Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

9 Wochen Sommerferien und wenig Zeit, die Österreichs Lehrer im Unterricht verbringen.

Die OECD hat in einem EU-Vergleich festgestellt, wie viel die Lehrer pro Jahr im jeweiligen Land unterrichten. Österreichs Lehrer sind auf den hinteren Plätzen. Wie viel Zeit sie für die Vor- und Nachbetreuung brauchen ist variabel. Die dafür zur Verfügung stehende unterrichtsfreie Zeit ist enorm.

Die Ferien beginnen und nicht nur vor den Schülern, sondern auch vor den Lehrern, liegt ein langer, Sommer ohne Unterricht. Doch unterrichtsfreie Zeit gilt nicht als Urlaub.
Die Ferienzeit kann auch für die Vor- und Nacharbeiten des Unterrichts genutzt werden oder für die Organisation von Veranstaltungen und Elterngesprächen. Wie viele Stunden die Lehrer für die Vor- und Nacharbeiten aufwenden müssen, ist allerdings nicht vorgegeben.

Lehrer im Bundesdienst (Gynmasium) müssen lediglich zwischen 18 und 22 Wochenstunden im Unterricht verbringen. Für Volksschullehrer ist dagegen eine sogenannte Normarbeitszeit von 1.776 Stunden pro Jahr vorgesehen. Wenn diese Normarbeitszeit auch nur schwer erfüllt werden dürfte (siehe Berechnungen unten) - obwohl der administrative Aufwand der Lehrer, aufgrund der hohen Dokumentationspflichten, in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist.

Austro-Lehrer unterrichten nur knapp 16 Wochen im Jahr - um 248 Stunden weniger als ein schottischer Lehrer

Doch wie viel Zeit verbringen die österreichischen Lehrer im Vergleich zu Lehrern in anderen Ländern im Klassenzimmer? Nicht so viel wie in vielen anderen Ländern, wie die OECD nun festgestellt hat. Laut einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind es im Schnitt 607 Stunden im Jahr (siehe Grafik). Das sind knapp 16 Wochen im Jahr, die Lehrer hierzulande unterrichten. Österreichs Lehrer rangieren damit im EU-Vergleich an 13. Stelle. Nur in Portugal, Ungarn, Polen und der Türkei verbringen Lehrer im Schnitt noch weniger Zeit mit unterrichten. In Schottland, das Land in dem die Lehrer die meiste Zeit mit ihren Schülern verbringen, sind es dagegen 855 Stunden. Das sind 248 Stunden mehr als ein österreichische Lehrer versuchen Kindern etwas beizubringen.

Schottische Lehrer stehen im Schnitt um 248 Stunden pro Jahr mehr im Klassenzimmer als ihre österreichischen Kollegen.

12 Wochen Ferien im Jahr

Wie viel Lehrer darüber hinaus und in den Ferien arbeiten, lässt sich, trotz Normarbeitszeit, nur schwer nachvollziehen. Denn die Zahl der unterrichtsfreien Tage, die zwar auch für die Arbeit genutzt werden können, ist beträchtlich.

Eine Übersicht für die Ferien:
2 Woche Weihnachtsferien (24. Dezember - 6. Jänner)
1 Woche Semesterferien
1 Woche Karwoche
9 Woche Sommerferien
Abzüglich dieser Zeit bleiben bei Lehrern 39 Wochen Arbeitszeit in den auch Unterricht möglich ist.
Hinzu kommen Feiertage und andere Tage, in denen arbeitsfreie Zeit möglich ist, die ASVG-Angestellten ebenfalls nicht zur Verfügung stehen, sofern sie sich keinen Urlaub nehmen.

Zu den fünf Wochen Urlaub kommen bei Lehrern noch 2,5 Wochen an Extra-Feiertagen und schulautonome Tage hinzu

Zusätzliche unterrichtsfreie Tage, für, die sich ASVG-Angestellte extra Urlaub nehmen müssten:
- Dienstag nach Ostern
- 1. Mai
- Christi Himmelfahrt
- Pfingstmontag
- Dienstag nach Pfingsten
- Fronleichnam
- 1. 11. (Allerheiligen)
- 2.11. (Allerseelen)
- 8. Dezember
- Landespatron-Tag
- schulautonome Tage (4 bis 5 Tage)
. Dies werden, die für Herbstferien oder für verlängerte Wochenenden, etwa Freitag nach Fronleichnam genutzt werden)
Ergibt in Summe rund 2,5 Arbeitswochen.

Die Differenz der Arbeitszeit von Lehrern gegenüber ASVG-Beschäftigten beträgt bis zu 4,6 Wochen

Lehrer bleiben - im Extremfall - falls jemand in der Ferienzeit nicht arbeiten sollte, 36,5 Arbeitswochen im Jahr. Davon werden noch für alle Arbeitnehmer gültige Feiertage abgezogen. Das sind in Österreich 13, also 100 Arbeitsstunden.Macht für einen Lehrer bei einer 38,5 Stunden Woche 1.405,25 Arbeitsstunden pro Jahr. Einem durchschnittlichen Angestellten stehen laut Urlaubsgesetz pro Jahr ebenfalls fünf Wochen Urlaub zu. Die Wochenarbeitszeit beträgt in vielen Kollektivverträgen 38,5 Stunden. 52 Wochen pro Jahr ergeben abzüglich 5 Wochen Urlaub ergibt 47 Arbeitswochen. Abzüglich der 100 Stunden für Feiertage, arbeiten ASVG-Angestellte im Jahr 1.809,5 Stunden. Auf ASVG-Beschäftigte entfallen somit 1.709 Stunden Arbeitszeit pro Jahr .

4,6 Wochen pro Jahr mehr Freizeit für Lehrer möglich

Ergibt zwischen Lehrern und ASVG-Angestellten eine Differenz von 370,75 Stunden im Jahr. Das sind 9,6 Wochen. Zieht man die fünf Wochen Urlaub ab, die jedem Angestellten in der Privatwirtschaft zustehen, sind das bis zu 4,6 Wochen mehr Möglichkeit freie Zeit zu nutzen.

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