Millionen zum Abschied: Österreichs Abfertigungskaiser

Millionen zum Abschied: Österreichs Abfertigungskaiser

Die von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek geschassten Direktoren des Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) haben Anspruch auf eine Abfertigung in der Höhe von rund einer halben Million Euro. Trotz des Debakels bei der Zentralmatura und dem Datenleck, bei dem Daten von Schülern unverschlüsselt ins Netz gelangt sind. Das heizt die Diskussion um Abfertigungen von Managern wieder neu an.

11.300 Euro brutto, 14 Mal, hatten bereits die Vorgänger der nach dem Debakel bei der Zentralmatura geschassten Bifie-Direktoren Christian Wiesner und Martin Netzer laut Rechnungshof verdient. Wiesner und Netzer wurden beide zumindest mit den gleichen Bezügen bedacht. Da ihre Verträge noch insgesamt 44 Monate lang weiter gelaufen wären haben die beiden jetzt einen Anspruch auf Abfertigung in der Gesamthöhe des ihnen für die restliche Laufzeit zustehenden Gehalts. In Summe steht somit jedem der beiden Direktoren eine Abfertigung von gut einer halben Million Euro zu.

Prominente Handshakes

Derartige Golden Handshakes sorgen in der Öffentlichkeit immer wieder für Aufregung, vor allem wenn sie Managern zu Gute kommen, die in ihren Job nach wirtschaftlichem Ermessen nicht von Erfolg gekrönt waren.

Ein prominentes internationales Beispiel ist dabei Stephen Elop, der den einstigen Handy-Riesen Nokia in den Abgrund führte und laut Jahresbericht der Finnen trotzdem eine Abfertigung in Höhe von 24 Millionen Euro erhielt. Auch die Abfertigung des ehemaligen Siemens-CEO Peter Löscher soll dem "Spiegel" zufolge höher ausgefallen sein als ursprünglich erwartet: Laut Geschäftsbericht erhält Löscher gut 17 Millionen Euro Abfindung - dazu kämen allerdings noch Aktienzusagen im Wert von knapp 13 Millionen Euro.

Stronach, Telekom und ORF

Der austrokanadische Autozulieferer Magna hat seinem Gründer Frank Stronach 2013 ein Beraterhonorar in der Höhe von 52 Millionen US-Dollar (38 Millionen Euro)gezahlt. Stronach habe sich seinen Abgang vergoldet, berichtet das Nachrichtenmagazin "profil": Neben einer Abfertigung von 900 Millionen Dollar ließ sich Stronach jährlich ein Honorar in Millionenhöhe auszahlen.

Und auch bei der Telekom Austria sorgen ungewöhnliche Personalmaßnahmen für Aufsehen - im TelekomII-Prozess stand etwa eine 600.000 Euro-Scheinrechnung an einen Manager im Mittelpunkt. Dadurch sollte eine Abfertigung am Betriebsrat vorbei gezahlt werden, um Wirbel zu vermeiden, wie Zeugen und Angeklagte aussagten. Im Telekom-V-Prozess und der Causa Schillerplatz stand wiederum ÖBB-Chef Martin Huber im Mittelpunkt: Nachdem sich die ÖBB geweigert hatten einen Teil der Abfertigung zu zahlen, zog Huber vor Gericht, im Jahr 2009 wurde dann ein Vergleich erzielt. Huber hatte rund 836.000 Euro eingeklagt, bekommen hat er rund 306.000 Euro. Mitsamt weiteren Ansprüchen erhielt Huber unterm Strich 820.000 Euro.

Fast klein wirkt dabei vergleichsweise die Abfertigung, die der ehemalige "ZiB"-Moderator Eugen Freund offengelegt hat: Er habe sich 1999 seine bis dahin eingezahlten Pensionsbeiträge in der Höhe von 90.000 Euro brutto vom ORF auszahlen lassen. Zudem habe er eine "mir gesetzlich zustehende Abfertigung in der Höhe von 246.000 Euro brutto" erhalten. Aktuell ist Freund der SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl.

Topverdiener Eduard Zehetner

Und auch im laufenden Geschäft lassen sich Manager gut bezahlen: Die Vorstandschefs der ATX-Konzerne haben 2013 im Schnitt 1,53 Millionen Euro verdient. Unterdessen sind die Gewinne der im Leitindex der Wiener Börse gelisteten Unternehmen um fast ein Fünftel eingebrochen, geht aus Unterlagen des deutschen Unternehmensberaters hkp hervor.

Topverdiener war Immofinanz-Boss Eduard Zehetner mit 3,18 Millionen Euro. Der Großteil der ATX-CEOs kommt auf ein Jahresgehalt von mehr als eine Million Euro: Laut hkp verdienten elf Vorstandsvorsitzende zwischen einer und zwei Millionen Euro, fünf Konzernchefs sogar darüber. OMV-Chef Gerhard Roiss, als Nummer 2 hinter Zehetner, strich 2013 2,86 Millionen Euro ein, Erste-Group-CEO Andreas Treichl 2,48 Millionen Euro. voestalpine-Boss Wolfgang Eder verdiente 2,3 Millionen Euro und Wilhelm Hörmanseder von Mayr-Melnhof 2,07 Millionen Euro.

Auch hier spielen Boni und außertourliche Vergütungen eine große Rolle: So zahlte etwa die OMV fast eine Million Euro in die Pensionskasse ihres Chefs ein, für den Wienerberger-CEO Heimo Scheuch flossen 236.243 Euro.

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