7 Fragen und Antworten zur SVA

7 Fragen und Antworten zur SVA

Sie ist das Schreckgespenst mancher Unternehmer, aber die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft bietet einen guten Basisschutz.

1. Für wen bietet die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) einen Versicherungsschutz?

Die SVA ist die Sozialversicherung für Österreichs Unternehmer. Insgesamt sind aktuell über 750.000 Selbstständige, Pensionisten und Angehörige in dieser staatlichen Versorgungseinrichtung versichert. Neben den Unternehmern - vom Einpersonenunternehmer bis hin zum geschäftsführenden Gesellschafter einer GmbH - sind auch die "neuen Selbstständigen" in der SVA versichert. Zu dieser Gruppe gehören Kunstschaffende, Journalisten, Therapeuten und klassische Freiberufler wie Ärzte, Apotheker oder Wirtschaftstreuhänder.

2. Welche Risiken werden von der SVA versichert?

Alexander Herzog, stellvertretender Obmann der SVA: "Wir bieten einen Versicherungsschutz für Unternehmer bei Erkrankung, Unfällen sowie im Alter und im Todesfall. Die wichtigsten Leistungen im Bereich der Krankenversicherung sind die Übernahme der Kosten für Krankenbehandlungen, Spitalsaufenthalte, Zahnbehandlungen, Mutterschaftsleistungen und Krankengeld." Nur im Falle eines Arbeitsunfalles oder einer Berufskrankheit steht SVA-Versicherten das umfangreiche Leistungsspektrum der Unfallversicherung zur Verfügung. Nach Ausscheiden aus dem Erwerbsleben erhält man von der SVA die Pension. Zudem gibt es auch Witwen- und Waisenpensionen.

3. Wie hoch sind die vorgeschriebenen Beiträge zur SVA?

Die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung sind einkommensabhängig. Jungunternehmer kommen in den ersten drei Jahren in den Genuss einer reduzierten Vorauszahlung. Diese wird aufgrund eines fiktiven Jahreseinkommens von 6.453,36 berechnet und beläuft sich 2015 auf 157,76 Euro im Monat. Vorsicht: nach dem dritten Jahr kommt es zu einer Nachverrechnung, und das ist einer der häufigsten Stolpersteine für Jungunternehmer. Auf Basis des Einkommensteuerbescheides wird dann die tatsächliche Höhe der SVA-Beträge errechnet und nachgefordert. Hier können je nach Verdienst stattliche Beträge nachgefordert werden. Für die Berechnung der Beiträge ab dem vierten Jahr wird der Einkommenssteuerbescheid aus dem drittletzten Jahr verwendet. Die Summe der selbstständigen Einkünfte wird durch die Versicherungsmonate im drittletzten Jahr dividiert. Von dieser monatlichen Grundlage wird mit einem fixen Prozentsatz (18,5 Prozent Pension, 7,65 Prozent Krankenversicherung, 1,53 Prozent Selbstständigenvorsorge) und einem Fixbetrag von 8,9 Euro für die Unfallversicherung ein Monatsbeitrag errechnet. "Aufgrund der Höchstbeitragsgrundlage sind die Zahlungen an die SVA im Jahr 2015 mit 5.425 Euro monatlich gedeckelt", so SVA-Obmann-Stellvertreter Herzog.

4. Warum gibt es im Unterschied zu den Gebietskrankenkassen bei ärztlichen Behandlungen einen Selbstbehalt von 20 Prozent?

"Für die SVA ist der Selbstbehalt ein wichtiges Steuerungs- und Lenkungsinstrument. Auch die Unternehmer selbst haben sich in einer Urbefragung mit einer überwältigenden Mehrheit von 83 Prozent für die Beibehaltung des Selbstbehaltes entschieden. Würden wir den Selbstbehalt abschaffen, müssten wir die Krankenversicherungsbeiträge erhöhen, um den Einnahmenausfall wettzumachen", so SVA-Obmannstellvertreter Herzog. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen vom Selbstbehalt. Zum Beispiel bei geringen Einkünften oder chronischen Erkrankungen. Darüber hinaus ist der Selbstbehalt mit fünf Prozent des Jahreseinkommens gedeckelt. Mit dem Präventionsprogramm "Selbstständig gesund" hat die SVA ein freiwilliges Anreiz-Modell entwickelt. Versicherte, die sich aktiv um ihre Gesundheit kümmern, werden belohnt. SVA-Experte Herzog: "Werden gemeinsam mit dem Arzt festgelegte Gesundheitsziele zu den Bereichen Bewegung, Gewicht, Blutdruck, Nikotin und Alkohol erreicht, ist nur noch der halbe Selbstbehalt, also zehn statt 20 Prozent, zu zahlen." Bisher haben 55.000 Versicherte ihre persönlichen Gesundheitsziele erreicht.

5. Gibt es einen bezahlten Krankenstand für heimische Unternehmer?

Seit dem Jahr 2013 können Selbstständige, deren persönliche Arbeitsleistung zur Aufrechterhaltung des Betriebes notwendig ist, eine "Unterstützungsleistung bei lang andauernder Krankheit" erhalten. Voraussetzung ist, dass keine oder weniger als 25 Dienstnehmer beschäftigt werden. Ausbezahlt wird ein Fixbetrag von täglich 28,88 Euro ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Eine derartige Unterstützung läuft maximal 20 Wochen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine freiwillige Zusatzversicherung abzuschließen, bei dieser bekommen Selbstständige bereits ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit Krankengeld. Die Kosten dafür betragen 2,5 Prozent der vorläufigen Beitragsgrundlage. Das tägliche Krankengeld beträgt je nach Einkommen zwischen 28,88 und 108,50 Euro.

6. Gibt es einen Unterschied zwischen den Alterspensionsbezügen der Angestellten und Selbstständigen?

Vor 20 Jahren war der Abstand zwischen Unselbstständigen und Selbstständigen noch deutlich größer. In der Zwischenzeit haben die Gewerbepensionen etwas aufgeholt, doch noch immer ist ein Unterschied vorhanden. Laut Statistik Austria liegt die Angestelltenpensionen im Schnitt bei 1.439 Euro und die Gewerbepensionen bei 1.380 Euro.

7. Reicht eine SVA-Vorsorge aus, oder sollte man auch private Vorsorgen treffen?

Die Berechnungsvorschriften für die Pension sind für alle Österreicher gleich. Damit wird auch die Pensionslücke, die Differenz zwischen dem letzten Aktiveinkommen und der tatsächlichen Pensionsleistung, die von Experten im Schnitt auf rund 600 Euro geschätzt wird, alle treffen. Wer den Lebensstandard im Alter halten will, sollte also die steuerlichen Möglichkeiten nutzen, privat und betrieblich vorzusorgen. Bei Unfällen sind SVA-Versicherte so wie alle anderen Österreicher nur bei Arbeitsunfällen und Unfällen von und auf dem Weg zur Arbeit versichert. Private Unfälle beim Sport oder im Haushalt sind nicht gedeckt. In der Krankenversicherung bietet die SVA mit Geld- und Sachleistung einen guten Basisschutz. SVA-Obmannstellvertreter Herzog: "Dennoch können die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht alle Risiken umfassend abdecken. Wer hier optimal versichert sein möchte, wird eine private Zusatzversicherung ins Auge fassen müssen."

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