Finanznot beim SOS Kinderdorf

Der schwache Euro macht dem SOS-Kinderdorf, Österreichs einziger international agierender NGO zu schaffen. Die Hilfsorganisation muss sich von etlichen Mitarbeitern trennen.

Finanznot beim SOS Kinderdorf

SOS-Signal vom SOS Kinderdorf.

Mitte September wurden 45 Mitarbeiter der Dachorganisation SOS-Kinderdorf International mit Sitz in Innsbruck und in den Regionalbüros zur Kündigung angemeldet. Das entspricht neun Prozent des weltweiten Personals der in 133 Ländern vertretenen Organisation, berichtet das Wirtschaftsmagazin trend in seiner neuen Ausgabe..

Ursula Grabher, Executive Advisor für Fund Development und Kommunikation, begründet das mit Währungsschwankungen. Das SOS-Kinderdorf erziele seine Spendeneinnahmen mehrheitlich im Euroraum, internationale Programme in Mittel-und Südamerika, Asien und Afrika würden aber in lokalen Währungen oder US-Dollar bezahlt werden. "Der Euro hat gegenüber dem Dollar im Vergleich zu 2014 rund 15 Prozent an Kaufkraft verloren. Bei einem Transfervolumen von über 200 Millionen Euro für unsere internationale Programme außerhalb der Eurozone bedeutet eine zehnprozentige Abwertung des Euro einen zusätzlichen Mittelbedarf von über 20 Millionen Euro", erklärt Grabher.

Laut internen Informationen könnten allerdings auch Valutaspekulationen für den Verlust verantwortlich sein, was jedoch dementiert wird. SOS-Kinderdorf finanziert sich zu mehr als 50 Prozent aus Spendengeldern. Damit konnte im vergangenen Jahr weltweit 439.500 Kindern geholfen werden.