FORMAT Exklusiv: Gagen-Affäre bei Sozialbau

 FORMAT Exklusiv: Gagen-Affäre bei Sozialbau

Sozialbau-Generaldirektor Herbert Ludl

Abkassiert: Der Sozialbau-Vorstand verdient viel mehr, als das Gesetz erlaubt. Der Vorstand der Wohnbaugenossenschaft ließ sich auch üppige Kredite vom Arbeitgeber gewähren.

Üppige Vorstandsbezüge bei der größten gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft Sozialbau: Die Bezüge der Vorstände sind eigentlich sind an die Beamten-Gehaltsklassen gekoppelt. Die diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen zur Höhe der Gehälter werden allerdings deutlich überschritten.

FORMAT liegt der "Anhang des Jahresabschlusses 2013" der Sozialbau vor. Darin wird ein Gesamtbezug des dreiköpfigen Vorstandes unter Führung von Herbert Ludl in Höhe von 884.176,58 Euro angeführt. 2012 lag er sogar bei 1.013.936,05 Euro. Damit liegen die einzelnen Vorstandsgagen um über 100.000 Euro pro Jahr höher als im Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) vorgesehen.

Der Vorstand der zum VIG-Konzern zählenden Sozialbau AG, mit über 48.000 verwalteten Wohnungen größter privater Hausherr in Österreich, weist Vorwürfe zurück, dass die Bezüge der Chefetage höher seien als laut WGG zulässig. "Die Bezüge sind WGG-konform", erklärt Ludl.

Die Sozialbau ist die größte gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Österreichs. Sie verwaltet 48.285 Miet- und Eigenschaftswohnungen, 522 Geschäftslokale und 27.907 Garagenplätze. Der Umastz betrug zuletzt 48,21 Millionen Euro - der Bilanzgewinn 4,6 Millionen. Seit 1984 führt Herbert Ludl das Unternehmen.

Mehrheitseigentümer der Sozialbau AG ist seit 2012 - nach Änderungen im Aktionärskreis - die Vienna Insurance Group (VIG) auch offiziell und nicht wie davor nur indirekt über Serviceverträge. 49,6 Prozent an der Sozialbau hält die "Heimstätte" gemeinnützige GesmbH (hinter der u.a. mit 31,95 Prozent die Sozialbau selbst steht). Mit 17,9 Prozent ist an der Sozialbau laut "Firmen Compass" und früheren Angaben des Unternehmens der A.W.H. (Verband der Wiener Arbeiterheime) beteiligt, hinter der die SPÖ steht.

Je 10 Prozent halten die Familie Genossenschaft, die Volksbau Genossenschaft und die Wohnbau gemeinnützige Genossenschaft. Hinter der Wohnungsgesellschaft "Heimstätte" steht mehrheitlich (zu 67,8 Prozent) die Neue Heimat Oberösterreich, die - über die ELVP GmbH. - der VIG gehört.

Artikel aus FORMAT Nr. 11/2015
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