Mehr Superreiche, mehr Millionäre - auch in Österreich

Mehr Superreiche, mehr Millionäre - auch in Österreich

Der Reichtum kennt keine Krise: Die Zahl der Superreichen soll bis zum Jahr 2018 weltweit massiv zu nehmen. Die Privatvermögen unterhalb der Millionen-Dollar-Grenze wachsen langsamer - die Schere zwischen arm und reich geht weiter auseinander.

Wien. Die neuesten Ergebnisse des "Global Wealth Report 2014" der Boston Consulting Group bescheinigen, dass die Zahl der Millionäre weltweit zunimmt. Mehr als 16,3 Millionen Millionäre (gemessen in US-Dollar) gibt es weltweit. Das entspricht 1,1 Prozent aller Haushalte weltweit und ist ein satter Anstieg von 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bis zum Jahr 2018, so die BCG-Prognose, soll die Zahl der Millionäre weiterhin zunehmen: Um 7,7 Prozent soll die Gruppe der Menschen, die ein Vermögen von mehr als eine Million Dollar verfügen, wachsen. Unter der Millionen-Dollar-Grenze wächst demnach das Vermögen nur noch mit 3,7 Prozent.

Das private Vermögen in Österreich wächst hingegen schwach – insgesamt gesehen, aber immerhin über den derzeitigen Zinssätzen. Um 1,9 Prozent hat im Jahr 2013 das Vermögen in der Alpenrepublik auf 670 Milliarden Dollar (492,4 Mrd. Euro) zugenommen. Im weltweiten Ranking ist dies der 28. Platz, wie aus dem "Global Wealth Report 2014" der Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. Wer nun glaubt das Wachstum ist am unteren Rand angekommen – trotz niedriger Zinsen – irrt. Bis zum Jahr 2018 soll das Vermögen nochmals um 3,5 Prozent zulegen. Auf 790 Milliarden Dollar wird das Vermögen der Privatpersonen in Österreich geschätzt. Rang 28 soll auch in vier Jahren erreicht werden.

Allerdings: Das Vermögen wächst in Österreich schwächer als in den anderen Staaten Westeuropas. In Westeuropa stiegen die Vermögen um 5,2 Prozent auf 37,9 Billionen Dollar - Tendenz gleichbleibend. Denn bis zum Jahr 2018 soll der Vermögenszuwachs genau auf dem Niveau des Vorjahres bleiben. erwarten zumindest die BCG-Berater. In Osteuropa ist im Vorjahr das Privatvermögen um 17,2 Prozent auf 2,7 Billionen Dollar angestiegen.

Im Ranking der Millionärshaushalte liegt Österreich mit 36.000 auf Platz 32. Eine bessere Platzierung hat Österreich bei den Haushalten, die ein Privatvermögen von mehr als 100 Mio. US-Dollar haben: 344 Superreiche bringen Österreich auf Platz 11. Im vergangenen Jahr gab es ein weltweites Vermögenswachstum von 14,6 Prozent, 2012 waren es nur 8,7 Prozent gewesen. Die Deutschen sind aktuell mit einem Privatvermögen von sieben Billionen Dollar auf Platz fünf des weltweiten Rankings. Mit einer Steigerung von 29 Prozent in den kommenden fünf Jahren soll Deutschland jedoch um einen Platz aufrücken und sich mit dem Vereinigten Königreich Platz vier teilen.

Der Aufsteiger

Einen fulminanten Aufstieg hat die Region Region Asia/Pacific (exklusiv Japan) im Vorjahr vorzuweisen- Um30,5 Prozent ist das Privatvermögen auf 3 7 Billionen Dollar gestiegen. China (plus 9,6 Prozent Bruttoinlandsprodukt) sowie Indien (+14,2 Prozent) haben sowie hohe Sparquoten in beiden Ländern (16,8 bzw. 19,2 Prozent) haben den Vermögenzuwachs beschleunigt.
Bis zum Jahr 2018 wird der Aufwärtstrend der Region laut BCG sich fortsetzen. Im laufenden Jahr 2014 wird sie zur zweitreichsten Region der Welt aufsteigen. Und im Jahr 2018 soll der Aufstieg zur reichsten Region vollzogen sein.

Übertroffene Erwartungen

Das weltweite Wachstum der Privatvermögen - insbesondere in den Industrieländern - habe 2013 die Erwartungen übertroffen. Dennoch müssten Vermögensverwalter an vielen Fronten aktiv werden, wenn sie in den nächsten Jahren ihre Marktanteile und Gewinne steigern wollen, so die BCG.

"In den aufstrebenden Märkten geht es darum, sich einen beträchtlichen Anteil der dort entstehenden Vermögen zu sichern. Insgesamt wird sich der Kampf um Assets und Marktanteile bis 2020 weiter verschärfen", sagte Holger Sachse, Partner bei BCG, am Dienstag in einer Aussendung.

Mehr Millionäre in Österreich

Bei der Anzahl der Millionäre gibt es jedoch unterschiedliche Angaben. Während BCG für Österreich 36.000 Millionäre – also um 1000 mehr als noch im Jahr 2012 - errechnet hat, kommt der Vermögensreport des Liechtensteiner Investmenthauses Valluga auf 82.300 Millionäre. Die Liechtensteiner errechnen einen Zuwachs von 4600 Personen, die in den erlauchten Kreis der Millionäre aufgestiegen sind. Nach dem BCG Ranking liegt Österreich im Jahr 2013 unverändert auf Rang 32 was das Millionärsranking betrifft.
Was beide Reports eint: So richtig schlecht scheint es den Millionären insgesamt nicht zu gehen. Das Vermögen der Millionäre ist laut Valluga im Jahr 2013 um sieben Prozent auf 262 Milliarden Euro gegenüber dem Jahr davor gestiegen – also weit über dem Schnitt des Vermögenszuwachses von BCG.

Die Krise haben die Millionäre bereits bestens überstanden im Gegensatz zu den Normalverdienern und Staatshaushalte, die laut Valluga weiterhin unter der Krise leiden. Die Reichen konnten demnach wirtschaftspolitische Gegenmaßnahmen zur Krise, wie etwa Liquiditätsspritzen, nutzen, um die Vermögen gezielt zu erhöhen. 2013 schichteten Millionäre bereits in großem Maß ihre Vermögen in Aktien um, um an dem Börsenhype mitzuziehen.

Mehr Superreiche

Auch bei den Superreichen hat Österreich laut BCG-Report 2014 zugelegt: Kamen im Jahr 2012 noch 8 Superreiche auf 100.000 Haushalte - dazu zählen Personen mit einem Vermögen von über 100 Millionen Dollar - waren es im Jahr 2013 bereits 9,3.

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