Jajah- und Jumio-Gründer Mattes ist zurück

Nach seinem Abgang als CEO beim US-Start-up Jumio zieht Daniel Mattes wieder nach Österreich. Sein neuestes Projekt: der Einsatz künstlicher Intelligenz im Finanzbereich.

Jajah- und Jumio-Gründer Mattes ist zurück

Daniel Mattes

Einen Tag vor seinem 43. Geburtstag hat der Mehrfach-Gründer und Multimillionär Daniel Mattes erneut gegründet. Das Unternehmen heißt 42 - im Buch "Per Anhalter durch die Galaxis“ die ultimative Antwort auf alle Fragen des Universums - und soll "künstliche Intelligenz der Masse zugänglich machen und im Finanzsektor kommerzialisieren“, so Mattes bei seinem Besuch in der Heimat, wo er künftig wieder leben will. Die letzten Jahren hatte er im Silicon Valley als CEO des von ihm gegründeten Start-ups Jumio, eines Anbieters zur Authentifizierung von Ausweisen und Kreditkarten, verbracht, wurde aber in dieser Funktion im Sommer abgelöst. Im US-Magazin "Fortune“ war daraufhin zu lesen, dass sein Abgang nicht freiwillig erfolgt sei, sondern im Zusammenhang mit möglichen finanziellen Unregelmäßigkeiten stehe. Mattes bezeichnet das als "völligen Blödsinn“. Er sei nicht abgesetzt worden, sondern zurückgetreten, weil ein erwachsenes Start-up wie Jumio mit mittlerweile mehr als 500 Mitarbeitern eine andere Art von Chef benötige. "Ich bin ein Aufbauer, aber kein professioneller CEO, der ein Unternehmen skaliert“, sagt er, der als größter Einzelaktionär zwei Aufsichtsratssitze kontrolliert.

Jedenfalls hat Mattes nicht nur Jumio verlassen, sondern wird auch den USA den Rücken kehren. Seine neue Firma, 42 Centre for Artificial Intelligence, hat ihren Sitz in Wien, derzeit läuft die Suche nach einem "Low-Cost-Büro“, und nicht weit entfernt davon, in Mödling, will Mattes sich auch privat niederlassen. Derzeit ist er dabei, das Team für sein neues Start-up zusammenzustellen. Dafür fliegt er quer durch Europa, nach Italien, Frankreich und Großbritannien, mit dem Ziel, 15 bis 20 Spezialisten im Bereich künstliche Intelligenz anzuheuern. Auch Österreicher könnten dazugehören; an der Fachhochschule in Hagenberg hat er einen Kapazunder ausgemacht, mit dem er sprechen will.

Neben Mattes gibt es bei 42 vier Ko-Gründer, darunter ehemalige Manager seines in Palo Alto beheimateten Start-ups Jumio, einen Jajah-Weggefährten sowie sein Firmenanwalt. "Die erste Seed-Finanzierung von einer Million Dollar konnten wir uns bereits sichern“, sagt der Mehrfach-Gründer, dessen bisher größter finanzieller Erfolg der Verkauf des IP-Telefonie-Providers Jajah war, den er 2010 für 208 Millionen Dollar an den spanischen Telefónica-Konzern veräußerte.