Inflation: Einkaufen und Wohnen wieder teurer

Niedrige Treibstoff- und Heizölpreise haben die offizielle Inflationsrate im August auf 1,0 Prozent gedrückt. An anderer Stelle sind die Preise allerdings teils deutlich gestiegen. In der Gastronomie sind die Preise um über drei Prozent gestiegen. Auch der tägliche Einkauf, Wohnen und Versicherungen wurden teurer.

Inflation: Einkaufen und Wohnen wieder teurer

Die Inflationsrate sinkt, aber der tägliche Einkauf ist im August wieder teurer geworden.

Einkaufen wurde im August eine Spur teurer, Autofahren wegen der die niedrigeren Treibstoffkosten billiger. Auch Heizöl wurde billiger, weshalb viele Haushalte bereits jetzt ihre Tanks für die nächste Wintersaison aufgefüllt haben. Unter dem Strich bedeutet das, dass die Infaltionsrate in Österreich im August von 1,2 Prozent (Juli 2015) auf 1,0 Prozent gesunken ist.

Am meisten gestiegen sind die Priese in der Gastronomie. Für die Statistik Austria ist die Branche der bedeutendste Preistreiber in Österreich. Um durchschnittlich 3,1 Prozent haben die Preise in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" zugelegt. Die Preissteigerungen kommen überwiegend aus der Gastronomie (Bewirtungsdienstleistungen). Im August 2015 haben die Wirte durchschnittlich +3,5% Prozent mehr für ihre Angebote verlangt als noch im Juli. Eine Folge des Sonnen-Sommers. Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich dagegen bloß um 0,6 Prozent.

Preisanpassungen gab es auch bei Versicherungen. Die Preise für Versicherungsdienstleistungen sind um zwei Prozent gestiegen. Die Versicherungen haben daher maßgeblich zur Teuerung von 2,3 Prozent in der Kategorie "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" beigetragen. Auch Freizeit- und Kulturangebote sind im August teurer geworden, und zwar um insgesamt 2,3 Prozent. Spiel- und Hobbywaren wurden sogar um 10,5 Prozent teurer.

Ausgewählte Preissteigerungen und Senkungen gegenüber August 2014

Wohnen wieder teurer

Wohnungsmieten sind um insgesamt 4,4 Prozent gestiegen, die Instandhaltung von Wohnungen kostete durchschnittlich um 1,4 Prozent mehr. Entlastet wurde der Kostenfaktor Wohnen durch die im August um weitere 25,3 Prozent gesunkenen Heizölkosten (Juli: -19,3 Prozent). Der niedrige Ölpreis schlug weiter auf die Preisentwicklung der gesamten Haushaltsenergie durch (durchschnittlich -3,8 Prozent; Gas -0,3 Prozent, Strom +0,3 Prozent, feste Brennstoffe +1,0 Prozent, Fernwärme +4,8 Prozent).

Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der vor allem Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, erhöhte sich im Jahresabstand um 1,1 Prozent (Juli ebenfalls +1,1 Prozent). Im August sind Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind um durchschnittlich um 0,8 Prozent teurer geworden. Nahrungsmittel kosteten insgesamt um 0,5 Prozent mehr (Fleisch +1,1 Prozent, Brot und Getreideerzeugnisse +1,4 Prozent, Obst +3,2 Prozent, Gemüse +2,3 Prozent, jedoch Milch, Käse und Eier insgesamt -2,9 Prozent). Alkoholfreie Getränke verteuerten sich durchschnittlich um 2,3Prozent (Bohnenkaffee +6,3 Prozent).

Der niedrige Ölpreis hat auch die allgemeinen Kosten in der Ausgabengruppe "Verkehr" gedrückt. An den Tankstellen wurden Treibstoffe um 12,7 Prozent günstiger abgegeben als im Juli. Wie auch in anderen Sparten gab es dagegen an anderen Seiten Preissteigerungen, und zwar in den Werkstätten. Reparaturen privater Verkehrsmittel kosteten um drei Prozent mehr.

Teurer wurden auch Bekleidung und Schuhe, um durchschnittlich 1,6 Prozent. Das erklärt sich allerdings auch dadurch, dass der Sommerschlussverkauf im August zu Ende ging und bereits neue, höherpreisige Herbstware verkauft wurde.

Die durchschnittliche Teuerungsrate des Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) betrug im August 1,1 Prozent (Juli +1,3%). Es gab vor allem Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Gesundheitspflege". Teurere Versicherungsdienstleistungen erhöhten ebenfalls den PIPH gegenüber dem Verbraucherpreisindex VPI.