Millionen-Pleite bei Fertighaus-Pionier Hanlo

Millionen-Pleite bei Fertighaus-Pionier Hanlo

Hanlo, Spezialist für nachhaltiges Wohnen, musste ein Sanierungsverfahren beantragen. Der Grazer Fertighaus-Hersteller hat Schulden in Höhe von 21 Millionen Euro angehäuft. Die Aktiva müssen laut Kreditschützern erst ermittelt werden. Jetzt wird ein Investor gesucht. 190 Gläubiger zittern um ihr Geld.

Nach der Pleite von Wigo, Griffner und wirtschaftlichen Turbulenzen beim Fertighaushersteller Elk musste nun Hanlo ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen soll mit Unterstützung eines Investors fortgeführt werden. 75 Mitarbeiter und 190 Gläubiger sind betroffen. Damit ist der Fertighaushersteller 40 Jahre nach seiner Gründung pleite.

Preiskampf und weniger Kredite

Als Ursache für die Insolenz nannte Hanlo einen starken Verdrängungswettbewerb, der seit zwei Jahren am österreichischen Markt herrscht, die restriktive Kreditvergabe der Banken und hohe Vorfinanzierungskosten zweier Großprojekte.

Banken zittern um fast fünf Millionen Euro

Die Passiva zu Verkehrswerten betragen laut Alpenländischen Kreditorenverband unter Ausklammerung der Rückstellungen 21,3 Mio. Euro. Davon entfallen rund 4,8 Mio. Euro auf Bankverbindlichkeiten und etwa 3,8 Mio. Euro auf Lieferantenverbindlichkeiten. Die erhaltenen Anzahlungen betragen rund 7,6 Mio. Euro. Zu Verkehrswerten werden lediglich Aktiva von rund 815.000 angeführt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass mehrere Unternehmensbeteiligungen an verbundenen Unternehmungen mit einem Buchwert von rund 4,8 Mio. Euro auf null berichtigt werden. Auch die Forderungen aus den einzelnen Bauvorhaben dürften abgetreten sein und scheinen daher bei den Aktiva zu Verkehrswerten nicht mehr auf.

Hanno Loidl, der das Unternehmen 1975 gegründet hat, hat Hanlo 2011 an die europaweit agierende Green Building Group, die auf nachhaltiges und umweltschonendes Bauen spezialisiert ist, verkauft. Seit damals werden auch 100 Prozent des Stammkapitals an Hanlo von der Green Building Group GmbH gehalten, welche wiederum mehrheitlich (93,36 %) im Eigentum der H.I.G. Capital steht, einer weltweiten Beteiligungsgesellschaft. Hanlo ist daher seit 2011 eine der Marken der Green Building Group, die jährlich rund 500 Wohnprojekte in den Kernmärkten Österreich und Deutschland realisiert. Insgesamt sollen in den vergangenen 40 Jahren rund 10.000 Häuser errichtet worden sein. Im Unternehmen werden derzeit 28 Angestellte und 47 Arbeiter beschäftigt.

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