Lebensverunsicherung 2016

Lebensverunsicherung 2016

Versicherungen und die Finanzmarktaufsicht streiten wegen neuer "Solvency II"-Eigenkapitalregeln. Versicherungsmitarbeiter zittern vor Fusionen und Jobabbau. Den Kunden drohen steigende Versicherungsprämien.

Das mit Jahreswechsel geltende Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG 2016) und die damit verbundenen Eigenkapitalregeln stellen die Versicherungen vor ein großes Problem.

Diie Österreichische Beamtenversicherung (ÖBV) wurde vorab von der Finanzmarktaufsicht FMA geprüft. Das Zwischenergebnis: Wären die neuen Aufsichtsregeln bereits in Kraft, dann wäre die ÖBV de facto Pleite. Die Versicherung würde die Quotenregeln nicht erfüllen und ähnlich wie bei den Banken, wo die strengen Risikorichtlinien nach "Basel III" gelten, gilt ein Versicherungsinstitut bei Nichterfüllung der Kapitalquoten nach "Solvency II" als zahlungsunfähig beziehungsweise insolvent.

Die ÖBV ist kein Einzelfall. Doch die mit den VAG 2016 verbundenen Neuerungen reichen noch viel weiter: Kleine und mittelgroße Versicherer werden zu Fusionsopfern. Assekuranzen werden sich spezialisieren müssen, um zu überleben. Selbst ein massiver Jobbau, wird nicht mehr ausgeschlossen. Für Kunden bedeutet "Solvency II" kurzfristig zwar mehr Sicherheit, aber mittelfristig weniger Wettbewerb und steigende Versicherungsprämien. "In der Branche bleibt kein Stein auf dem anderen", kommentiert Liane Hirner, Versicherungsexpertin beim Consulter PWC, den tiefgreifenden Wandel.

"In der Regel gibt es keine Probleme mit den beaufsichtigten Versicherungsunternehmen", sagt FMA-Sprecher Klaus Grubelnik. Doch alle müssen sich noch viel besser vorbereiten. "Bei einzelnen Instituten besteht noch großer Nachholbedarf." Das ab 2016 geltende Aufsichtsregime sei sehr streng, so Grubelnik. Wer die neuen Quoten nicht erfüllt, der erhält einen FMA-Strafbescheid.

Die Versicherungen müssen sich neue Strategien einfallen lassen. Fokussierung und Spezialisierung im Portfolio ist gefragt. Die angespannte Wirtschaftslage und das Niedrigzinsumfeld machen es vor allem den Lebensversicherern schwer. Garantiezinsversprechen sind nur noch schwer einzuhalten. Aktuell werden sie etwa durch die Auflösung von Reserven gezahlt oder über profitable Konzernsparten quersubventioniert. Eine Lösung ist, die Fixkosten senken. In der personalintensiven Versicherungsbranche bedeutet das einen Jobabbau. Aktuell beschäftigt die Branche 26.500 Personen. Ein Minus von zehn Prozent binnen zehn Jahren ist durchaus denkbar. Die einfachere Lösung ist bitter für den Kunden: höhere Versicherungsprämien

Lesen Sie den ganzen Artikel in der FORMAT-Ausgabe Nr. 35/2015
zum Inhaltsverzeichnis und ePaper Download.

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Österreich

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Wirtschaft

Rewe will 30 Zielpunkt-Filialen übernehmen

Wirtschaft

Mateschitz und Benko checken bei Checkrobin ein