert werden (E+4). Für Privatkunden, die rund zehn Prozent des Briefgeschäftes der Post ausmachen, ändert sich nichts. Auch eine Tariferhöhung für E+1 sei nicht angedacht.

Der Briefmarkt hat sich in den ersten neun Monaten des heurigen Jahres stabilisiert, nicht zuletzt wegen der Gemeinderatswahlen in Wien. Fast 24 Prozent der abgegebenen Stimmen stammten laut Post von Wahlkarten. Der Paketbereich legte dank Online-Handel um 2,5 Prozent zu. Dies spiegelt sich auch in den Abholstationen der Post wieder: Im September wurden 93.000 Sendungen gezählt.

Weiter rückläufig ist der Personalstand der teilstaatlichen, börsenotierten Post. Gab es im Vorjahr noch 24.005 Postler (umgerechnet auf Vollzeitkräfte), so sind es mittlerweile nur mehr 23.578. Knapp 814 Mio. Euro gab die Post in den ersten drei Quartalen für ihre Mitarbeiter aus. Zuletzt hat die Post wieder verstärkt auf Teilzeitmodelle bzw. Sonderurlaube (Sabbatical) gesetzt.

Unterm Strich lief das heurige Jahr für die Post sehr solide, das soll sich laut Pölzl weiter fortsetzen. "Für 2016 streben wir eine stabile operative Ergebnisentwicklung an", so Pölzl. Das "unsichere Marktumfeld" - sprich der Einstieg der Deutsche Post-Tochter DHL ins Privatkunden-Paketgeschäft - erhöhe aber die Prognosebreite. Der Umsatz 2016 werde demnach um ein bis fünf Prozent zulegen.

Von Jänner bis September 2015 hat der Umsatz um 1,1 Prozent auf 1,75 Mrd. Euro zugenommen. Das Ergebnis vor Steuern legte um 5,9 Prozent auf 137,8 Mio. Euro zu. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens, das sich zu 53 Prozent im Staatsbesitz befindet, liegt weiterhin bei beachtlichen 42 Prozent.