Gerichts-Troubles für OMV

Milliardenklage in Rumänien: Die OMV wird wegen angeblicher Patentverletzungen der Petrom zur Kasse gebeten.

Gerichts-Troubles für OMV

Gerade erst hat die OMV das zehnjährige Übernahme-Jubiläum der rumänischen Petrom unter Beisein von CEO Gerhard Roiss (Bild) gefeiert, da droht aus Rumänien gewaltiger Ärger. Ein Patentstreit könnte Österreichs größten Energiekonzern nämlich 1,2 Milliarden Euro Schadenersatz kosten. Das behauptet zumindest Sorin Bazgan, ein Sohn des bereits verstorbenen rumänischen Erfinders Ion Bazgan. Bazgan soll Patente für Ölbohrungen angemeldet haben, die von der Petrom über Jahre angeblich missbräuchlich genutzt wurden, behauptet sein Sohn. Die OMV als Rechtsnachfolger soll nun für die Patentrechtsverletzung zahlen.

Eine entsprechende Klage ist seit 2009 in Bukarest anhängig, das Verfahren ruhte aber bis vor Kurzem. Vergleichsgespräche zwischen Anwälten der OMV und dem Bazgan-Erben, der heute in der Schweiz lebt, verliefen bislang ergebnislos. Deshalb soll diese Woche vor einem Bukarester Gericht ein Hearing dazu stattfinden. In der OMV gibt man sich angesichts der hohen Forderungen gelassen: Die Schadenshöhe sei völlig aus der Luft gegriffen, die Ansprüche seien verjährt, und überhaupt sei die OMV nicht Rechtsnachfolger von Petrom, meint ein Konzernsprecher. In der Familie Bazgan ist Streiten nichts Ungewöhnliches: Zwischen den Söhnen des Erfinders tobt seit langem ein erbitterter Erbstreit.

Artikel aus FORMAT Nr. 50/2014
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