Kurzarbeit für 2.000 MAN-Beschäftigte in Steyr- Russland-Auftrag weg

Kurzarbeit für 2.000 MAN-Beschäftigte in Steyr- Russland-Auftrag weg

Ursprünglich hat der Lkw-Hersteller MAN Truck & Bus an seinem Standort in Steyr nun die Produktion von 500 Lkw für den russischen Markt vorgesehen. Doch das im Herbst tatsächlich wie geplant der Auftrag kommt, damit rechnet man bei MAN nicht mehr. Der Konzern hat daher die Reißleine gezogen und schickt 2000 der 2.400 Beschäfttigten am Standort in Steyr in Kurzarbeit.

„Zwischen April und Juli hatten wir ein übliches Geschäft. Nach dem Sommer fehlen aber die Neuaufträge – und zwar dramatisch“, sagte Betriebsratsvorsitzender Erich Schwarz den OÖNachrichten. Vorerst wird die Kurzarbeit für sechs Monate beantragt.

Die Kurzarbeit ist vorerst bis Anfang Jänner geplant . Die genaue Ausgestaltung, etwa wie viel die Reduktion der Arbeitszeit beträgt, ist noch Gegenstand von Verhandlungen mit dem Arbeitsmarktservice. Österreichweit waren per Ende August rund 1.300 Beschäftigte in 14 Unternehmen auf Kurzarbeit.

MAN-Unternehmenssprecher Stefan Klatt begründete die Maßnahme mit der "allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in Europa". Die Auftragseingänge seien gesunken, beziffern wollte er den Rückgang nicht. Die Ukraine-Krise und die Sanktionen gegen Russland sieht er nicht als Hauptgrund für die Kurzarbeit. "Der Gesamtmarkt ist nicht gut", Nachsatz: "Russland auch nicht". Laut dem Online-Portal der Oberösterreichischen Nachrichten "nachrichten.at" rechnet man bei MAN nicht damit, dass 500 für den russischen Markt vorgesehene Lkw tatsächlich noch heuer in Auftrag gegeben werden.

"Die Russland-Krise hätten wir mit unserem Arbeitszeitmodell noch durchgebracht", ist Betriebsratsvorsitzender Erich Schwarz überzeugt. Aber die Situation sei in ganz Europa schlecht, betonte auch er gegenüber der APA. Im vierten Quartal falle eine Monatsproduktion weg.

Die Belegschaft sei nicht überrascht gewesen, sagte Schwarz, die Situation habe sich bereits seit Längerem abgezeichnet. "Wir haben seit zwei Wochen mit dem Unternehmen verhandelt." Die durchschnittlich 80 Lkw, die pro Tag hergestellt werden müssten, um Werk und Belegschaft auszulasten, seien zuletzt nicht mehr abgesetzt worden. "Wir haben gehofft, dass sich die Lage über den Betriebsurlaub entspannt", das sei aber nicht eingetreten, so Schwarz.

Die Lkw-Hersteller wurden in der Vergangenheit bereits in Folge der Finanzkrise kräftig durchgebeutelt. 2012 erst war der gesamte Konzern ins Schleudern geraten. Damals waren Anfang des Jahres im Werk München 3500 Mitarbeiter von Kurzarbeit betroffen gewesen, in Salzgitter 1800. "

Wegen der Schuldenkrise in Europa waren die Lkw-Märkte schon lange auf Talfahrt. Auch Daimler drosselte wegen der Absatzflaute seine Produktion. Im größten Lkw-Montagewerk in Wörth ruhte beispielsweise die Produktion im Oktober und im November jeweils an fünf Tagen; dies wurde von den Arbeitszeitkonten der Beschäftigten abgebucht. Kurzarbeit sei bei Daimler Trucks kein Thema, sagte eine Sprecherin und fügte hinzu: "Wir beobachten die Auftragslage sehr genau." Der Hersteller profitiere von seiner globalen Aufstellung und könne Rückgänge in einer Region anderswo ausgleichen. Die VW -Tochter MAN ist dagegen von der Absatzkrise in Europa besonders betroffen, weil sie hier einen großen Marktanteil hat und Einbrüche auf dem Heimatkontinent nicht im weiter gut laufenden US-Markt wettmachen kann.

Bereits vor Monaten war MAN deshalb auf die Bremse getreten: Seit Jahresanfang gilt ein Einstellungsstopp. Die Zahl der Leiharbeiter sank vor allem im Nutzfahrzeugsegment. Inzwischen habe man "fast keine Leiharbeiter mehr" beschäftigt, sagte Spartenchef Nielsen. Zudem werden befristete Verträge nicht verlängert. MAN spüre die Krise deutlich, "aber es wird auch wieder besser werden". Das Lkw-Geschäft habe üblicherweise Höhen und Tiefen; der derzeitige Abschwung sei jedoch "kein Vergleich zu der schweren Finanzkrise von 2009". Damals waren die Lkw-Bauer quasi über Nacht vom Boom in die Flaute gerutscht.

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