FORMAT-Interview mit Hannes Androsch zur Hypo: "Die Geheimnistuerei muss aufhören!“

FORMAT-Interview mit Hannes Androsch zur Hypo: "Die Geheimnistuerei muss aufhören!“

Hannes Androsch fordert im FORMAT-Interview zur Causa Hypo eine faire Verteilung der Lasten. Das Problem alleine dem Land Kärnten umzuhängen hält er für falsch. Österreich solle sich auch an der Bayern LB schadlos halten und die politische Verantwortung in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss klären.

Format: Herr Androsch, wie kann man den Schaden, der durch das Hypo-Debakel entstanden ist, jetzt noch minimieren?

Hannes Androsch: Die entscheidende Frage ist, wer wieviel zahlen muss, denn dass nur der Bund und damit die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden und alle anderen aus dem Schneider sind, das geht nicht. Die Lasten müssten fair verteilt werden, und das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Ist eine Anstalt eine gute Lösung für die Hypo?

Androsch: Die Lösung wäre sinnvoll gewesen, wenn man sie gleich gemacht hätte. So aber hat man vier Jahre verloren, eine lange Zeit, für die der Bund alleine die Verantwortung schultern muss.

Warum tut sich denn die Politik so schwer mit dieser Bank?

Androsch: Weil sie zu einem Riesenproblem geworden ist.

Aber sind die Finanzminister in den vergangenen vier Jahren nicht schlicht zu bequem gewesen?

Sie haben gehofft, dass ein Wunder passiert, aber sowas passiert halt selten. Im Fall Hypo hat sich das Prinzip Hoffnung mit Naivität und Sachunkundigkeit gepaart, und das ist eine besonders schlechte Kombination.

Was war der größte Fehler in den vergangenen vier Jahren?

Androsch: Das Hinauszögern.

Was soll Finanzminister Michael Spindelegger nun machen?

Androsch: Er kann am wenigsten für das Desaster. Wichtig ist, dass die Geheimnistuerei aufhört, man muss Tacheles reden: Was ist, wie der Schaden entstanden ist und was man tun muss, um diesen zu minimieren.

Sollte man eine Insolvenz stärker diskutieren?

Androsch: Man muss alle Möglichkeiten auf den Tisch legen, dann entscheiden und nicht bloß herumdiskutieren. Durch den ganzen Schlamassel müssen wir sowieso durch.

Müsste man Kärnten zur Kasse bitten?

Androsch: Nein, wenn man das Problem Kärnten umhängt, macht man es sich zu einfach. Im Gegenteil: Eigentlich muss man Kärnten helfen, damit das Land wieder auf die Füße kommt. Man sollte aber auch danach trachten, sich bei den früheren Eigentümern, der Bayerischen Landesbank, schadlos zu halten und versuchen, vier Milliarden Euro von dort zu holen.

Wäre ein Untersuchungsausschuss in Sachen Hypo sinnvoll?

Androsch: Wenn man die politische Verantwortung klären will, ja. Aber das ist keine Lösung für die Bank. Und so viel Zeit hat man nicht, je länger man wartet, desto teurer wird das Problem, auch wenn das die Entscheidungsträger nicht hören wollen. Wichtiger wäre, den Stier bei den Hörnern zu packen.

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