Hypo-Alpe-Adria "intransparent und unprofessionell“

Hypo-Alpe-Adria-Gläubigervertreter Leo Plank kritisiert die Gesprächsverweigerung der Republik, deren Vergleich mit der BayernLB und droht mit Milliardenklagen.

Hypo-Alpe-Adria "intransparent und unprofessionell“

Hypo-Alpe-Adria-Gläubigervertreter Leo Plank

FORMAT: Herr Plank, Österreich hat sich mit der Bayerischen Landesbank verglichen. Die Republik zahlt etwa 45 Prozent von rund 2,4 Milliarden Euro Hypo-Schulden. Sie vertreten eine Gläubigergruppe mit Ansprüchen von rund 2,5 Milliarden Euro. Wie laufen Ihre Vergleichsverhandlungen?
Leo Plank: Da läuft leider gar nichts. Über den Umgang Österreichs mit uns sind wir deshalb sehr unzufrieden. Das Moratorium läuft seit fünf Monaten. Bis auf ein Kennenlerntreffen in Kärnten gab es keine Gespräche und schon gar keine Verhandlungen mit uns. Ich bin von mehr Professionalität ausgegangen.

Was haben Sie erwartet?
Plank: Die Einbindung von uns wäre ein Minimum gewesen. Der BayernLB-Vergleich stellt aus unserer Sicht eine klare Benachteiligung von Gläubigerinteressen dar, weil die Zahlungen an die Bayern zu Lasten der Quote gehen. Darum werden wir diesen Vergleich aller Voraussicht nach bekämpfen. Außerdem ist das Verhalten des Vorstands der Heta (Anm.: die Rechtsnachfolgerin der Hypo Group Alpe-Adria) sehr fragwürdig.

Warum?
Plank : Jahrelang vertritt der Vorstand die Meinung, dass es sich bei den Verbindlichkeiten der BayernLB um eigenkapitalersetzende Darlehen handelt. Und plötzlich ist alles anders. Dieses Verhalten ist sicherlich noch aufklärungswürdig.

Vielleicht liegen dem Heta-Management neue Informationen vor, die den Meinungsschwenk bewirkten?
Plank: Die hätten wir dann aber auch ganz gern gesehen. Das bringt mich zum nächsten Kritikpunkt: Die mangelhafte Informationsweitergabe.


Heta, Kärnten und die Republik agieren höchst intransparent und unprofessionell.

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Zur Person

Leo Plank, 42, vertritt als Anwalt der Advokatur Kirkland & Ellis die deutsche Commerzbank, die FMS Wertmanagement (früher: Hypo Real Estate), den US-Fonds Pimco und sieben Großinvestoren, die gemeinsam auf 2,5 Milliarden Euro an Hypo-Schulden sitzen.