Ein Leben nach der Bene AG: Thomas Bene gründet Möbelfirma

Nach dem Ausscheiden aus dem einstigen Familienbetrieb gründet Thomas Bene sein eigenes Möbelgeschäft.

Ein Leben nach der Bene AG: Thomas Bene gründet Möbelfirma

Bürofreund. "Ich bin ein Design- und Qualitätsfreak“, sagt Thomas Bene über sich selbst.

Am 1. Oktober wird im Rahmen der "Vienna Design Week“ ein kleines Möbelgeschäft Gäste in die Börsegasse 9 locken, um die neuesten Designtrends zu präsentieren: Buerofreunde. An und für sich sind Events dieser Art in Wien keine Seltenheit. Das Besondere ist aber, dass der Gründer und Geschäftsführer des neuen Unternehmens kein Geringerer ist als Thomas Bene. Der Mann, der den Möbelhersteller Bene jahrelang führte, ehe er vor vier Jahren ausschied. Besonders kurios: Zur selben Zeit, da Thomas Bene seine Möbelkollektion vorstellt, findet nur einen Steinwurf davon entfernt, in der Neutorgasse, die Feier zum 225-jährigen Bestehen des Unternehmens Bene statt.

Viel mehr als den Namen haben aber das Unternehmen und der Unternehmer Bene nicht mehr gemeinsam. Die Firma gehört inzwischen mehrheitlich dem Sanierer Erhard Grossnigg und Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP). Die Familie Bene ist nicht mehr beteiligt.

Mit Buerofreunde baut Thomas Bene dagegen auf seine Erfahrung in der Möbelbranche, möchte aber nicht die Fehler anderer österreichischer Unternehmen wiederholen. Auch nicht die der eigenen Vergangenheit.

So produziert er nicht in Österreich, sondern handelt mit Möbeln von Herstellern aus Spanien, der Türkei, England und den USA. "Dadurch können wir Produkte der gleichen Qualität 15 bis 20 Prozent günstiger anbieten“, sagt Bene. Die Marken seien international erfolgreich, hier aber noch unbekannt: Der britische Hersteller Orangebox kommt laut Bene etwa auf 100 Millionen Euro Jahresumsatz, der türkische Hersteller Koleksiyon auf 70 Millionen Euro. Sie vertreibt Thomas Bene exklusiv im deutschsprachigen Raum.

Klein und flexibel

Zugleich schwärmt Bene, dass er keine Altlasten hat und flexibel agieren kann: Der Showroom befindet sich im Keller eines befreundeten Bauunternehmers, bei dem er keine Miete zahlt, das Kernteam besteht aus nur sechs Leuten. Die Bilanz ist jungfräulich schwarz. "Wir haben die Flexibilität eines Händlers statt der Starrheit eines Herstellers“, sagt Bene.

Das hippe, junge Design der Möbel soll vor allem KMU mit bis zu 30 Mitarbeitern ansprechen. Agenturen, Architekten, Rechtsanwälte - kurz: Unternehmen, bei denen der Eigentümer und keine Konzern-Einkaufsabteilung entscheiden. Auch Hotels und Gastro gehören zur Zielgruppe. Die Größe des österreichischen Büromöbel-Markts beziffert Bene mit 221,2 Millionen Euro. Das Marktvolumen, das die Buerofreunde in Wien ansprechen können, liegt zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Für Umsatzprognosen sei es noch zu früh - immerhin sperrt das erste Geschäft erst am Montag auf.

Aus der Konzernkommunikation des Unternehmens Bene heißt es übrigens, dass kein Zusammenhang bei der zeitlichen Überschneidung der beiden Events am 1. Oktober bestehe. Die 225-Jahre-Feier sei Teil des "Langen Tag des Einrichtens“, einer Initiative der Neuen Wiener Werkstätte.