Forschungsquote soll erstmals Drei-Prozent-Hürde schaffen

Forschungsquote soll erstmals Drei-Prozent-Hürde schaffen

Das "Barcelona-Ziel" mit fünf Jahren Verspätung erreicht.

Die Statistik Austria schätzt die Ausgaben für für die Forschung in Österreich im Jahr 2015 auf 10,1 Milliarden Euro. Damit würde Österreich erstmals das schon 2010 vorgesehene Barcelona-Ziel erreichen. Weiterhin zurückhaltend bei ist der private Sektor.

Wien. Der Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird 2015 in Österreich laut Schätzung der Statistik Austria erstmals mehr als drei Prozent betragen. Damit wird vermutlich auch die Zehn-Milliarden-Marke für Aufwendungen in Forschung und Entwicklung (F&E) zum ersten Mal überschritten. Für 2014 weisen die Statistiker heute, Dienstag, eine Quote von 2,99 Prozent aus.

Konkret soll heuer eine Forschungsquote von 3,01 Prozent erreicht werden, was einem Gesamtvolumen von 10,1 Mrd. Euro entspricht, heißt es in einer Aussendung. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 2,8 Prozent, gegenüber 2013 um 6,1 Prozent.

Ursprünglich war angepeilt worden, die Drei-Prozent-Quote bis 2010 zu erreichen, was der EU-Vorgabe mit dem sogenannten "Barcelona-Ziel" entspricht. In ihrer 2011 beschlossenen Forschungsstrategie hat sich die Regierung das Ziel gesetzt, bis 2020 eine F&E-Quote von 3,76 Prozent zu erreichen.

Nach einem starken Anstieg der Forschungsquote zwischen 1990 und 2010 entwickelte sich diese dann einige Jahre lang weniger dynamisch. 1995 wurden erst 1,53 Prozent des BIP für F&E aufgewendet, 2001 waren es erstmals 2 Prozent, 2010 wurden 2,74 Prozent verzeichnet. Nach einem leichten Rückgang 2011 (2,68 Prozent), gefolgt von einem Anstieg im darauffolgenden Jahr auf 2,88, wuchs die Quote 2013 auf 2,95 Prozent. Da diese Zuwachsraten über denen des Gesamt-BIP liegen, "ist die Forschungsquote für Österreich in den letzten Jahren stark angestiegen", heißt es.

Im internationalen Vergleich des Jahres 2013 (letztes Jahr mit Vergleichszahlen) liegt Österreich hinter Finnland, Schweden und Dänemark auf Platz vier. Deutschland verzeichnete im Gegensatz zu 2012 eine niedrigere F&E-Quote als Österreich, das 2013 auch deutlich über dem EU-Schnitt von 2,01 Prozent lag.

Für heuer gehen die Experten davon aus, dass sich die Unternehmensausgaben in dem Bereich auf 4,76 Mrd. oder 47,2 Prozent der Gesamtsumme belaufen werden. Die öffentliche Hand trägt rund 3,77 Mrd. bei, was einen Anteil von 37,3 Prozent bedeutet. Vom Bund kommt mit 3,21 Mrd. Euro der Löwenanteil der F&E-Mittel, während die Bundesländer ungefährt 443 Millionen beisteuern werden. Gemeinden, Kammern und Sozialversicherungsträger zeichnen für 110 Mio. verantwortlich.

Aus dem Ausland kommen heuer etwa 1,53 Mrd. Euro (15,1 Prozent). Auch hier haben die Unternehmen die Nase vorne. Der zweite große Posten sind Rückflüsse aus den Forschungsförderungsprogrammen der EU. Insgesamt dürfte der prozentuelle Anteil an Mitteln aus dem Ausland allerdings zurückgehen.

Traditionell gering scheint auch heuer wieder der Beitrag des privaten gemeinnützigen Sektors auszufallen: 43 Mio. Euro bedeuten einen Gesamtanteil von lediglich 0,4 Prozent. In der Schätzung für 2014 ging man von 42,5 Mio. Euro aus diesem Bereich, also einem nahezu gleichen Wert aus.

Die Datenbasis der Schätzung bilden Voranschlags- und Rechnungsabschlussdaten des Bundes und der Länder, aktuelle Konjunkturprognosen sowie die Ergebnisse der letzten F&E-Erhebung 2011 und vorläufige Trends aus der F&E-Erhebung 2013.

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