Jungunternehmer nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand

Jungunternehmer nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand

Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft: "Für einen echten Stimmungsaufbruch müssen die großen Baustellen angegangen werden."

Die Grundstimmung unter Österreichs Jungunternehmern hat einen neuen Tiefstand erreicht: Knapp die Hälfte erwartet, dass es mit der heimischen Wirtschaft bergab geht. Von den eigenen Zielen wollen sie sich dennoch nicht abbringen lassen.

Zum Jahreswechsel hat die Junge Wirtschaft (JW) im Rahmen ihres Konjunkturbarometers 1212 Jungunternehmer zu ihrer Einschätzung der volkswirtschaftlichen Lage und des eigenen wirtschaftlichen Umfelds befragt. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte (48 Prozent) erwartet eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Gesamtsituation in Österreich, die Gründer lassen sich dadurch aber nicht von ihren eigenen Zielen abbringen: „Auch wenn knapp die Hälfte von einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Österreich ausgeht, sind wir Jungunternehmer weiterhin bereit anzupacken“, sagt Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW). Durch den „fehlenden Reformeifer der Regierung“ lasse man sich nicht austrocknen.

Dabei gab es in den vergangenen Monaten für die Jungunternehmer einige Gründe zum Jubeln. „Das Alternativfinanzierungsgesetz sowie die Aufstockung der AWS-Garantien waren im letzten Jahr erste wichtige Schritte, die von den Jungunternehmern positiv aufgenommen wurden“, sagt Rohrmair-Lewis: „Für einen echten Stimmungsaufbruch müssen aber die großen Baustellen angegangen werden.“ Dazu zählt er etwa der von der JW geforderte Beteiligungsfreibetrag von 100.000 Euro, um den Zugang zu Risikokapital zu erleichtern – denn laut Rohrmair-Lewis hinken private Start-up-Investitionen in Österreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hinterher, weil der steuerliche Anreiz für die Investoren fehlt.

Als Musterbeispiel für die steuerliche Förderung von Investitionen in junge Unternehmen gilt etwa die Gründer-Metropole London.

Jungunternehmer sind kein Jobmotor

Enttäuscht sein wird auch Jeder, der sich von Jungunternehmern eine Belebung des Arbeitsmarkts erwartet hat – denn laut Umfrage planen 73 Prozent, heuer kein neues Personal einzustellen. Nur elf Prozent planen die Aufnahme neuer Mitarbeiter, um zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Den Grund dafür sieht die Junge Wirtschaft in den starken Lohnnebenkosten – und das, obwohl mit der Steuerreform die Lohnsteuer gesenkt wurde. Zudem besagen Zahlen der JW, dass trotz der negativen Prognosen ein neu gegründetes Unternehmen bereits im ersten Jahr durchschnittlich 2,4 Arbeitsplätze schafft. Um dies weiter zu unterstützen, fordert die Junge Wirtschaft nun eine Befreiung von den Lohnnebenkosten für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr und eine Halbierung für den zweiten Mitarbeiter. „Das ist gut für den Arbeitsmarkt und stärkt zudem die Jungunternehmer in der entscheidenden Anfangsphase“, sagt Rohrmair-Lewis.

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