Managergehälter staatsnaher Firmen stark gestiegen

Der Rechnungshof hat die Gehälter der Manager staatsnaher Betriebe zwischen 2011 und 2014 unter die Lupe genommen. Wie viele mehr als der Kanzler verdienen, wie stark die Kluft zwischen Managergehältern und deren Mitarbeitern gestiegen ist, um wie viel Frauen weniger verdienen und wie gering die Gehaltssteigerung von Mitarbeitern staatsnaher Betriebe war.

Manager

Die Gehälter von Managern staatsnaher Unternehmen ist in vier Jahren um gut 15 Prozent gestiegen.

207.900 Euro jährliches Durchschnittsgehalt

Der ATX, der breite österreichische Aktienindex, ein guter Indikator für die Verfassung der heimischen Wirtschaft, hat in den vergangenen fünf Jahren um 19,3 Prozent verloren. Doch unter der mageren Performance so manches Unternehmens hatten deren Vorstände offenbar finanziell nicht zu leiden. Zwischen 2011 und 2014 kletterten, laut neuesten Untersuchungen des Rechnungshofs, deren Bezüge im Schnitt um rund 15 Prozent.
Das durchschnittliche Einkommen für Vorstandsmitglieder bzw. Geschäftsführer in Unternehmen mit Bundesbeteiligung betrug im Jahr 2013 206.600 Euro. 2014 waren es 207.900 Euro. 2011 verdiente der durchschnittliche Manager in Unternehmen, an denen der Staat beteiligt ist 180.300 Euro.

74 Vorstände verdienen mehr als der Kanzler

Die Entlohnung mancher Spitzenkräfte stieg im Jahr 2014 sogar noch weiter an. 2013 wiesen 28 Unternehmen und Einrichtungen für 70 Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer ein Einkommen aus, das über dem Bezug des Bundeskanzlers in Höhe von 290.740,80 Euro lag. 2014 waren bereits 31 staatsnahe Unternehmen und Einrichtungen bereit für 74 Vorstandsmitglieder bzw. Geschäftsführer ein Einkommen über jenem des Bundeskanzlers (295.393 Euro) zu zahlen.

Manager staatsnaher Betriebe steigert Gehalt gegenüber Mitarbeitern kräftig

Zwischen 2011 bis 2014 übertraf der durchschnittliche Einkommenszuwachs der Vorstandsmitglieder bzw. Geschäftsführer mit 15,3 % jenen der Beschäftigten (7,5 %). Noch zwischen 2009 bis 2012 hatte sich dies mit einer Steigerungsrate von 8,2 % Manager und 9,1 % bei Beschäftigten umgekehrt verhalten.

Frauenanteil bei Managern gestiegen

Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen lag im 2014 bei 20,3 Prozent, 2011 lag dieser noch bei 16,4 Prozent. Bei Aufsichtsräten ist der Anteil merklich gestiegen und liegt nun bei 25,4 Prozent (2011: 21,5 %).

Managerinnen verdienen um ein Drittel weniger

Die Einkommen der weiblichen Vorstandsmitglieder bzw. Geschäftsführer betrugen im Jahr 2014 im Durchschnitt über alle Branchen 160.645 Euro. Das sind rund 73 Prozent der Durchschnittsbezüge ihrer männlichen Kollegen (219.742 Euro). Im Jahr 2012 waren sie noch bei rund 83 Prozent der Durchschnittsbezüge ihrer männlichen Kollegen gelegen.

Bis zu 630 Vorstandsgehälter geprüft

Für den aktuellen Einkommensbericht erhob der Rechnungshof die durchschnittlichen Einkommen von 398 Unternehmen und Einrichtungen im Jahr 2013 bzw. 402 Unternehmen und Einrichtungen im Jahr 2014. Dabei handelte es sich für die Jahre 2013 bzw. 2014 um 1.618 bzw. 1.629 Aufsichtsratsmitglieder, 620 bzw. 630 Vorstandsmitglieder bzw. Geschäfts- führer sowie 209.853 bzw. 214.692 Beschäftigte.