HCB-Skandal: Seit 2008 bekannt, nicht nur Kärnten betroffen

HCB-Skandal: Seit 2008 bekannt, nicht nur Kärnten betroffen

HCB in Österreich: Laut AGES gibt es in mehreren Bundesländern erhöhte Konzentrationen.

Neue Erkenntnisse im HCB-Skandal: Die Verseuchung von Lebensmitteln mit dem Pestizid Hexachlorbenzol ist den Behörden seit Jahren bekannt und nicht nur auf Kärnten beschränkt. Schon im Jahr 2008 entdeckte die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) in einer österreichweiten Studie HCB-Spuren in Lebensmitteln. Neben Kärnten sind auch die Steiermark, das Burgenland, Oberösterreich und Niederösterreich betroffen.

Das Wirtschaftsmagazin trend deckt in seiner neuen, am Montag erscheinenden Ausgabe neue Erkenntnisse im Skandal rund um mit dem Pestizid Hexachlorbenzol (HCB) verseuchte Lebensmittel auf. Demnach ist das Problem in Österreich seit dem Jahr 2008 bekannt und nicht nur auf Kärntner Milch beschränkt.

"HCB-Rückstände und Unsicherheiten mit Grenzwerten sind weder neu, noch Kärntner Einzelfälle", schreibt der "trend". Bereits 2008 habe eine Studie der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) Spuren des Pflanzenschutzmittels Hexachlorbenzol (HCB) sowohl in Lebensmitteln als auch im Boden mehrerer Bundesländer dokumentiert. Neben Kärnten sind auch die Steiermark, das Burgenland, Oberösterreich und Niederösterreich betroffen. Damals ging es nicht um Milch, sondern um Kürbiskerne. Die Ölfrüchte nehmen Rückstände des längst verbotenen Umweltgifts offenbar besonders gut auf. Anlassfall für die Studie waren erhöhte Werte bei Rückstandsmessungen in der Steiermark. Als Ursache der Verunreinigung machte die AGES die frühere Verwendung von HCB als Fungizid in der Landwirtschaft aus; Zementwerke wie in Kärnten waren kein Thema.

Reaktion: Grenzwerte wurden erhöht

Interessant sind die Folgen rund um die seinerzeitigen Untersuchungen, berichtet der "trend": Die EU setzte damals auf Ersuchen Österreichs die Grenzwerte für Ölkürbisse von 0,02 mg/kg auf 0,05 mg/kg hinauf. Sonst wäre ein Teil der steirischen Kürbiskernernte nicht verkehrsfähig gewesen. Zusätzlich konnte man auch die Einführung eines "Verarbeitungsfaktors" durchsetzen: Seither gelten etwa im Kürbiskernöl höhere Grenzwerte (bis 0,115 mg/kg). Begründet werden die höheren Schwellen etwa im Vergleich zu Milch mit den geringeren Genussmengen.

Auch 2012 erhöhte Werte

Die Revision erwies sich jedenfalls als wirtschaftlich sehr nützlich, zeigt ein jüngeres Fallbeispiel. Im Jahr 2012 zeigten etwa Biokürbiskerne des steirischen Großproduzenten Steirerkraft erneut einen höheren HCB-Gehalt. Vor der Grenzwertänderung wäre die Ware unverkäuflich gewesen. Danach ermöglicht eine Ausnahme deutscher Bioorganisationen sogar den Export als Bioware. Steirerkraft Geschäftsführer Wolfgang Wachmann betont: "An die von der Wissenschaft und Gesetzgeber jeweils festgelegten Grenzwerte halten wir uns lückenlos. Und eine Gesundheitsgefährdung bei diesen geringen Mengen schließe ich aus."

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Österreich

Österreichs Lehrer verbringen nur wenig Zeit mit Unterrichten

Wirtschaft

Rewe will 30 Zielpunkt-Filialen übernehmen

Wirtschaft

Mateschitz und Benko checken bei Checkrobin ein