Handel: Online überholt Einzelhandel - die Marktführer

Shopping: Das Internet übertrumpft den stationären Handel. Laut RegioData wird für das Shoppen im Einzelhandel immer weniger ausgegeben. Die Ausgaben wandern von den Einkaufsstraßen hin zu Online-Händlern. Die neuen Marktführer in den Branchen Bekleidung, Schuhe und Drogerie verkaufen ihre Produkte im Internet.

Handel: Online überholt Einzelhandel - die Marktführer

Einkaufen: Das Internet hat den stationären Handel überflügelt.

Einkaufsbummel in einer Shopping-Mall oder einer belebten Einkaufsstraße verlieren für die Österreicher immer mehr an Reiz. Statt sich mit den mitunter eingeschränkten Angeboten in den Geschäften begnügen und dann auch noch an den Kassen Schlange stehen zu müssen, wählen immer mehr den Gang in einen Online-Shop.

Bequemlichkeit, die größere Auswahl, günstigere Preise und obendrein auch noch die Zeitersparnis sprechen für das Online-Shopping. Die Beratung des Fachhandels übernehmen virtuelle Assistenten, Bewertungen von anderen Kunden nützliche Kauftipps. Einer jetzt veröffentlichten Studie von RegioData Research zufolge, hat der Onlinehandel den stationären Handel bereits überflügelt.

Internet ist Marktführer im Bekleidungshandel

Der Onlineverkauf gewinnt an immer mehr Bedeutung. Sowohl sogenannte Pure-Player, also Handelsunternehmen, die keinen stationären Handel besitzen und damit ausschließlich im Internet ihre Leistungen beziehungsweise Produkte und Dienstleistungen anbieten, als auch für hauptsächlich stationär tätige Händler.

Die Kombination macht's: Laut RegioData-Zahlen kann noch kein Marktteilnehmer Gewinne allein aus dem Onlinegeschäft verbuchen, jedoch ist der gesamte Umsatz, der von hauptsächlich stationär tätigen als auch von Pure-Playern im Onlinehandel mit Bekleidung in Österreich erzielt wird, deutlich höher als jener des Marktführers H&Mbeispielsweise. Der Onlineumsatz ist 2013 um nur rund 100 Millionen geringer als der Gesamtumsatz der drei Marktführer H&M, C&A und Peek&Cloppenburg (P&C) zusammengenommen. Somit nimmt der Online-Handel im Bekleidungshandel die Führungsposition in Österreich ein.

Marktanteile im österreichischen Einzelhandel nach Umsatz im Jahr 2013

Bekleidung

1. Online
2. H&M
3. C&A
4. P&C

Online-Schuhhandel auf dem dritten Platz

Online-Schuhhändler rangieren in Österreich auf dem dritten Platz, hinter Leder&Schuh und Deichmann. Mit sieben Vertriebslinien und einem in der Zwischenzeit starken Onlineverkauf kann sich Leder & Schuh nach wie vor als Marktführer im Schuheinzelhandel in Österreich platzieren. Deichmann und andere Onlinehändler gewinnen jedoch auch kontinuierlich an Bedeutung. Nahezu 50 Prozent der Marktanteile im Schuheinzelhandel in Österreich entfielen im Jahr 2013 auf Leder & Schuh, Deichmann und die Kooperation ANWR-Garant-Austria. Der reine Onlinehandel beansprucht erst rund 8 Prozent. In diesem Anteil sind die Onlineumsätze der hauptsächlich stationär tätigen Händler, wie beispielsweise Deichmann und Humanic, nicht einberechnet. Nimmt man deren Online-Anteile hinzu, ergibt sich ein Marktanteil von 14 Prozent für Online-Verkauf im Schuheinzelhandel . Bis Ende des Jahres 2014 soll dieser Anteil noch auf 19 Prozent steigen.

Schuhe

1. Leder&Schuh
2. Deichmann
3. Online
4. ANWR-GARANT-AUSTRIA

Die stärksten Steigerungsraten im Schuheinzelhandel in Österreich verbuchten einerseits das Familienunternehmen Deichmann, das auch in vielen anderen Ländern Europas unter den Marktführern ist. Reine Onlinehändler wie Zalando legten ebenso stark zu. Durch den Eintritt neuer Marktteilnehmer wie CCC oder Aldo, sowie durch die verstärkte Präsenz von Markenartikelherstellern im stationären und Onlinehandel, wie zum Beispiel Geox, Ecco oder Högl wurde der Schuheinzelhandel ordentlich aufgemischt.

Im Möbeleinzelhandel ist der Internethandel der fünftgrößte und im Drogerie- und Parfümeriehandel der viertgrößte Marktteilnehmer. Von allen Einzelhandelsbranchen sind die Onlineumsätze im Lebensmitteleinzelhandel noch am geringsten.

Drogerie- und Parfümerieeinzelhandel

1. Bipa
2. dm
3. Müller
4. Online

Quelle: Regio Data Research GmbH 2014

Trotz guter Kaufkraft: Ausgaben für Einzelhandel gehen zurück

Insgesamt liegt Österreich im Kaufkraft-Vergleich der EU-Länder an dritter Stelle. Spitzenreiter war nach Angaben von Eurostat vom Donnerstag weiterhin Luxemburg mit 136 Prozent des EU-Durchschnitts vor Deutschland (122) und Österreich (120). Beim Bruttoinlansprodukt (BIP) pro Kopf belegte die Alpenrepublik hinter Luxemburg (257 Prozent des EU-Durchschnitts), Niederlande (131) und Irland (130) den vierten Platz mit 128 Prozent.

Schlusslichter bei der Kaufkraft pro Kopf war neuerlich Bulgarien mit 49 Prozent, gefolgt von Rumänien (57) und Kroatien (61). Beim BIP pro Kopf ist die Reihenfolge am Ende des Feldes dieselbe. Bulgarien (45 Prozent) liegt abgeschlagen am letzten Platz, dann kommen Rumänien (55) und Kroatien (61).

Die anteiligen Ausgaben der Österreicher für den Einzelhandel gehen jedoch kontinuierlich zurück. Wurden vor rund zehn Jahren noch 37 Prozent der durchschnittlichen Kaufkraft in Österreich im Einzelhandel ausgegeben, so liegt dieser Anteil heute bei weniger als einem Drittel.