Hypo-Balkanbanken um 200 Millionen verkauft

Hypo-Balkanbanken um 200 Millionen verkauft

Finanzminister Hans Jörg Schelling

Das frühere Südosteuropa-Netzwerk der Hypo Alpe Adria, die jetztige HETA Asset Resolution AG, wurde verkauft. Die neuen Besitzer sind der US-Fonds Advent International und die EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung). Der Kaufpreis beträgt bis zu 200 Millionen Euro, wovon 50 Millionen Euro unmittelbar fließen.

Finanzminister Hans Jörg Schelling hat im Jahr 2015 eine Sorge weniger. Das Finanzministerium hat den Verkauf der Hypo-Balkanbanken an das Konsortium aus dem US-Fonds Advent International und die EBRD (Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) bekannt gegeben. Das Signing zum Verkauf für das Südosteuropa-Netzwerk der ehemaligen Hypo Alpe Adria Bank International sei in der Nacht auf Dienstag nach "intensiven Verhandlungen" erfolgt. Advent International hat sich im Bieterprozess mit seinem Anbot gegen zwei weitere Bieter als die nach Einschätzung der von der Bundesregierung eingesetzten Task Force bessere Alternative durchgesetzt.

Laut Finanzministerium ist se "in einer sehr herausfordernden und schwierigen Situation gelungen, die für den österreichischen Steuerzahler wirtschaftlich beste Lösung zu erreichen." Nach der Übernahme der Verhandlungen durch die FIMBAG, der Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes, konnte das Verhandlungsergebnis, wie das Ministerium mitteilte, in den vergangenen zwei Wochen deutlich verbessert werden. So konnten etwa die Haftungsobergrenzen von über 2 Milliarden Euro auf 1,7 Milliarden Euro reduziert werden. Weiters wurde eine Ausschüttungsbeschränkung eingeführt. Bei einem gewinnbringenden Verkauf von Beteiligungen profitiert der Bund in Zukunft mit.

Kaufpreis: 200 Millionen €

Der Kaufpreis beträgt bis zu 200 Millionen Euro, wovon 50 Millionen Euro unmittelbar fließen. Die Refinanzierungslinien der HETA für das SEE Netzwerk von 2,2 Milliarden Euro bleiben erhalten und werden über die nächsten Jahre zurückgeführt. Das Closing wird bis zum zweiten Quartal 2015 erfolgen, vorbehaltlich einer Zustimmung der Europäischen Kommission und der zuständigen Aufsichtsbehörden.

Die Hypo Alpe Adria ist am Balkan in fünf Ländern des ehemaligen Jugoslawiens vertreten. In den insgesamt 245 Filialen mit 3950 Mitarbeitern werden rund 1,15 Millionen Kundehn betreut. Die Bilanzsumme Der Hypo Alpe Adria SEE beläuft sich auf 8,5 Milliarden Euro. Gemessen an den Kunden ist Bosnien-Herzegowina das wichtigtse Land, das meiste Geschäft macht die Hypo allerdings in Kroatien (siehe Grafik).

Das an Advent/EBRD verkaufte SEE-Netzwerk der Hypo Alpe Adria

Chefwechsel in der Hypo

Wenn der Verkauf der Balkantöchter an den US-Fonds Advent und die EBRD endgültig abgeschlossen ist, zeichnet sich auch ein Wechsel an der Spitze der Bankengruppe ab. Alexander Picker war mit der Ausgliederung an die Fimbag Chef der SEE-Banken geworden und dafür als Vorstandsvorsitzender der Hypo ausgeschieden. Advent hat aber die Tradition, neue externe Vorstandschefs zu installieren.

Nach dem Closing, das für Mitte 2015 vorgesehen ist, wird das auch bei den Hypo-Balkanbanken der Fall sein. Picker selber sei darüber schon informiert. Offiziell heißt es von Advent dazu auf APA-Anfrage lediglich: "Wir haben gesehen, dass das Management in den vergangenen 2-3 Jahren hart gearbeitet hat, um die Gruppe zu stabilisieren. Das hat ein Engagement mit frischem Kapital überhaupt erst möglich gemacht. Fest steht, dass es ein gutes Kernteam gibt - dass wir aber das Management sicher noch verstärken werden".

Christian Stoffel, Director bei Advent International in Frankfurt, schreibt in der heutigen Mitarbeiterinformation zur Übernahme der Hypo-Balkantöchter: "Wir möchten die Bankengruppe zu einem starken und profitablen Dienstleister für Privat- und Mittelständische Kunden in dieser Region entwickeln. Wir sind davon überzeugt, dass die SEE-Holding hervorragend positioniert ist, um von den lokalen Wachstumschancen zu profitieren." Mit dem Verkauf sei der Fortbestand des SEE-Netzwerks gesichert. Auch der Heta-Vorstand schreibt, "damit sind die Zukunftsaussichten für 3.900 Mitarbeiter vor Ort weiter intakt."

Nick Tesseyman, Managing Director für Finanzinstitutionen bei der EBRD, erwartet einen "Neubeginn". Die Kernmärkte der Bankengruppe sollen langfristig entwickelt werden, die Gruppe soll "ein stabiler erstklassiger Finanzdienstleister in der Region" werden. Das gesamte Netzwerk soll weiter von Klagenfurt aus gesteuert werden: Die Holding wird nach wie vor in Österreich beheimatet sein und eine österreichische Bankenlizenz haben.

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