Die Millionenpleite der Beamtenversicherer

Die Millionenpleite der Beamtenversicherer
Die Millionenpleite der Beamtenversicherer

ÖBV-Aufsichträte Fritz Neugebauer (li), Manfred Wiedner (M) und Roman Hebenstreit ärgern sich über die Volksbanken.

Die Beamtenversicherung verlor mit ÖVAG-Papieren rund 15 Millionen Euro und wandte sich verzweifelt an die Justiz. Nun prüft der Staatsanwalt und stellt unangenehme Fragen an das Finanzministerium.

Die Beamtenversicherung (ÖBV) hat 15 Millionen Euro mit Partizipationsscheinen der teilstaatlichen ÖVAG verloren. Die Summe entspricht gemessen am EGT rund fünf Jahresgewinnen der ÖBV. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals mehr Geld verloren haben", sagt ÖBV-Chef Josef Trawöger dazu. In der 120-jährigen Firmengeschichte sei das ein Ausnahmeschaden. "Es ist der größte Einzelfall."

Die Assekuranz, die vor allem Beschäftigte des öffentlichen Dienstes (Eisenbahner, Lehrer, Polizisten, etc.) zu ihren Kunden zählt, investierte im Jahr 2008 rund 20 Millionen Euro in ÖVAG-Partizipationsscheine. In der Folge verloren die Papiere massiv an Wert.

Der ÖBV-Aufsichtrat, dem die mächtigen Gewerkschaftsbosse Roman Hebenstreit (ÖBB), Fritz Neugebauer (GÖD) und Manfred Wiedner (Post) angehören, hat Trawöger mit allen Vollmachten ausgestattet, um gegen die ÖVAG in die Schlacht zu ziehen. Im FORMAT vorliegenden ÖBV-Schriftsatz zum ÖVAG-Strafverfahren vom 21. Jänner 2015 wird der ÖVAG "als Verband" strafbares Verhalten vorgeworfen: Der katastrophale Zustand der ÖVAG soll in öffentlichen Stellungnahmen und gegenüber ÖBV-Managern "unrichtig wiedergegeben, verschleiert und verschwiegen" worden sein. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Wiener Anlegeranwalt Ingo Kapsch schloss sich im Namen der ÖBV einem ÖVAG-Strafverfahren an, das sich um mutmaßliche Bilanzfälschung bzw. vermeintlich unrichtige Darstellungen in Pflichtmitteilungen dreht, als Privatbeteiligter an. So wurde der heute teilverstaatlichten Bank für das Jahr 2010 der Öffentlichkeit die Rückkehr in die Gewinnzone in Aussicht gestellt, während man gegenüber der Aufsicht einen Turnaround für 2010 als fast unmöglich darstellte. Auch äußert der Anwalt laut dem Magazin Bedenken zur Bilanzierung von Credit Default Swaps.

Der Justizminister mach inzwischen per Weisung Druck zu Ermittlungen, indes drohe bereits eine Verjährung, schreibt das Magazin.

Artikel aus FORMAT 13/2015
Zum Inhaltsverzeichnis und Download als ePaper

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Österreich

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Wirtschaft

Rewe will 30 Zielpunkt-Filialen übernehmen

Wirtschaft

Mateschitz und Benko checken bei Checkrobin ein