Klimawandel: Dürre Aussichten

Klimawandel: Dürre Aussichten
Klimawandel: Dürre Aussichten

Klimawandel. Hitze, wenig Regen und milde Winter treiben den Bauern die Sorgenfalten ins Gesicht. Die Erderwärmung wird auch in Österreich Landwirtschaft, Nahrungsmittelindustrie und Preisgefüge radikal verändern.

Dieser Sommer brachte einen neuen Begriff in die Wettervorhersagen: Wüstentage. Damit sind Tage gemeint, die Temperaturen von über 35 Grad bringen. Noch in den Achtzigern und Neunzigern gab es davon pro Sommer bestenfalls zwei. Heuer werden es, dieses Wochenende noch nicht eingerechnet, mindestens zwölf. Was Eisverkäufer und Freibadbetreiber freut, bringt die Bauern in große Bedrängnis. Ein Blick auf die Felder etwa des Wiener Beckens zeigt: verdorrte Pflanzen, rissige Böden, Vernichtung von nicht bewässerten Feldfrüchten. Schon klar: Landwirte mussten schon immer mit Wetterunbill leben. Doch der jetzt spürbare Klimawandel wird die Nahrungs- und Futtermittelproduktion radikal verändern.

Denn mit einem Rekordsommer ist es nicht getan. Mangelnde Regenfälle beeinflussen Grundwasser und Feuchtigkeitshaushalt der Böden bis weit ins nächste Jahr. Und weil es in manchen Landesteilen keine strenge Winterfröste mit minus zehn Grad und darunter mehr gibt, bröseln die Böden nicht mehr gut aus. Folge: schlechtere Durchlüftung. Und wie es der Agraringenieur Günther Rohrer von der Landwirtschaftskammer erklärt: "Bei den Kartoffeln landen dann auch Erdbrocken am Fließband." Das macht die Produktion teurer und die Qualität schlechter.

Zu wenig Regen. Vor allem im Norden und Osten Niederösterreichs sowie in der Obersteiermark fällt der Sommer 2015 viel zu trocken aus.

Neue Fruchtfolge. Agrar-Experte Rohrer erklärt auch, wie die Bauern auf das geänderte Klima reagieren werden. Er rechnet etwa mit vermehrtem Kürbisanbau und Mais in dafür bisher ungeeigneten Alpentälern. Rohrer: "Jedes Jahr rückt die Maisanbaugrenze ein Dorf weiter nach oben."

Preiskampf ums Überleben. Maximilian Hardegg, landwirtschaftlicher Unternehmer, großer Schweinezüchter und Bioweinbauer in Personalunion, verweist etwa darauf, dass Tierställe in Österreich nicht für extrem heiße Temperaturen konstruiert sind und rechnet hiermit erheblichem Investitionsbedarf.

Bauernschlaue Strategien. Im zuständigen Landwirtschaftsministerium will man den Untätigkeitsvorwurf nicht stehen lassen und verweist auf zahlreiche Studien und Strategien zur Bewältigung des Klimawandels.

Sackgasse Bio. Agrarunternehmer Maximilian Hardegg sieht die Landwirtschaft als Folge der Erderwärmung im Umbruch: "Ich vermisse eine politische Richtschnur, um die Ernährung auch in Zukunft und mit den Folgen des Klimawandels sicherzustellen. Mit Bio können wir die Welt nicht ernähren."

Lesen Sie den ganzen Artikel in der FORMAT-Ausgabe Nr. 35/2015
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