Österreich: Beliebt in etlichen Rankings - außer bei Investoren

Österreich: Beliebt in etlichen Rankings - außer bei Investoren

Wien ist die erfolgreichste, florierendste und lebenswerteste Stadt der Welt. Bei Investoren ist Österreich dennoch nicht mehr angesagt - nun sind Reformen dringend nötig, fordern die Experten.

Österreich rühmt sich gerne damit, in Rankings diverse Spitzenpositionen einzunehmen. Auf der Website der Stadt Wien heißt es etwa , man belege das fünfte Mal in Folge den ersten Platz im "Quality of Living Ranking" des internationalen Beratungsunternehmens Mercer Consulting Group. Die UN-Studie "State of The World Cities2012/2013" besagt gar, Wien sei im Vergleich mit 70 internationalen Städten die erfolgreichste, florierendste Stadt der Welt. Im aktuellen "Innovation Cities Global Index 2014" der australischen Innovationsagentur 2thinknow wird Wien als innovativste Stadt Europas gelistet. Mit 182 internationalen Kongressen im Jahr 2013 liegt Wien zudem an dritter Stelle der beliebtesten Kongressstandorte der Welt.

Dennoch: Geht es nach dem aktuellen „Foreign Direct Investment Confidence Index“ (FDICI) der Unternehmens-beratung A.T. Kearney, so ist Österreich kein attraktiver Standort mehr für internationale Unternehmen: Hier bauen die USA ihre Führung bei den Ländern mit den höchsten zu erwartenden ausländischen Direktinvestitionen weiter aus; China festigt Rang 2 und Kanada rückt auf Rang 3 vor – Österreich hingegen schafft es nicht mehr in die Top 25.

„Das ist eine traurige Bestätigung des Abrutschens Österreichs in zahlreichen anderen internationalen Wettbewerbsrankings und zeigt, dass Österreich als Standort für internationale Unternehmen immer weniger attraktiv wird“, kommentiert Robert Kremlicka, Partner bei A.T. Kearney.

Leiden unter CEE-Abschwung

Ein Problem des Landes ist der relativ kleine Binnenmarkt – wobei es Länder wie Dänemark und Belgien trotz vergleichbarer Größe dennoch in die Top 25 geschafft haben. Jedoch leidet Österreich zusätzlich unter dem Naheverhältnis zu den CEE-Staaten: Die Perspektiven dort sind längst nicht mehr so glänzend, wie sie einmal waren; auch Russland hat es nicht mehr in die Top 25 geschafft.

„Österreich hat bei bedeutenden Standortfaktoren wie Aus- und Abgabenquote, Innovation, Bildung, Steuersystem sowie die Belastung des Faktors Arbeit deutliche Wettbewerbsnachteile“, ergänzt Kremlicka weitere Faktoren für Österreich schlechtes Abschneiden. Ein „dringend notwendiger Transformationsprozess“ müsse schnellstmöglich eingeleitet werden, sagt der Berater: „Die Pläne für solche Maßnahmen liegen längst vor, die Ausführung scheitert an Partikularinteressen.“ Die Lage sei ernst: Durch mangelnde Direktinvestitionen werde man Schwierigkeiten bekommen, neue Arbeitsplätze zu schaffen: „Wir haben also nicht mehr viel Zeit, unser hohes Wohlstandsniveau zu verteidigen.“

Vertrauen in Europa

Zwar ist Österreich abgerutscht, mit dem Rest des Kontinents sieht es aber gar nicht mal so schlecht aus: Denn trotz anhaltender Budgetdefizite in der Eurozone wächst das Vertrauen in die europäische Wirtschaft wieder, heißt es von den Studienautoren: In Zukunft soll Europa etwa ein Viertel aller globalen Direktinvestitionen anziehen. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch im Index von A.T. Kearney wider, in dem sich elf europäische Länder unter den Top 25 befinden.
Einige davon, zum Beispiel Schweden oder Dänemark, sind das erste Mal in der Rangliste vertreten. Belgien und die Niederlande sind nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der Auslandsinvestitionen nun in den Index zurückgekehrt.

Die Diskussionen um einen EU-Austritt Großbritanniens haben scheinbar keine negativen Auswirkungen auf die Investoren gezeigt: Großbritannien verbesserte sich um vier Positionen und liegt jetzt noch vor Deutschland auf Rang 4.

USA punkten mit Energie

Als weltweit führender Produktionsstandort bleibt Deutschland für Investoren interessant, die ein sicheres, renditeträchtiges Umfeld suchen und rückt im Ranking um eine Position auf Rang 6 vor. Frankreich bemüht sich zurzeit um eine Verbesserung seiner Wettbewerbsfähigkeit und meldet sich zurück unter den Top Ten.

Als einen der wichtigsten Faktoren für zunehmende Investitionsaktivitäten in den USA nannten die befragten Top-Manager die Aussicht auf eine unabhängige Energieversorgung des Landes. Die USA treiben unter anderem die Förderung von Schiefergas massiv voran.
In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die zehn Top-Investitionsziele aus dem Index etwa ein Jahr nach Veröffentlichung tatsächlich den größten Zufluss an ausländischen Direktinvestitionen verzeichnen.

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