Pitch Decks: So wird die Startup-Präsentation zum Erfolg

Start-ups haben oft nur wenige Minuten Zeit, um ihre Idee bei Kunden oder Investoren zu präsentieren. Wer sich hier mit einem Pitch Deck vorbereitet, ist klar im Vorteil. Format.at zeigt, worauf es dabei ankommt.

Thema: Start-ups
Pitch Decks: So wird die Startup-Präsentation zum Erfolg

Wenn Start-ups um die Gunst von Kunden, Förderstellen und Investoren buhlen, dann haben sie dafür meist nur wenig Zeit – es gilt, in ein paar Minuten einen guten Eindruck zu machen. Unabdingbar dafür sind sogenannte „Pitch Decks“: Eine Ansammlung von Folien, auf denen die wichtigsten Punkte des jungen Unternehmens zusammengefasst sind. Die Grundregel für diese Pitch Decks lautet: Informationen müssen kurz und knackig auf den Punkt gebracht werden – denn oft haben Start-ups nur eine einzige Chance, um bei einem vielbeschäftigten Investor Eindruck zu machen.

Planung ist das halbe Leben

Wichtig ist laut Dorian Hildebrandt, Gründer und Geschäftsführer der Work-Investment-Plattform Tageau, sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, welche Informationen die Investoren brauchen und welche Fragen sie stellen könnten. „Zielgruppenorientierung“ ist hier das wichtigste Schlagwort: ''Der Pitch sollte die Perspektive des Zuhörers widerspiegeln und den Nutzen, den er daraus ziehen kann, problemorientiert beleuchten'', sagt Hildebrandt.

Sinnvoll ist, sich ein Pitch Deck mit Basisinformationen anzulegen und dieses je nach Zielgruppe anzupassen: Wer etwa vor Investoren präsentiert, der wird mehr Zahlenwerk benötigen als bei einer Präsentation vor Kunden, wo das Produkt im Vordergrund steht. „Gründer sollten sich beim Präsentieren immer in die Rolle des Publikums versetzen“, sagt Hildebrandt. Die Kernfrage lautet: Was will die Zielgruppe wissen?

Es geht um die äußeren Werte

Nicht zu vernachlässigen ist überdies die Aufbereitung der Präsentation: Wer zu viel schwafelt oder unübersichtliche Folien mitbringt, der verliert schnell die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer. Extrem wichtig ist laut Hildebrandt, nicht zu sehr an Details festzuhalten, sondern seine Botschaft so einfach wie möglich und informativ wie nötig zu halten. ''Entrepreneure sollten bei der Vorbereitung und Gestaltung ihres Pitch Decks immer eines im Kopf behalten: Ein Pitch ist ein Türöffner'', sagt Hildebrandt: ''Das Ziel eines Pitches ist es, die nächsten Schritte mit dem Investor zu gehen, nicht der Abschluss des erhofften Deals''.

Mit Zahlen und Tabellen sollten Präsentatoren eher sparsam umgehen – es sei denn, es passt zur Zielgruppe, vor der präsentiert wird. Generell machen prägnante Grafiken und Bilder aber einen besseren Eindruck als graue Zahlenkolonnen. Hildebrandt setzt, ebenso wie etwa der US-amerikanische Startup-Experte Guy Kawasaki, auf die 10/20/30-Regel: Ein gutes Pitch Deck besteht aus zehn Slides, lässt sich in 20 Minuten präsentieren und verwendet niemals eine Schriftgröße unter 30pt.

Dos & Don’ts

Weitere Tipps für die perfekte Präsentation gibt es auf der Website improvepresentation.com, auf der unter anderem Vorlagen für Pitch Decks gekauft werden können. Hier wird zum Beispiel geraten, dass Gründer eine Story erzählen sollen, welche die Zuhörerschaft emotional fesselt – denn immerhin liebt jedermann die Legenden, dass Facebook in einem Studentenzimmer und Apple in einer Garage gegründet wurde. Und Österreichs Gründer haben wohl nicht minder spannende Entstehungsgeschichten zu erzählen.

Weiters ist es wichtig, die Folien nicht zu überladen, sondern bloß einen Gedanken pro Folie zu präsentieren – eine Folie sollte dabei aber auf jeden Fall auch für das Team reserviert sein, um zu zeigen, welch geniale Köpfe hinter dem eigenen Produkt und Geschäftsmodell stehen. Ebenso sollte auf eine einheitliche Gestaltung der Folien wert gelegt werden – Präsentationssoftware wie PowerPoint ermöglicht, entsprechende Master-Folien zu gestalten.

No-Gos sind hingegen kleine Schriften, zu viele Aufzählungspunkte, zu viel Text, eine Überziehung der Präsentationszeit – und miserable Vorbereitung. Denn oft wird das Publikum im Nachhinein Fragen stellen; und diese sollte ein Gründer beantworten können.

Struktur und Best-Practice

Doch welche Inhalte sollten in einem Pitch Deck abgedeckt werden? Zum Pflichtprogramm gehören auf jeden Fall die Problemstellung, die eigene Lösung und das Team. Auch Geschäftsmodell, Marktüberblick und Wettbewerbssituation sollten nicht fehlen; wer bereits beeindruckende Unternehmenskennzahlen zu bieten hat, der sollte diese KPIs ebenfalls nicht verheimlichen.

Eine Rohfassung für ein Pitch Deck können sich Start-ups bei Pollenizer ansehen. Wer sich überdies am Benchmark orientieren will, der ist bei Pitchenvy.com gut aufgehoben: Hier kann man sich die besten Pitch Decks ausgewählter Start-ups ansehen.